Internationalsierung ist an der Uni Dortmund kein Fremdwort

23.11.2000 - (idw) Universität Dortmund

Die Universität Dortmund will in Forschung, Lehre und Studium ihre internationalen Verbindungen verstärken. Die Internationalisierung der Hochschule und des Wissenschaftsbetriebs war deshalb am Montag (20.11.2000) das Thema einer Expertendiskussion. Bei diesem spannenden vierstündigen Symposion wurden sowohl "ausländische Perspektiven" als auch "Perspektiven der Universität Dortmund" vorgestellt. Eingeladen hatte das Akademische Auslandsamt der Hochschule.

Für den ersten Teil, den Blick über den Zaun, konnte die Universität Dortmund zwei bekannte Referentinnen aus Österreich und den Niederlanden gewinnen.
Barbara Weitgruber, zuständig im dortigen Bildungsministerium für Internationales an österreichischen Hochschulen berichtete von Strategien und Maßnahmen im Nachbarland. Dort sind die Studierenden in vielen Studiengängen bereits verpflichtet, mindestens ein Semester im Ausland zu studieren. Die Universitäten, die Mobilität und Internationalität zu fördern, erhalten besondere finanzielle Förderung.
Hanneke Teekens, niederländische Bildungsexpertin, mahnte, sich bei allen selbstgewählten Zielen zur Internationalisierung zunächst zu fragen, wie man diesen Begriff für seine Institution definieren möchte. Wenn eine Hochschule zum Beispiel die "internationale Kooperation" suche, müsse sie wissen, das sie sich auf das Feld der "internationalen Konkurrenz" begebe. Auch warnte sie Universitäten vor dem möglichen Verlust an eigenem Profil durch eine nicht durchdachte Angleichung an einen nicht näher definierten "Weltstandard".
Europäisches Punkt-System für Studienleistungen
Einig waren sich jedoch beide Rednerinnen, dass sich Hochschulen heute der Internationalisierung nicht verweigern können. Dazu gehört, so die Experten aus dem Ausland und aus Dortmund, auch die flächendeckende Einführung von international vergleichbaren und anerkannten Leistungspunktsystemen im Studium. Ein solches Punkte-Konto erlaubt den Studierenden, die bereits erzielten Studienleistungen bei - auch vorübergehenden - einem Wechsel an ausländische Hochschulen nachweisen und dort ergänzen zu können.
Dass dieser europäische "Rechenschieber" ECTS, wie das
Kredit-Punkte-System genannt wird, mit Erfolg eingesetzt werden kann, unterstrich Professor Terence Mitchell in einem Erfahrungsbericht. Sein Fachbereich Chemie hat an der Dortmunder Universität schon früh dieses System zur international vergleichbaren Bewertung von studentischen Leistungen eingesetzt. Barbara Schneider berichtete aus der Praxis des Akademischen Auslandsamts und bekräftigte, dass ECTS auch für Studierende aus dem Ausland ein Attraktivitätsfaktor sei. Das Punktsystem garantiert ihnen an der Universität Dortmund die Anerkennung von Leistungen, die dem hiesigen Studienverlauf entsprechen.
Integrationsprogramm läuft erfolgreich
Aber nicht nur die Frage nach konvertierbaren Standards, auch das Für und Wider englischsprachiger Lehrangebote sowie der Bachelor- und Master-Abschlüsse standen zur Debatte. Wie Jutta Schmid und Elke Möller, Universität Dortmund, eindrucksvoll darstellten, trägt ein durchdachtes und intensives Betreuungskonzept für ausländische Studierende entscheidend dazu bei, dass eine internationale Atmosphäre auf dem Campus entsteht.
Ihr Projekt "Come2Campus", welches die verbesserte Integration internationaler Studierender zum Ziel hat, konnte in den letzten zwei Jahren durch seinen Erfolg überzeugen. Es sei aber zunehmend die Mitwirkung der Fachbereiche gefragt, denn nur sie könnten eine fundierte fachliche Betreuung garantieren.
Gut besucht von Dekanen, Partnerschafts-, Programm- und Aus-länderbeauftragten der Fachbereiche und Fakultäten sowie Vertretern aus Verwaltung, Fachschaften und dem Asta, zeigte die Veranstaltung: An der Universität Dortmund ist Internationalisierung kein leeres Wort. Es gibt bereits viele Erfahrungen und großen Bedarf sie regelmäßig auszutauschen. Das Symposium könnte damit der Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe geworden sein.