Helmholtz-Gemeinschaft baut Forschungskooperation mit Israel aus

08.09.1999 - (idw) Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Führende Repräsentanten der Helmholtz-Gemeinschaft bereiteten bei einem Israel-Besuch ein gemeinsames Forschungsprojekt in der Region des Toten Meeres vor. Es umfasst sowohl geologische als auch biologische Themen sowie gesundheits- und sozialwissenschaftliche Aspekte.

Helmholtz-Gemeinschaft baut Forschungskooperation mit Israel aus

B o n n. Beim Israel-Besuch führender Repräsentanten der Helmholtz-Gemeinschaft wurde die Partnerschaft in einem geplanten groß angelegten Forschungsprojekt in der Region des Toten Meeres vorbereitet.

Das Dead-Sea-Projekt überspannt ein breites Themenfeld, von der Erdsystemforschung mit Untersuchungen zur geologischen Struktur und Erdbebengefährdung der Region über verschiedene Bereiche der Umweltforschung einschließlich der Wasserversorgung bis hin zu biologischen, mikrobiologischen und Gesundheits-aspekten sowie sozialwissenschaftlichen Fragen. Das Projekt fordert in seiner wissenschaftlichen Breite die Helmholtz-Gemeinschaft als Ganzes. Ihm kommt eine erhebliche politische Be-deutung zu, da es die Integration der Anrainer Staaten fördert.

Mit dem Besuch der Delegation von Direktoren aus sieben Helmholtz-Zentren unter Leitung des Vorsitzenden der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Dr. Delev Ganten, in Israel erhielt die deutsch-israelische Forschungskooperation einen deutlichen Impuls. Während des Besuches vom 28. August bis 1. September 1999 führte die Delegation Gespräche mit Repräsentanten aller sieben israelischen Universitäten der Akademie der Wissenschaften sowie Wissenschafts-politikern.

Auf israelischer wie auf deutscher Seite besteht über das Dead-Sea-Projekt hinaus großes Interesse an gemeinsamen Vorhaben in der funktionellen Genomforschung. Beide Länder wollen jetzt ihre diesbezüglichen Aktivitäten verstärken und auf
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Fragen der Bioinformatik und Bioethik ausdehnen. Die Ergebnisse sollen einer breiten Öffentlichkeit verständlich dargestellt werden.

Weitere Kooperationen wurden mit dem Technion in Haifa besprochen. Im Bereich des landwirtschaftlichen Ingenieur-wesens ist eine Zusammenarbeit mit dem Umweltfor-schungszentrum Leipzig-Halle geplant, die das Prozessver-ständnis in künstlichen Feuchtgebieten erhöhen soll. Ein weiteres Projekt bezieht sich auf die agrarwissenschaftlichen Forschungen des Technions Haifa. Ziel gemeinsamer Forschungsarbeiten könnte hier die Steuerung des Stickstoff- und Phosphorzyklusses sein, um so die Düngung zu optimieren und eine Umweltentlastung zu erreichen.

Intensiviert werden soll auch der Wissenschaftleraustausch. Doktoranden und Post-Doktoranden sollen die Möglichkeit erhalten, zu Kurzaufenthalten in Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft zu kommen und dort insbesondere an EU-Projekten zu arbeiten.

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Bonn-Bad Godesberg, den 7. September 1999