Innovationspreis für die "biologische Ohrmarke"

05.08.1999 - (idw) Senat der Bundesforschungsanstalten im Geschäftsbereich des BMVEL

Stoiber zeichnet Bundesforscher aus

Für die Entwicklung eines biologischen Markierungsverfahrens, mit dem sich die Herkunft von Nutztieren und Lebensmitteln wie Fleisch und Milch zweifelsfrei nachweisen läßt, sind jetzt zwei Bundesforscher mit dem Oberfränkischen Innovationspreis ausgezeichnet worden.

Vor dem Hintergrund der BSE-Krise und anderer Lebensmittelskandale ist für viele Verbraucher die Herkunft ihrer Lebensmittel immer wichtiger geworden. Bei Rindern zum Beispiel erfolgt der Herkunftsnachweis derzeit durch Ohrmarken, Tierpässe und ein aufwendiges Melde- und Registrierverfahren. Dr. Manfred Gareis, Leiter des Instituts für Mikrobiologie und Toxikologie der Bundesanstalt für Fleischforschung (Kulmbach) und Dr. Martin Groschup von der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere (Tübingen) haben hier einen völlig anderen Weg beschritten: Sie entwickelten ein immunologisches Verfahren, bei dem die Tiere - ähnlich wie bei einer Impfung - spezifische Antikörper gegen bestimmte, zuvor verabreichte Proteine bilden. Diese Antikörper sind durch Labortests nicht nur im Tier selbst, sondern auch noch in verarbeiteten Produkten, quasi dem Steak in der Ladentheke, nachweisbar.

Durch die "immunologische Ohrmarke" lassen sich Tiere aus Erzeugerringen, Qualitätsprogrammen oder einzelnen Ländern genau kennzeichnen. Und Manipulationsmöglichkeiten sind im Gegensatz zu dem herkömmlichen Verfahren weitgehend ausgeschlossen.

Mit dieser Neuerung errangen die beiden Bundesforscher jetzt den ersten Platz unter 149 Bewerbern bei dem mit 100.000 DM dotierten Oberfränkischen Innovationspreis. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber würdigte in seiner Festrede die Teilnehmer des Wettbewerbs als dynamische und zukunftsorientierte Wissenschaftler und Entwickler. "Den Kreativen gehört die Zukunft", betonte er bei der Preisverleihung in Bamberg. Angesichts der globalen Herausforderungen seien die Aufgaben der Zukunft ohne ständige Innovationen nicht zu bewältigen.

Ein besonderer Dank ging auch an den Stifter des Innovationspreises, den oberfränkischen Unternehmer Heinz Greiffenberger. Der jetzt erstmalig vergebene Preis soll künftig alle zwei Jahre verliehen werden.


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