NRW-Wirtschaftsminister Schwanhold verleiht Innovationspreis an Siegener Ingenieur Dr. H. Sauer

29.11.2000 - (idw) Universität Siegen

Metallbeschichtete Kunststoffe gewinnen als Hochleistungswerkstoffe für industrielle Anwendungen zunehmend an Bedeutung.

Im Labor für Oberflächentechnik der Universität-Gesamthochschule Siegen, wo er nach Studium und Diplomarbeit in Siegen während seiner Promotion als Wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt war, vertiefte er seine Forschungen zum Thema "Metallische Beschichtungen auf kohlenstoffaserverstärkten Kunststoffen". Dabei konkretisierte sich die Idee zur Gründung der Firma Innovative Metal Coating Technologies, kurz Imecotec GmbH.
Die Imecotec GmbH schaffte es mit ihren innovativen Verfahren jetzt bis in die Endrunde des erstmals in diesem Jahr ausgeschriebenen Innovationspreises des Trägervereins Zenit e.V.. Aus knapp einhundert Anträgen hatte die vierköpfige Jury fünf Ideen ausgewählt, die als herausragend innovativ bewertet wurden. Zwei Gewinner und drei Preisträger wurden schließlich am 23. November vom nordrhein-westfälischen Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold in Mülheim geehrt. Preisträger Hartmut Sauer im Anschluß an die Preisverleihung: "Für uns als erst in diesem Jahr gegründetes Unternehmen ist die Auszeichnung eine ganz wichtige Bestätigung dafür, daß wir auf dem richtigen Weg sind und ein besonderer Motivationsschub."
Metallbeschichtete Kunststoffe gewinnen als Hochleistungswerkstoffe für die verschiedensten industriellen Anwendungen zunehmend an Bedeutung. Für die Kombination von Metall und Kunststoff mit ihren jeweils typischen Materialeigenschaften gibt es, so Sauer, unendlich viele Anwendungsbereiche. Voraussetzung: die perfekte Haftfestigkeit beider Elemente. Da diese bislang häufig nicht erreicht wurde, entwickelte er ein mittlerweile patentrechtlich geschütztes Verfahren, mit dem dieses Manko abgestellt werden kann. Konkrete Anwendungsfelder, für die bereits Fertigungskapazitäten geplant und Herstellkosten kalkuliert wurden, liegen mit den Bereichen beschichtete Walzen für die Papierindustrie sowie Bauteile für den Sondermaschinenbau vor. Die Bauteile werden sowohl in Eigenfertigung als auch in einem Verbund mit Partnerunternehmen produziert. Um die Qualität von Beschichtungen zu optimieren und zu kontrollieren, wird Unternehmen, die in angrenzenden Beschichtungstechnologien tätig sind, zusätzlich eine neuartige Dienstleistung angeboten.
Der Innovationspreis wurde vom Trägerverein Zenit e.V. initiiert, einem Zusammenschluß von rund 230 mittelständischen Unternehmen aus ganz NRW. Der Trägerverein ist einer von drei Gesellschaftern der Mülheimer Zenit GmbH, einer auf den Mittelstand spezialisierten Unternehmensberatung mit Landesbeteiligung. Ziel der Ausschreibung, so der Vereinsvorsitzende Dr. Otmar Schuster, sei gewesen, einen aktiven Beitrag zur Stimulierung der Innovationstätigkeit in NRW zu leisten und das innovative Verhalten von Unternehmen zu honorieren. Gesucht wurde daher nach einer besonders innovativen Geschäftsidee auf der Basis eines neuen technischen Produktes, einer neuen Produktionstechnik oder einer neuartigen technischen Dienstleistung.