Europäischer Preis für Bayreuther Gesundheitssport-Projekt

18.07.2000 - (idw) Universität Bayreuth

Bereits zum 2. Mal hat ein Gesundheitssport-Projekt der Universität Bayreuth einen europäischen Preis gewonnen. Die dazugehörigen Programme werden mit der AOK-Westfalen-Lippe realisiert und beschäftigen sich mit Personen mit Risikofaktoren und multiplen Beschwerden,der Prävention von Rückenbeschwerden und einer Kombination von Bewegungsanleitung und Ernährungsberatung.

Bayreuther Gesundheitssport-Projekt erneut
mit europäischem Preis ausgezeichnet
Erste Befragung von Projektteilnehmern ergab positive gesundheitliche Effekte

Bayreuth (UBT). Nachdem bereits im letzten Jahr ein Forschungsprojekt zum Gesundheitssport aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Walter Brehm vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Bayreuth mit einem Preis der Europäischen Organisation für Gesundheitssport (CESS) ausgezeichnet worden ist, wurde auch in diesem Jahr an diesen Erfolg angeknüpf. Es wurde nälich der mit 150 000 Peseten dotierte zweite Preis der Nominierung 2000 gewonnen.
Die "Confédération Européenne Sport Santé" (CESS) ist ein Zusammenschluss der großen europäischen Sportorganisationen, die sich insbesondere mit der Organisation und der Verbreitung von Gesundheitssport befassen. Von deutscher Seite ist der Deutsche Turnerbund Mitglied in der CESS.

Bei dem Projekt, das in diesem Jahr ausgezeichnet wurde, und das sich nur knapp um einen Punkt (146:145) einem Projekt aus der Ukraine geschlagen geben musste, handelt es sich um ein längerfristig angelegtes Kooperationsprojekt des Lehrstuhls für Sportwissenschaft II der Universität Bayreuth und der AOK Westfalen-Lippe. Es trägt den Titel "Institutionalisierung und Evaluation flächendeckend angelegter Gesundheits-Sportprogramme" und hat drei Schwerpunkte:

Drei am Lehrstuhl für Sportwissenschaft II der Universität Bayreuth entwickelte Gesundheits-Sportprogramme wurden auf die spezifischen Bedingungen der AOK Westfalen-Lippe angepasst, insbesondere auf deren spezielles Klientel. Bei den Programmen handelt es sich um eins für Personen mit Risikofaktoren und multiplen Beschwerden, ein weiteres zur Prävention von Rückenproblemen sowie um ein Programm, in dem eine Kombination von Bewegungsanleitung und Ernährungsberatung zu Gewichtsabnahme führen soll.

Es wurde ein Modell entwickelt und in der Praxis erprobt, wie diese Programme in einer Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten, der Krankenkasse sowie Sportvereinen und Fitness-Studios flächendeckend in Westfalen-Lippe eingesetzt und damit für möglichst viele Menschen zugänglich gemacht werden kann.

Für die Teilnehmer der im Jahre 1999 abgehaltenen Kurse wurde schließlich eine Qualitätssicherung realisiert, indem eine Stichprobe von 930 Teilnehmern vor und nach ihrem Kurs u.a. zu ihrem Gesundheitszustand und zu ihrem Gesundheitsverhalten befragt wurden. Derzeit wird eine Folgebefragung realisiert, d.h. alle Mitglieder der erfassten Stichprobe werden ein Jahr nach Beendigung ihres Kurses nochmals befragt.

Im Jahre 1999 konnten in Westfalen-Lippe insgesamt 186 Gesundheitssportkurse von der AOK veranstaltet werden. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 44 Jahre alt, 60 % waren Frauen, 90 % deutscher Nationalität mit einem breiten beruflichen Spektrum. 70 % der Teilnehmer wurden durch einen niedergelassenen Arzt in eines der Programme überwiesen, 27 % wurden durch die AOK, 3 % auf sonstigem Wege auf die Programme aufmerksam gemacht.

Die Befragung zeigte u.a., dass die Beschwerdenbelastung im Kursverlauf zurückging, und dass sich die Teilnehmer entsprechend weniger durch Beschwerden in ihrem Alltag beeinträchtigt fühlen. Die Sorgen um die Gesundheit reduzierte sich im Kursverlauf etwas, besonders wichtig war jedoch, dass die akute Behandlung durch Medikamente bei den Teilnehmern sehr deutlich zurückging. Insgesamt konnte gezeigt werden, dass die Teilnehmer von der Änderung der Bewegungsgewohnheiten durch den Kurs gesundheitlich deutlich profitierten.