Jeder Bleistift abgerechnet: keine Uni-Unterschlagung in Sachen Koeppen-Archiv und -Koeppen-Haus

01.10.2002 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Die Greifswalder Ostsee-Zeitung und die Frankfurter Neue Presse behaupten in ihren Ausgaben vom 1. Oktober 2002, die Universität Greifswald habe für die Inneneinrichtung des Koeppen-Hauses (eines künftigen Literaturzentrums mit Cafébetrieb und dem der Uni angeschlossenen Koeppen-Archiv im Geburtshaus des Schriftstellers Wolfgang Koeppen) 32000 Euro unrechtmäßig anders als vom Geldgeber vorgesehen ausgegeben.

Dies ist nicht der Fall. Jegliche Verleumdung von Universitätsmitarbeitern, insbesondere des bis vor kurzem als Vizekanzler fungierenden Dr. Siegfried Lotz, gründet auf falschen Angaben. Brisant wird der Fall stadtintern, da vor wenigen Wochen erst ein Freundschaftsvertrag zwischen Stadt und Universität geschlossen wurde und die Aussage über fehlgeleitete 32000 Euro laut Ostsee-Zeitung von der Leiterin des städtischen Kulturamtes stammen soll.

Das Koeppen-Haus ist im Besitz der Hansestadt Greifswald, die die Betriebskosten etc. übernimmt. Das Koeppen-Archiv beherbergt den der Universität vom Suhrkamp-Verlag zur Verfügung gestellten Koeppen-Nachlaß zu dessen wissenschaftlicher Bearbeitung durch Mitglieder der Universität Greifswald. Dafür hat die Universität in mehreren Tranchen vom Schweriner Bildungsministerium Geld erhalten und ordnungsgemäßg ausgegeben.

Im Haushaltsjahr 2000 waren dies 70000 DM für die Erstausstattung des Koeppen-Archivs. Davon beschafft wurden Geräte und Einrichtungsgegenstände in Höhe von 69592,49 DM; die restlichen 407,51 DM verfielen, flossen also an das Land Mecklenburg-Vorpommern zurück.

Für die Haushaltsjahre 2000 und 2001 hat die Universität zudem für das Landesprojekt "Literatur in Mecklenburg-Vorpommern, Monographie und Hypertext-Editionsmodell" 145450 DM zugewiesen erhalten. 123849,69DM davon sind ausgegeben worden (der Rest von 21600,31 DM floß, weil nicht abgerufen, in den Landeshaushalt zurück, s. o.) für Personal (36319,76 DM/2000 und 73989,60 DM/2001), für Sachausgaben (1722,60 DM im Jahr 2000) und für Inventar und Multimedia-Ausrüstung/PC (Ausgaben: 1403,60 DM/2000; 10414,13 DM/2001).

Die ordnungsgemäß - und vor allem laut Förderbescheiden des Landes ordnungsgemäß - beschafften Gerätschaften harren des Einbaus in das Koeppen-Haus, Abteilung Koeppen-Archiv. Nur für dieses Archiv ist die Universität Greifswald personell wie ausstattungsmäßig zuständig und hat die Universität Greifswald ordnungsgemäß die nötigen Gerätschaften beschafft. Das Betreiben von Literaturcafés und Ausstellungsräumen ist (auch vertragsgemäß) nicht Aufgabe einer Universität. Sie könnte allerdings Hilfe bereitstellen beim richtigen Zusammenrechnen von Zahlen und Lesen von Verträgen.