Netzwerk für ausländische Studierende ausgezeichnet

07.12.1999 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Preis des Bundesaußenministeriums geht an den Frankfurter Verein zur Förderung ausländischer Studierender in Not e. V.

FRANKFURT. Der Frankfurter Verein zur Förderung ausländischer Studierender in Not e. V erhielt einen der drei Preise, die auch in diesem Jahr vom Bundesaußenministerium vergeben werden und mit denen innovative und herausragende Projekte der Betreuung und Beratung ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen ausgezeichnet werden. Die weiteren Preisträger sind das Studentenwerk Heidelberg für sein integriertes Betreuungskonzept und die Evangelische Studentengemeinde Nürnberg für die Gründung eines "Runden Tischs". In diesem Jahr bewarben sich 59 Projekte um diesen Preis, sieben kamen in die engere Wahl, die drei ausgewählten erhalten nun jeweils 10.000 Mark für ihre weitere Arbeit.

Im Lauf der Diskussion um den "Studienort Deutschland" lobte der damalige Außenminister Klaus Kinkel diesen Wettbewerb erstmals 1998 aus; sein Amtsnachfolger Joschka Fischer übernahm ab 1999 die Idee. Der Preis wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst ausgeschrieben; und ein Vergabeausschuß aus Vertretern des Auswärtigen Amts, der Studentenwerke, verschiedener Hochschulen und des DAAD entscheidet über die Vergabevorschläge. Der Frankfurter Verein wurde vom Vizepräsidenten der Goethe-Universität, Prof. Dr. Christian Winter, vorgeschlagen.

Die Frankfurter werden das Preisgeld nutzen, um in unverschuldete Notlagen geratene ausländische Studierende mit einer Beihilfe zu unterstützen. Der Frankfurter Verein zur Förderung ausländischer Studierender in Not e. V wurde 1994 gegründet und ging hervor aus dem Frankfurter Arbeitskreis Ausländerstudium, der bereits seit 1982 bestand. Dies war ein Zusammenschluß der in Frankfurt mit der Beratung und Betreuung ausländischer Studierender befaßten Institutionen und Personen: Akademische Auslandsstelle, Studienkolleg, Evangelische Studenten- und Katholische Hochschulgemeinde, Otto-Benecke-Stiftung und das Ausländerreferat des Allgemeinen Studentenausschusses.

Der Verein bietet ausländischen Studierenden verschiedene Hilfen an. Besonderen Wert wird auf das integrierte Beratungskonzept gelegt, denn viele Probleme der ausländischen Studierenden sind vielschichtig und oft nur mit Hilfe mehrerer Experten und Institutionen, auch der Ausländerbehörde, zu lösen. Der Ratsuchende soll nicht von einer Stelle zur nächsten geschickt werden, gleichzeitig ist die Hilfe zur Selbsthilfe ein wichtiges Ziel .

Der Verein fördert auch ausländische Studierende in unverschuldeten finanziellen Notlagen: Für Kollegiaten in der Abschlußphase des Studienkollegs gibt es nur sehr eingeschränkte finanzielle Zuschußmöglichkeiten durch die Evangelische Kirche, Studierende an Frankfurter Hochschulen bekommen in den ersten Semestern keine finanziellen Nothilfen. Diese Notlagen kann der Verein über seine Mitgliedsbeiträge und Spenden zielgerichtet und kurzfristig mit Beihilfen überbrücken.

Zudem versucht der Verein auf politische Entscheidungen zum Ausländerstudium Einfluß zu nehmen. So hat der Verein sich in den vergangenen Jahren intensiv an der Diskussion zum Studienstandort Deutschland beteiligt. Ein eigener Vorschlag zur Überarbeitung der vorläufigen Anwendungshinweise zum Ausländergesetz wurde erarbeitet. Die Diskussion zum Thema Arbeitserlaubnis für Nebentätigkeiten ausländischer Studierender wurde mit Abgeordneten des hessischen Landtags aufgenommen und über diesen Weg Regelungsvorschläge an das Bundesministerium für Arbeits- und Sozialordnung herangetragen.

Nähere Informationen: John-Andrew Skillen, Schriftführer des Vereins, Leiter der Akademischen Auslandsstelle der Goethe-Universität, Telefon 069/798-22263, E-mail: Skillen@em.uni-frankfurt.de
Konto für Spenden und Mitgliedsbeiträge: Evangelische Kreditgenossenschaft, Konto Nr.: 400 15 16, BLZ: 500 605 00