Hebammenkunst gestern und heute - Zur Kultur des Gebärens durch drei Jahrhunderte

19.10.1999 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Aus Anlaß des 125-jährigen Jubiläums der Hebammenschule der Frauenklinik stellt die Klinik für Frauenheilkunde, Direktor: Prof. Dr. Norbert Lang, vom 20. Oktober bis 6. November 1999 im Ausstellungsraum der Universitäts-Bibliothek, Universitätsstr. 4, 91054 Erlangen, eine Ausstellung des Instituts für Europäische Ethnologie und Kulturforschung der Philipps-Universität Marburg in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Marburg "Hebammenkunst gestern und heute - Zur Kultur des Gebärens durch drei Jahrhunderte" vor.

Die Hebammenschule der Frauenklinik kann 1999 auf ihr 125-jahriges Bestehen zurückblicken. Innerhalb dieses Zeitraumes waren die Rahmenbedingungen für die Geburtshilfe in vieler Hinsicht einem erheblichen Wandel unterworfen. Die Ablösung der Haus- durch die Klinikentbindung, die sich erst in den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts endgültig vollzogen hat, stellt in diesem Zusammenhang nur einen Faktor dar. Unverändert sind aber die Hebammen zumindest für Frauen unter der Geburt eine zentrale, wohl unersetzliche Bezugsperson geblieben.

Die Ausstellung versucht, ihren Besuchern den Beruf der Hebamme in seiner historischen, aber auch möglichen künftigen Entwicklung nahezubringen. Weit darüber hinaus wird dies in den faszinierenden Kontext von drei Jahrhunderten europäischer Kultur- und Medizingeschichte eingebettet. So ergibt sich insgesamt - vor allem im Zusammenhang mit dem Ausstellungskatalog - ein facettenreiches Bild dessen, was das "Ereignis Geburt" im Wandel der Zeit jeweils besonders geprägt hat.

Im einzelnen behandeln die elf Themenkreise der Ausstellung u.a. das Hebammenwissen durch die Jahrhunderte, bedeutende Hebammen in der Geschichte sowie Hausgeburten in Deutschland. Ebenso ist aber z.B. auch die Frage thematisiert, ob die Geburtshilfe um 1800 einen Geschlechterkonflikt dargestellt hat. Ferner informieren die insgesamt rund 250 Exponate über "Die Geburt der Klinik", den "Tod in der Wochenstube" und die "Kulturgeschichte der Gebärhaltung".

Zur Eröffnung der Ausstellung am Mittwoch, dem 20. Oktober, um 11 Uhr im Ausstellungsraum der Universitats-Bibliothek sprechen: Prof. Dr. med. Bernhard Fleckenstein, Dekan der Medizinischen Fakultat der Universität Erlangen-Nürnberg, PD Dr. phil. Marita Metz-Becker, Universitat Marburg, Prof. Dr. med. Norbert Lang, Direktor der Universitäts-Frauenklinik und Angelika Schrader, Leitende Lehrerin für das Hebammenwesen. Anschließend findet ein kleiner Stehempfang statt.

Die Ausstellung wird in einem Katalog mit ausführlichem Textteil erläutert. Er ist für einen Preis von 28.00 DM erhältlich. Die Öffnungszeiten sind werktags von 11 - 18 Uhr, am 6.11.1999 zusätzlich von 11 - 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. Schulen und anderen interessierten Gruppen werden auf Anfrage Führungen angeboten. Bitte unter Tel: 09131/85 -32369 anmelden.
* Kontakt:
Prof.- Dr. Norbert Lang,
Klinik für Frauenheilkunde mit Poliklinik und Hebammenschule
Universitätsstr. 21-23, 91054 Erlangen
Tel. 09131/85 -33451, 33453