Entstehung und Therapie der Alkoholabhängigkeit

27.10.1999 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Suchtforschung speziell über die Alkoholkrankheit steht im Mittelpunkt eines wissenschaftlichen Symposiums an der Universität Würzburg. Erwartet werden etwa 200 Teilnehmer aus der experimentellen und klinischen Suchtforschung in Deutschland.

Der chronische Alkoholismus zieht enorme volkswirtschaftliche Kosten nach sich. Um diese nachhaltig einzuschränken, sind zukünftig sowohl eine intensivere Prävention als auch Therapieverfahren notwendig, die störungsspezifischer wirken und somit kostengünstiger sind. Voraussetzung dafür ist, dass die Erkenntnisse aus der anwendungsbezogenen experimentellen Grundlagenforschung auf die Situation suchtkranker Menschen übertragen werden, die sich in klinischer Behandlung befinden.

Zu dieser Thematik findet am Freitag, 5. November, von 10.00 bis 18.00 Uhr im Hörsaal der Nervenklinik der Universität Würzburg das wissenschaftliche Symposium "Zur Konvergenz von Grundlagen und Klinik in der aktuellen Suchtforschung" statt. Veranstalter sind wissenschaftliche Mitarbeiter des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten "Würzburger Suchtforschungsverbundes" an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie wollen damit gleichzeitig den Leiter der Klinischen Suchtmedizin und Koordinator des Forschungsverbundes, Prof. Dr. Jobst Böning, zu seinem 60. Geburtstag ehren.

Unter dem Leitthema "Bedeutung von Tiermodellen für eine medikamentengestützte Therapie bei Alkoholabhängigen" zeigen zunächst je zwei Grundlagenforscher und klinische Wissenschaftler den Stand der Rückfallprophylaxe auf. Es folgt eine Führung durch eine Posterausstellung, wobei es um neuro- und verhaltensbiologische Aspekte der Alkoholabhängigkeit geht. Am Nachmittag wird zum Thema "Das Suchtgedächtnis bei Mensch und Tier" herausgearbeitet, über welche Hirnsysteme das "programmierte" Suchtverhalten gelernt wird und welche verhaltenstherapeutischen Maßnahmen sich daraus ableiten lassen. Besondere gesundheitspolitische Bedeutung messen die Veranstalter dem Vortrag "Hirnreifung, neuronale Plastizität und Drogenerfahrung unter Gesichtspunkten des Lernens" bei.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Peter Riederer, T (0931) 201-7720, Fax (0931) 201-7722, E-Mail:
peter.riederer@mail.uni-wuerzburg.de