"Es gehört zur politischen Folklore, dass Zahnärzte gegen Minister sind."

10.12.1999 - (idw) Private Universität Witten/Herdecke gGmbH

Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer zur Situation der Zahnmedizin

Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer besuchte am Abend (10.12.1999) die Universität Witten/Herdecke, um auf einem Podium mit Standesvertretern der Zahnärzte über die Zukunft der Zahnmedizin zu diskutieren. Dabei machte Ministerin Fischer deutlich, dass die Selbstorganisation der Zahnärzte die Fortschritte in der Zahnmedizin nicht schnell genug umsetze. "Der Leistungskatalog ist längst veraltet und berücksichtigt nicht die Fortschritte in der Vorbeugung", warf die Ministerin den Zahnärzten und ihren Organisationen vor. Dieter Krenkel vom Vorstand der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung warf Fischer vor, mit der Budgetierung der Ausgaben die Zahnmedizin in die Sackgasse zu führen. "Frau Ministerin, ziehen Sie Ihren Gesetzentwurf zurück, unsere Gesprächsbereitschaft steht."

Ministerin Fischer war an die Universität Witten/Herdecke auf Einladung der Studierenden gekommen, die vom 10. bis 12. Dezember die zahnmedizinische Bundesfachschaftstagung organisieren. Fischer zur Zukunft der Zahnarztausbildung: "Eine Öffnung der Approbationsordnung für Zahnärzte ähnlich wie in der Medizin ist überfällig." Nach den guten Erfahrungen in der Medizin mit den Experimentierklauseln, die alternative Lehr- und Prüfungsformen zulassen, sei es an der Zeit über mehr Freiheiten auch in der Zahnarzt-Ausbildung nachzudenken. "Da ist Witten/Herdecke mit seiner Praxisorientierung und dem hohen Anteil von Allgemeinmedizin ein leuchtendes Vorbild", erklärte die Ministerin.

Die Bundesfachschaftstagung geht am Samstag und Sonntag mit Fachvorträgen zu Inhalten der Zanhmedizinerausbildung weiter.

Weitere Information und das ausführliche Programm bei Daniel Engler-Hamm: 02302/57872 oder im Internet unter www.uni-wh.de