Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2000 für Reinhard Jahn

06.12.1999 - (idw) Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat jetzt die Leibniz-Preisträger für das Jahr 2000 bekanntgegeben. Einer der mit dem höchstdotierten deutschen Förderpreis ausgezeichneten Wissenschaftler ist Prof. Dr. Reinhard Jahn, Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Mit einem Preisgeld von drei Millionen sollen seine Forschungsmöglichkeiten während der nächsten fünf Jahre verbessert und ihm die Möglichkeit gegeben werden, besonders qualifizierte jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einzustellen.

Prof. Dr. Reinhard Jahn ist Zellbiologe und seit 1997 Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Er hat mit seinen Untersuchungen wesentlich zum Verständnis des für zahllose Lebensvorgänge wichtigen Prozesses der Verschmelzung von Membranen beigetragen. Insbesondere hat er sich mit dem Prozess der Signalweitergabe zwischen Nervenzellen beschäftigt. Während die Signale innerhalb der Zellen elektrisch weitergegeben werden, geschieht dies an den Synapsen durch sogenannte Neurotransmitter. Jahns Arbeitsgruppe untersucht die molekularen Vorgänge an den Nervenenden, die bei der Freisetzung von Neurotransmittern ablaufen. Dies ist für die Grundlagenforschung ebenso wie für medizinische Anwendungen von besonderer Bedeutung.

Jahn hat als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes in Freiburg und Göttingen Biologie und Chemie studiert und das Staatsexamen für das gymnasiale Lehramt abgelegt. Nach der Promotion 1981 in Göttingen und einem Postdoktoranden-Aufenthalt in den USA wurde er 1985 Assistenz-Professor an der Rockefeller University. Weitere Tätigkeiten am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in Martinsried und am Howard Hughes Medical Institute an der Yale University folgten. Erst 1997 kehrte er als Direktor der Abteilung für Neurobiologie am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie nach Göttingen zurück.

Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Das Preisgeld ist für Forschungsarbeiten in einem Zeitraum von fünf Jahren vorgesehen; beim Einsatz der Mittel wird den Preisträgern größtmögliche Freiheit eingeräumt.

Die DFG vergibt den Leibniz-Preis jetzt zum fünfzehnten Mal aus Sondermitteln des Bundes und der Länder. Drei Wissenschaftlerinnen und elf Wissenschaftler werden ausgezeichnet. Aus mehr als 100 Vorschlägen, die unter anderem von wissenschaftlichen Hochschulen, von der Max-Planck-Gesellschaft sowie von bisherigen Preisträgern eingegangen sind, hat der Nominierungsausschuss der DFG vor allem diejenigen ausgewählt, von denen er sich durch zusätzliche Förderung eine besondere Steigerung der wissenschaftlichen Leistungen verspricht.

Die feierliche Verleihung der Preise im Leibniz-Programm für 2000 durch den DFG-Präsidenten Prof. Ernst-Ludwig Winnacker findet am 10. Februar 2000 im Bonner Wissenschaftszentrum, Ahrstraße 45, statt.


Informationen:
Prof. Dr. Reinhard Jahn, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Abt. Neurobiologie, D-37070 Göttingen, Tel: 0551 201 1635, Fax: 0551 201 1639, eMail: ehaake@gwdg.de

Weitere Unterlagen zu den Preisträgern 2000, Lebenslauf und Darstellung der Forschungsschwerpunkte, können ab 17. Januar 2000 im Pressereferat der DFG angefordert werden.