Preise für den wissenschaftlichen Nachwuchs

27.06.2000 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Akademische Feier der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität

FRANKFURT. Die Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität verleiht im Rahmen einer Akademischen Feier am Mittwoch, dem 28. Juni 2000, 16 Uhr in der Aula der Universität (Hauptgebäude, Mertonstr. 17, 60325 Frankfurt) insgesamt zehn Preise für herausragende Leistungen junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Natur- und Geisteswissenschaften an 14 Preisträger. Interessierte Journalistinnen und Journalisten sind herzlich dazu eingeladen.

Dr. Valentin Wittmann wird mit dem mit 50.000 Mark dotierten Adolf Messer-Stiftungspreis 2000 ausgezeichnet. In seinem Forschungsprojekt "Kombinatorische Synthese von Neoglykopeptid-Bibliotheken zum Studium multivalenter Kohlenhydrat-Lectin-Wechselwirkungen" will Wittmann mithilfe der kombinatorischen Chemie Leitsubstanzen finden, die für bestimmte Tumorformen charakteristisch sind. Die Kenntnis solcher tumorassoziierter Lektine könnte zu einer effizienteren Entwicklung neuer selektiver Tumortherapien beitragen.
Lektine sind Kohlenhydrat-bindende Proteine, die bei interzellulären Erkennungs- und Kommunikationsprozessen eine wesentliche Rolle spielen, darunter der Sperma-Eizell-Bindung und der Entstehung von Krebsmetastasen. Sie sind Bestandteil der Zellmembran, wobei ihre Kohlenhydratreste wie Bäumchen in den extrazellulären Raum ragen und dort gewissermaßen als Visitenkarte der Zelle fungieren. Ihre "Erkennung" beruht auf Rezeptoren, die mit unterschiedlicher Bindungsstärke mit den Kohlenhydratenden der Lektine wechselwirken und dadurch zur Signalübermittlung in die Zelle und zwischen den Zellen beitragen. Ziel des prämierten Forschungsprojektes ist es, Kohlenhydrat-Cluster zu entwickeln, die mit einer hohen Bindungsstärke von Lektinen gebunden werden, um grundlegende Erkenntnisse über die Spezifität von Kohlenhydrat-Lektin-Wechselwirkungen zu erhalten. Die grundlagenorientierte Arbeit ist interdisziplinär ausgerichtet. Der Adolf Messer-Stiftungspreis ist der einzige von der Vereinigung von Freunden und Förderern verliehene Preis, mit dem ein Forschungsvorhaben (Zukunftspreis) und nicht eine bereits abgeschlossene Arbeit ausgezeichnet wird.

Dr. Thilo Marauhn erhält den mit 10.000 Mark dotierten Werner Pünder-Preis 1999 für seine rechtswissenschaftliche Habilitation "Rekonstruktion sozialer Grundrechte als Normkategorie - zugleich eine Kritik der konventionellen Gegenüberstellung von Grundrechten und Staatszielbestimmungen". Die von Marauhn entwickelten Thesen befassen sich kritisch mit der herkömmlichen Strafrechtsdogmatik. Insofern sei die vorgelegte Arbeit auch eine mutige Arbeit, urteilt die Auswahlkommission..

Dr. Mirko Hennig wird mit dem mit 5.000 Mark dotierten Preis der Vereinigung für den naturwissenschaftlichen Nachwuchs für seine Dissertation zum Thema "NMR-Spektroskopische Untersuchung zur Dynamischen Konformation von Proteinen" ausgezeichnet.

Barbara Wolbring (M.A.) erhält den mit 5.000 Mark dotierten Preis zur Förderung der Geisteswissenschaften (Friedrich Sperl-Preis) 1999 für ihre Dissertation "Industrie und Öffentlichkeit. Das Verhältnis der Firma Fried. Krupp und ihrer Inhaber zu Öffentlichkeit und Gesellschaft im 19. Jahrhundert".

Der mit insgesamt 6.000 Mark dotierte Umweltschutzpreis (Procter & Gamble-Preis) geht an Dr. Ulrich Brand (Dissertationsthema: "Nichtregierungsorganisationen, Staat(ensystem) und ökologische Krise. Konturen kritischer NRO-Forschung. Das Beispiel der biologischen Vielfalt") und Dr. Martin Strunk (Dissertationsthema: "An Experimental Study on the mean Age of Stratospheric Air").

Tilman Gocht erhält den mit 2.500 Mark dotierten Förderpreis für Diplomarbeiten auf dem Gebiet des Umweltschutzes (Proctor & Gamble) für seine Diplomarbeit "Tiefenverteilung von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Schwermetallen an semiterrestrischen Sedimenten der Rheinaue (Hessisches Ried)".

Den mit insgesamt 10.000 Mark dotierten Moritz von Bethmann-Preis 2000 erhalten Lena Lagun für ihre Magisterarbeit "Lokale Selbstverwaltung in Belarus nach 1990 - historisch kultureller Kontext - politische Rahmenbedingungen - Akteure" sowie Elisabeth Kummert für ihre Magisterarbeit "Teufel, Satan, Luzifer - Untersuchung zum Bild des Teufels in der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts anhand ausgewählter Beispiele".

Dr. Beate Fißlthaler wird für ihr Forschungsprojekt "Koronare Gefäßtonusregulation" mit dem Preis der Dr. Paul und Cilly Weill-Stiftung für den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Gebiet der Humanmedizin ausgezeichnet

Den erstmals vergebenen Gottfried Michelmann-Preis für Medienrecht erhalten Dr. Heike Bußmann für ihre Dissertation "Das Verfassungsrecht der elektronischen Medien in Deutschland und den USA - Technologische und rechtliche Entwicklungen vom Rundfunk bis zum Internet" sowie Dr. Anja Miedbrodt für ihre Dissertation "Signaturregulierung im Rechtsvergleich - ein Vergleich der Regulierungskonzepte in Deutschland, Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika".

Ebenfalls erstmals vergeben wird der Mediterran-Preis, mit dem Jörg Becker (M.A.) für seine Dissertation zum Thema "Nevali Cori. Die Frühe Bronzezeit" und Bettina Eisentraut (M.A.) für ihre Magisterarbeit "Die Basileia von Pergamon und die archäologische Erforschung hellinistischer Paläste" ausgezeichnet wird. Mit diesem Preis soll die Frankfurter Archäologie gefördert werden.

Nähere Informationen: Geschäftsstelle der Vereinigung von Freunden und Förderern der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main e. V., Sylvie von Ziegesar, Tel.: 069/798-23935, Fax: 069/798-064, E-Mail: Freunde@vff.uni-frankfurt.de