Dresdner Polymerdiskussion: Neue Polymerstrukturen für High-Tech-Materialien

09.04.2001 - (idw) Institut für Polymerforschung Dresden e.V.


Das Nanogel aus einem synthetischen Polymer zeigt Strukturen, die Ähnlichkeit mit in der Natur vorkommenden Strukturen aufweisen. Die kugelförmigen Gelpartikel besitzen einen Durchmesser von ca. 400 nm. Das mit einem hochauflösenden Rasterelektronenm Um neue Polymerstrukturen für Anwendungen im High-Tech-Bereich geht es auf der 8. Dresdner Polymerdiskussion, die vom 23. bis 26. April 2001 vom Institut für Polymerforschung Dresden (IPF) und dem Institut für Makromolekular Chemie und Textilchemie der Technischen Universität Dresden (unter Beteiligung des DFG-Sonderforschungsbereiches 287) in den Räumen der Evangelischen Akademie Meißen durchgeführt wird. Renommierte Wissenschaftler aus führenden Arbeitsgruppen aus Europa, den USA und Japan präsentieren und diskutieren neueste Forschungsergebnisse zu Synthesestrategien für definierte Polymerarchitekturen.

Das Streben nach der Kontrolle über Größe, Struktur, Funktionalität und die Einheitlichkeit von Polymeren dominiert aktuell die Forschung an Hochschulen und in der Industrie. Die Wissenschaftler versuchen auf diese Weise, Struktur- und Aufbauprinzipien, wie sie aus der Natur und von den biologischen Makromolekülen (Proteine, DNA) bekannt sind, auf synthetische Polymere - d. h. Kunststoffe - zu übertragen. Insbesondere die Ausbildung von spezifischen Nanostrukturen und deren Einfluss auf die Eigenschaften der entstehenden Materialien stehen im Vordergrund. Dazu werden sogenannte "lebende" Synthesetechniken entwickelt, die es erlauben, nicht nur einfache lineare ("spaghettiförmige" ) Polymerketten zu erzeugen, sondern auch komplexe verzweigte (Sterne, Kämme, Dendrimere, Mikro- und Nanogele) und blockartige Moleküle (Mizellen, Nanostrukturen).

Die moderne Materialforschung für Anwendungen im High-Tech Bereich ist auf diese neuen Makromoleküle, die über "Macromolecular Engineering" hergestellt werden und somit spezifisch für die Anwendung angepasst werden können, angewiesen. Die schnelle Datenverarbeitung, der Trend zur Miniaturisierung im Elektronikbereich, die Sensorik und Aktorik, die Medizintechnik, aber auch die modernen Methoden der Katalyse und Analytik erfordern neue, optimierte und genau abgestimmte Materialien - häufig Kunststoffe. Synthesestrategien und Polymerstrukturen, wie sie auf der Dresdner Polymerdiskussion vorgestellt und diskutiert werden, liefern die Grundlage dafür.

Die Geschichte der Dresdner Polymerdiskussionen reicht bis in das Jahr 1986 zurück. Seither haben die Veranstaltungen dazu beigetragen, die Dresdener Aktivitäten auf dem Gebiet der Polymerforschung weltweit bekannt zu machen und die Dresdner Polymerforschung, die im Wesentlichen am IPF und an der TUD beheimatet ist, mit Forschergruppen in aller Welt zu verbinden.
Anerkennung für die Qualität der Dresdner Arbeiten spiegelt sich u. a. in dem bereits in der zweiten Bewilligungsperiode von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereich " Reaktive Polymere in nichthomogenen Systemen, in Schmelzen und an Grenzflächen" sowie in der positiven Evaluierung des Instituts für Polymerforschung Dresden e. V. durch den Wissenschaftsrat der Bundesrepublik Deutschland (Stellungnahme vom 19. Januar 2001).