Lehre lohnt sich

26.07.2000 - (idw) Charité-Universitätsmedizin Berlin

AUS DER MEDIZIN FÜR DIE MEDIEN 29-2000

Die Charité hatte 1997 beschlossen, einen Anreiz zur Verbesserung der Lehre zu bieten, indem ein Teil der für den Unterricht vom Staat zur Verfügung gestellten Finanzmittel "leistungsorientiert" vergeben werden sollte.
So werden von zur Zeit insgesamt 2,3 Millionen Mark 70 % nach Kriterien der Lehrbelastung (Anzahl der Semesterwochenstunden und Aufwand für die Vorbereitung der jeweilige Veranstaltung) zugeteilt. Weitere15 % werden entsprechend dem Abschneiden der Charité-Studenten bei den bundesweit einheitlichen Prüfungen vergeben.Bei den restlichen 15 % wird nach dem Platz auf der Rangfolge-Liste der Evaluation aller wisenschaftlichen Einrichtungen durch die Studenten entschieden, wer wieviel erhält.
Jetzt hat Frau Professor Dr. Ingrid Reisinger, Prodekanin für Lehre, vor dem Fakultätsrat die Auswertung der Evaluation der Lehre während des Wintersemesters 1999/2000 vorgestellt. Die Studenten begutachteten dabei die Qualität der Lehrveranstaltung auf 40 000 ausgegebenen Fragebögen. Beurteilt wurden wieder 60 Pflichtvorlesungen und scheinpflichtige Veranstaltungen an Hand von insgesamt 77 000 Einzelbewertungen. Der Rücklauf aus den Vorlesungen war - wie auch in den vorangegangenen Semestern - enttäuschend gering. Dagegen war die Abgabe der Beurteilungsbögen bei scheinpflichtigen Veranstaltungen sehr gut, da die Fragebögen auch ein Mittel zur Anwesenheitskontrolle darstellten.
Der Student konnte innerhalb einer Skala von 1 bis 5 (entsprechend "sehr gut" bis "schlecht") benoten und zwar hinsichtlich Verständlichkeit und Strukturierung des Gebotenen, Förderung der Mitarbeit der Studierenden und nach der Effizienz des Vorgetragenen im Vergleich zu dem, was man sich als Student auch aus Lehrbüchern im Selbststudium hätte erarbeiten können. Außerdem wurde nach dem Gesamteindruck von der Veranstaltung gefragt und schließlich waren zusätzliche Bemerkungen möglich, etwa über Pünktlichkeit des Lehrenden, oder zur Häufigkeit, mit der er sich durch andere Lehrpersonen vertreten ließ. Schließlich wurde der Student gebeten, zu vermerken, wie oft er die begutachtete Veranstaltungsreihe besucht hatte und welche Gründe Anlaß zu seinem etwaigen Fehlen gegeben hatten.

An die besten Lehrkräfte wurden Preise (mit dem eher symbolischen Wert) von DM 1000,- vergeben: So teilten sich die Auszeichnung für die beste vorklinische Lehre Privatdozent Dr. Manfed Pohl vom "Institut für Medizinische Physik und Biophysik" und Dr. Dr. Oliver Ullrich vom "Institut für Anatomie".
Im klinischen Unterricht bildeten Dr. Rolf Kaiser vom "Institut für Klinische Pharmakologie" und Privatdozent Dr. Christoph Bührer von der "Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Medizinische Intensivmedizin" die Spitze und wurden dafür mit jeweils 1000 Mark belohnt. Über die gleiche Summe konnte sich Dr. Ingo Bachmann vom "Institut für Anatomie" als bester Nachwuchswissenschaftler freuen.
Als Institution mit der besten Lehre insgesamt wurde die "Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neurologie" (Direktor: Professor Dr. Christoph Hübner) belobigt. Die Ergebnisse der Evaluation sind im Internet nachzulesen (http://www.charite.de/fakultaet) und dienen auch der Diskussion um die weitere Optimierung der Lehre.
Silvia Schattenfroh
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