Aushub wird zum "Röhrenbett"

22.12.1999 - (idw) Universität Kassel

Kostengünstiger, dauerhafter, umwelt- und reparaturfreundlicher soll der Kanalbau durch den Einsatz zweier neuer innovativer Materialien werden, welche die Kasseler Baustoff-Recycling GmbH Baureka und das Fachgebiet Baustoffkunde der Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) gemeinsam entwickelt haben: Fließböden und Bettungsbetone.
Hinter den neuartigen Fließböden verbirgt sich die Idee, dass der bei Kanalarbeiten ausgehobene Boden nicht mehr zu Deponien transportiert, sondern mit Wasser, Zusatzmittel, Ton oder anderen Bindemitteln bindig und fließfähig aufbereitet wird, um ihm anschließend zur Bettung der Rohre im Kanalgraben wieder einzusetzen. Besteht der Bodenaushub allerdings aus qualitativ hochwertigem Boden, z.B. Mutterboden, und lässt sich zu einem guten Preis verkaufen, dann können auch Bettungsbetone zum Verfüllen der Kanalgräben verwendet werden. Diese werden im wesentlichen aus Recyclingbeton, mit der sog. Beton-Vorabsiebungen, sowie wiederum mit Wasser, Bindemittel und einem Cocktail aus Zusatzmitteln hergestellt.

Kassel. Kostengünstiger, dauerhafter, umwelt- und reparaturfreundlicher soll der Kanalbau durch den Einsatz zweier neuer innovativer Materialien werden, welche die Kasseler Baustoff-Recycling GmbH Baureka und das Fachgebiet Baustoffkunde der Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) gemeinsam entwickelt haben: Fließböden und Bettungsbetone.

Hinter den neuartigen Fließböden verbirgt sich die Idee, dass der bei Kanalarbeiten ausgehobene Boden nicht mehr zu Deponien transportiert, sondern mit Wasser, Zusatzmittel, Ton oder anderen Bindemitteln bindig und fließfähig aufbereitet wird, um ihm anschließend zur Bettung der Rohre im Kanalgraben wieder einzusetzen. Besteht der Bodenaushub allerdings aus qualitativ hochwertigem Boden, z.B. Mutterboden, und lässt sich zu einem guten Preis verkaufen, dann können auch Bettungsbetone zum Verfüllen der Kanalgräben verwendet werden. Diese werden im wesentlichen aus Recyclingbeton, mit der sog. Beton-Vorabsiebungen, sowie wiederum mit Wasser, Bindemittel und einem Cocktail aus Zusatzmitteln hergestellt.

Das Prinzip der Weiterverarbeitung ist bei Fließböden und Bettungsbetonen das gleiche: Das fließfähige Gemisch wird direkt vor Ort in speziellen Mischmaschinen hergestellt, in die Leitungsgräben gefüllt um das Rohr zu fixieren, es also zu umbetten. Innerhalb von sechs bis acht Stunden härtet das Material von alleine aus; es muss nicht mehr durch Rütteln oder Stampfen nachträglich verdichtet und verfestigt werden. Gegenüber den bisherigen Verfahren verfügen diese Materialien nach Angaben von Dr. Bernhard Middendorf von der GhK über mehrere Vorteile: Durch die Verwendung des Bodenaushubs muss dieser nicht deponiert werden, sondern kann vor Ort direkt wieder eingesetzt werden; es spart somit Deponieraum und durch die Wiederverarbeitung vor Ort werden Transportkosten erheblich gesenkt. Ferner werden Rohstoffressourcen geschont, da die Kanalgräben nicht mehr mit neuen Materialien (Rohstoffen), wie z.B. mit Sand und Schotter verfüllt werden müssen. Das gelte auch für die Wiederverwendung von Beton, von dem in der Bundesrepublik nach dem Bauboom der 50er bis Mitte der 80er Jahre zunehmend größere Rückbaumengen anfallen werden, für die clevere Verwendungsmöglichkeiten gefunden werden müssen, da wir ansonsten im nächsten Jahrtausend im Betonschutt "ersticken" werden, so Middendorf.

Zudem haben die Untersuchungen ergeben, dass die fließfähigen Böden wie auch die Bettungsbetone mit Recyclingbeton dem Leitungsrohr im Kanalgraben deutlich mehr Stabilität verleihen als nachträglich zu verdichtende Schüttungsmaterialien. Risse in den Rohren, meist durch Setzungen im Schüttgut hervorgerufen, lassen sich weitestgehend vermeiden wodurch die Rohre dauerhafter verlegt werden können. Langfristig wirkt sich schließlich auch kostensenkend aus, dass die erhärteten Fließböden und die Bettungsbetone nach dem Aushärten eine bewusst geringe Festigkeit haben, so dass sie, wenn an dem Rohr Reparaturarbeiten anfallen sollten, mit einer Spitzhacke oder einem Spaten wieder problemlos aufgebrochen werden können. Insgesamt beziffert Dirk Röth, Geschäftsführer der Baustoff-Recyclingfirma Baureka GmbH, das Einsparvolumen dieser innovativen Materialien gegenüber den bisherigen auf etwa 30 Prozent.
Heidi Czapek