Ausbildung nutzt modernste Ingenieursoftware

13.10.2000 - (idw) Universität Fridericiana Karlsruhe (T.H.)

Nr. 114 / 13. Oktober 2000


Ausbildung nutzt modernste Ingenieursoftware
Electronic Classroom nimmt mit Beginn des Semesters seinen Betrieb auf


Wer Chemieingenieurwesen oder Verfahrenstechnik an der Universität Karls-ruhe studiert, wird künftig besonders praxisnah ausgebildet. In dem neu einge-richteten Electronic Classroom lernen Studierende dieser Fachrichtung, wie man modernste rechnergestützte Ingenieursoftware einsetzt.

Der Electronic Classroom, der im Wintersemester seinen Betrieb aufnehmen wird, ist ausgestattet mit 13 leistungsstarken, miteinander vernetzten PCs und einem Beamer, mit dem der Bildschirminhalt jedes Rechners auf eine Leinwand projiziert werden kann. Die Studierenden arbeiten in dem neuen Klassenraum mit modernster Software, die in den führenden Industriefirmen bereits heute standardmäßig eingesetzt wird. Sie üben zum Beispiel der Umgang mit einem Programm zur Berechnung einer Destillation oder zur Simulation von Strö-mungsvorgängen in verfahrenstechnischen Anlagen. "Damit bereiten wir unsere Studierenden optimal auf das spätere Berufsleben vor", betont Professor Dr. Matthias Kind vom Institut für Thermische Verfahrenstechnik der Fakultät für Chemieingenieurwesen und Verfahrenstechnik, der die neue Einrichtung maß-geblich in die Wege geleitet hat.

Darüber hinaus ermöglicht der Electronic Classroom aber auch eine neue, mo-derne Form der Lehre. "Die klassische Vorlesung wird deutlich bereichert, da die jeweilige Software auch gleich anschaulich vorgeführt werden kann. Das hat nicht nur didaktische Vorteile", ist sich Professor Kind sicher. Eine spezielle Unterrichtssoftware erlaubt es dem Dozenten, den eigenen Bildschirminhalt den Studierenden zuzuspielen. Und umgekehrt kann er den Bildschirminhalt eines Studenten auf der Projektionswand zeigen. "So können wir den Lehrstoff ge-meinsam erarbeiten oder Arbeitsergebnisse gemeinsam diskutieren", erklärt Matthias Kind.

Einen Probelauf hat der Electronic Classroom bereits hinter sich: Im Sommer bot die Fakultät für Studierende des sechsten Semesters einen Kurs zum The-ma "Prozess-Simulation" an, bei dem die Studierenden mit den neuen Ge-räten arbeiten konnten. Der Kurs bot eine Einführung in die rechnerische Simu-lation chemischer und verfahrenstechnischer Prozesse, wie sie in fast allen pro-duzierenden Brachen zu finden sind, zum Beispiel in der chemischen, der pharmazeutischen oder in der Lebensmittelindustrie.


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"So ist zum Beispiel für die Entwicklung neuer Verfahren oder für die Optimie-rung bereits bestehender Prozesse eine Reihe von Versuchen und Experimen-ten nötig, um beispielsweise die Umweltverträglichkeit wie auch die Effizienz ei-nes Verfahrens ermitteln zu können", so Professor Kind. Diese Versuche sind meist jedoch sehr aufwendig und teuer. Moderne Rechenmethoden machen es nun möglich, zahlreiche Versuche am Rechner zu simulieren, was eine enorme Zeit- und Kostenersparnis bedeutet.

"Der Kurs Prozess-Simulation kam bei den Studierenden sehr gut an", betont Matthias Kind, "alle waren mit Begeisterung am Werk". Den Electronic Class-room können künftig alle Dozentinnen und Dozenten der Fakultät den Klassen-raum für ihre Vorlesungen nutzen.


-Andrea Melcher-


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