Überlebensaussichten bei Krebskrankheiten deutlich verbessert

14.06.1999 - (idw) Robert Koch-Institut

17.6.1999

Überlebensaussichten bei Krebskrankheiten deutlich verbessert
RKI veröffentlicht neue Zahlen und Fakten zur Entwicklung der Überlebensraten bei Krebspati-enten in Deutschland

Bei den meisten Krebskrankheiten haben sich die Überlebensaussich-ten im Verlauf der letzten 20 Jahre verbessert. Der Anteil der als ge-heilt anzusehenden Patienten erhöhte sich für die Krebskrankheiten insge-samt von 25 % auf 37 % bei Männern und von 44 % auf 49 % bei Frauen. Während sich für einige Krebskrankheiten, wie Hodenkrebs, das maligne Melanom der Haut oder Leukämien die Überlebensraten erheblich verbessert haben, ist bei anderen keine Verbesserung einge-treten. Zu letzteren gehören Krebs von Mundhöhle und Rachen sowie Krebs der Bauchspeicheldrüse. Auch die auf der Verbesserung der Fünf-Jahres-Überlebensraten beruhende optimistische Einschätzung von Erfolgen bei der Bekämpfung des Brustkrebses muß nach Auswer-tung der 10-Jahres-Überlebensraten teilweise korrigiert werden. Der Anteil der als geheilt anzusehenden Patientinnen hat mehr als zehn Jahre nach der Diagnose im betrachteten Zeitraum nur geringfügig zu-ge-nommen.

Dies sind einige Ergebnisse einer ausführlichen Analyse der Überle-bens-raten bei Krebspatien-ten. In dieser als Schwerpunktbericht der neuen Reihe "Gesundheitsberichterstattung für Deutschland" erschie-nenen Publikation*), mit der das Robert Koch-Institut seine Produkt-palette der Routine-Gesundheitsberichterstat-tung für Deutschland er-öffnet, wer-den neue Zahlen und Fakten vorgelegt, die zur objekti-ven Ein-schätzung der Krebsbekämpfung beitragen können.

Erstmals in Deutschland bezieht sich diese Analyse auf Daten, die über einen längeren Zeit-raum erhoben wurden. Somit kann u.a. die Frage beantwortet werden, ob kurzfristige Verbes-serungen der Überlebens-raten auch nach zehn oder mehr Jahren noch Bestand haben. Dies er-laubt die Beurteilung, ob eine Verbesserung der Überlebensra-ten auf eine frühere Diagnose zurückgeführt werden muß, oder ob tat-säch-lich der Tod infolge einer Krebserkrankung in ein höheres Alter verschoben werden konnte.

Im vorgelegten Schwerpunktbericht können auch Antworten auf an-dere Fragen gefunden werden, die nicht nur den Gesundheitspolitiker, Epi-demiologen oder behandelnden Arzt, son-dern auch den betroffenen Patienten interessieren:

- Wie effektiv sind die Früherkennung und Behandlung?
- Bei welchen Krebskrankheiten wurden Fortschritte erzielt?
- Wieviele Menschen überleben eine Krebserkrankung?
- Wie hoch ist der Verlust an Lebenserwartung durch eine Krebs-krankheit?
- Haben sich die Überlebensaussichten für einzelne Krebskrankhei-ten im Laufe der letzten Jahrzehnte verbessert oder verschlechtert?
- Ab wann gilt eine Krebskrankheit als geheilt?

Die Dachdokumentation Krebs am Robert Koch-Institut hat diesen Ge-sundheitsbericht zusammen mit dem Krebsregister des Saarlands und dem Gemeinsa-men Krebsregister der Länder Berlin, Bran-denburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sach-sen und Thü-ringen erarbeitet, auf deren Daten die Analyse basiert. Das Robert Koch-Institut erfüllt damit seine Aufgabe, die Daten der bevöl-kerungs-bezogenen Krebsregister über-greifend auszuwerten und die Er-gebnisse regelmäßig zu publizieren. Auf einen Abdruck der umfang-reichen und sehr detaillierten Tabellen, die Grundlage für die vielen farbigen Grafi-ken sind, wurde in der Publikation verzichtet. Sie können im Internet unter http://www.rki.de/CHRON/KREBS/KREBS.HTM eingesehen werden.

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*) Schön D, Bertz J, Görsch B, Haberland J, Ziegler H, Stegmaier C, Eisinger B, Stabenow R (1999) Entwicklung der Überle-bensraten bei Krebspatien-ten in Deutschland. Robert Koch-Institut, Berlin, Schwerpunktbericht Ge-sundheitsberichterstat-tung für Deutschland, 34.- DM

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