Service, Hitze und exotische Metalle

10.04.2000 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V.

Hanau, im April 2000. Der 89. Materialfachabend Main-Kinzig, der bei Leybold in Hanau stattfand, rückte drei Themen in den Blickpunkt der Besucher: Dr. Burkhardt Liebich präsentierte ein Konzept, mit dem ALD Hochtechnologie als Serviceleistung am Markt anbietet. Gerhard Leichtfried von den Metallwerken Plansee, Reuthe/Tirol referierte über Materialien im Hochtemperatureinsatz. Mit dem Metall Lithium und dessen Anwendungen beschäftigte sich Dr. Peter Rittmeyer von Chemetal Frankfurt im letzten Teil des Abends.

Unter dem Titel "Hochtechnologie als Service" stellte Dr. Liebich das neue Unternehmenskonzept des "Own and Operate" der ALD Vacuum Technologies vor. Der Grundgedanke dieses Betreibermodells ist die Integration der ALD-Anlage in die Fertigungslinie des Kunden; ALD bleibt Eigner der Anlage und betreibt sie mit eigenem Personal und auf eigene Rechnung. Beide Seiten haben von diesem Modell ihre Vorteile: Für den Kunden ergeben sich Kosten- und Qualitätsvorteile. Während des Anlagenbetriebs fliessen Erkenntnisse aus anderen ALD-Anlagen ein. Somit entsteht sich ein kontinuierlicher Optimierungsprozess.

Dr. Leichtfried, stellte im zweiten Teil des Abends "Hochleistungswerkstoffe für Einsatztemperaturen über 1200 °C" vor. Im Temperaturbereich zwischen 1200°C und 1600°C werden oft Refraktärmetalle und dotierte Superlegierungen auf Nickelbasis eingesetzt. Die Hauptanwendungsgebiete dieser Werkstoffe sind Flugzeugtriebwerke und Turbinen.
Aufgrund der höheren Temperaturen von bis zu 2800°C werden in der Lichtechnik hauptsächlich Molybdän, Wolfram und Tantal eingesetzt. Dabei werden die Metalle dotiert: Geringe Mengen an Kalium bilden beispielsweise in einem Wolframdraht eine fadenähnlilche Anordung, wodurch der Glühdraht stabilisiert wird.

Den Focus des dritten Vortrags bildete das Metall Lithium. Lithium ist Bestandteil unseres Alltags", so Dr. Rittmeyer in seinen Ausführungen. Wohl keiner der Anwesenden nahm bisher Lithium in seiner Umgebung bewußt wahr. Typische Anwendungen dieses Metalls sind Schmiermittel, Email und Glaskeramik für Kochfelder. Als Zuschlagsstoff im Zement sorgt Lithium für schnelleres Abbinden und in der Pharmazie wird es als Antidepressivum eingesetzt. Künftig wird Lithium in der mobilen Gesellschaft als besonders leistungsfähige elektrische Batterie oder wiederaufladbares Akku weitere Verbreitung finden. Durch steigende Stückzahlen wird ein sinkender Preis für die Batterien erwartet.
Redaktion: Dr. Patrick Keller
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Im Anschluß an die Vorträge klang der Abend in offener Diskussion bei einem Imbiss gesponsort von ALD aus.

Der nächste Materialfachabend findet am 8. Mai 2000 um 17 Uhr im Dentalcenter der Firma Degussa-Hüls in Hanau-Wolfgang statt. Informationen und Anmeldung bei Leontine Bott/Stephanie Kailing 61 81-35 51 18,Fax ** 35 637.