Ministerium und Wissenschaftler kurbeln Austrocknen der Metallverarbeitung an

11.02.2000 - (idw) Universität Dortmund

Die Metallverarbeitung soll trocken gelegt werden. Das technische Know-how für einen der wichtigsten aktuellen industriellen Umwandlungsprozesse wird an der Universität Dortmund im Verbund mit weiteren deutschen Hochschul- und Forschungseinrichtungen vorangetrieben. Die für den Innovationsprozess notwendigen finanziellen Mittel stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung bereit.

4,1 Millionen Mark sind das Finanzvolumen, das im Rahmen des Förderprogramms Produktion 2000 bundesweit für die Einführung der Trockenbearbeitung von Werkstücken aus Metall - auch Trockenzerspanung genannt - aufgewendet wird. Die Dortmunder Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzung, Ursula Burchardt, erklärte heute in der Universität Dortmund, dass mit insgesamt 889.486,00 DM ein beträchtlicher Teil der Fördersumme der Universität und Region Dortmund zufließe. Das Geld wird in drei Raten in diesem und den zwei folgenden Jahren bereitgestellt.

Erfahrung aus Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen

Im Institut für Spanende Fertigung werden unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Klaus Weinert seit mehr als sechs Jahren die technologischen Grundlagen für eine Zerspanung ohne Zuhilfenahme von Kühlschmierstoffen - wie Oel oder Emulsionen - geschaffen. Dabei wurde von Anfang an die Zusammenarbeit mit zahlreichen Industrieunternehmen, unter anderem Automobilherstellern und Maschinenbaubetrieben. Jetzt kann das Wissen auf breiter Basis in die industrielle und betriebliche Praxis umgesetzt werden. Zu diesem Zweck ist das "Technologienetz Trockenbearbeitung" gegründet worden. Insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen sollen an die neue wirtschaftliche und umweltverträgliche Fertigung herangeführt werden.

Die Fäden des Netzes laufen beim Karlsruher Forschungszentrum Technik und Umwelt zusammen. Knotenpunkte des Netzes sind Technologiezentren an der Universität Dortmund, der RWTH Aachen, der Universität Karlsruhe und bei der Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung in Schmalkalden. Koordinierende Funktion hat der Verband Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW).

Im Netzwerk werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Trockenzerspanung per Datenbank gemeinsam genutzt. Per Internet werden sie auch den Anwendern in der Praxis dargeboten. Zusätzlich werden sie weiten Anwenderkreisen in Seminaren und Workshops zur Verfügung gestellt. Mit Interessenten werden Beratungen vor Ort in den Firmen vorgenommen. Das Potenzial einzelner Firmen zur Anwendung der Trockenbearbeitung wird durch Versuche in den Technologiezentren ermittelt.

Beratung für Betriebe der Region

Das in der Fakultät Maschinenbau der Universität Dortmund eingerichtete "Technologiezentrum Trockenbearbeitung Dortmund (TZT Do) wird geleitet von Dipl.-Ing. Karsten Schulte. Das TZT Do wird im Rahmen des Verbundes seine Beratungsarbeit vor allem auf den Raum Ruhrgebiet/Westfalen, Ostwestfalen/Lippe, Sauerland und Siegerland ausrichten. Gleichzeitig wird es mit den weiteren Zentren Arbeitsgruppen bilden, um Lösungen für sich neu stellende Probleme zu finden.

Das Programm einer für Ende März geplanten Fachtagung beim "Institut für Spanende Fertigung, Werkzeugmaschinen und Betriebstechnik" verdeutlicht, welche großen Auswirkungen die Entwicklung der Trockenbearbeitung für die Produktionsabläufe auch in kleinen und mittelständischen Betrieben hat. Drehen, Fräsen und Bohren werden unter verschiedenen Aspekten der Trockenzerspanung erläutert. Die neue Devise lautet dabei "Staubtrocken geht wie geschmiert". Dabei stellen sich Vorteile für die Wirtschaftlichkeit wie für die Umweltverträglichkeit heraus.

Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Dr.h.c. Klaus Weinert, Ruf 0231-755-2783,
mail weinert@isf.maschinenbau.uni-dortmund.de
Dipl.-Ing. Karsten Schulte, Ruf 0231-755-4641,
mail schulte@isf.maschinenbau.uni-dortmund.de