Statistiker und Ökonometriker Prof. Josef Gruber: Nach 49 Semestern in den (Un-)Ruhestand

02.03.2001 - (idw) FernUniversität in Hagen

Ein Wissenschaftler von internationalem Rang und hoher Anerkennung ist mit Ablauf seines 49. Semesters an der FernUniversität in den (Un-)Ruhestand gegangen: Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Josef Gruber, Inhaber des Lehrstuhls für Statistik und Ökonometrie, erhielt von Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer am Mittwoch die Urkunde zu seiner Emeritierung. Am 6. Januar 1977 hatte der gebürtige Bayer (Jahrgang 1935), seit 1972 Professor an der Kieler Universität, den Ruf an die FernUniversität angenommen. Bereits seit dem 1. September 1976 war er hier jedoch bereits als Lehrstuhlvertreter tätig gewesen.

Am 16. Februar 2001 ehrte ihn der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft mit einem Festkolloquium. Zu diesem hatten sich eine große Anzahl von Angehörigen und Freunden der Universität, aber auch zahlreiche Weggefährten und renommierte Wissenschaftler eingefunden. Der Dekan des Fachbereichs, Prof. Dr. Michael Bitz, charakterisierte Josef Gruber als einen Wissenschaftler, dem die Vertretung der Fächer Statistik und Ökonometrie weniger Leid als Lust und Liebe bedeutete.

Nicht zuletzt Gruber war es zu verdanken, dass sich die Wirtschaftswissenschaft in der noch jungen FernUniversität zu einem "prosperierenden Fachbereich mit jährlich Hunderten von Absolventinnen und Absolventen" (Prof. Bitz) entwickelte. Das Rüstzeug für die damals noch sehr junge Disziplin hatte Gruber in den 60er-Jahren insbesondere in Iowa (USA) erworben. Und für den Agrarwissenschaftler, der Gruber zuvor war, gelte: "Sie hinterlassen ihrem Nachfolger ein bestens bestelltes Feld!" Von Anfang an hatte Gruber stets Kontakte zu vielen Kollegen im In- und Ausland gehalten.

Anlässlich seiner Verabschiedung sandten auch vier bedeutende Institute der Russischen Akademie der Wissenschaften Grußbotschaften nach Hagen. 1999 hatte ihm die Kiewer Nationale Wirtschaftsuniversität die Ehrendoktorwürde verliehen. Sie würdigte damit seine Leistungen in Forschung und Lehre und sein erfolgreiches Engagement für die internationale Zusammenarbeit. Prof. Gruber leitete z. B. ein von der Volkswagenstiftung finanziertes Projekt, in dem Lehrwerke zu zentralen Bereichen "westlicher" Wirtschaftswissenschaft in das Ukrainische und das Russische übersetzt werden. Bereits 1992 wurde Prof. Gruber Mitglied der Akademie der Technologischen Wissenschaften der Ukraine.

In Zukunft will er verstärkt im Spannungsfeld von Theorie und Praxis arbeiten. Ein besonderes Betätigungsfeld soll die "Raumenergie" sein.