Dr. Thomas Schmid will den Bereich Forschungsförderung intensivieren

16.05.2001 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Der Bereich der Forschungsförderung soll an der Universität Würzburg künftig noch intensiver gepflegt werden: Das ist eines der erklärten Ziele von Dr. Thomas Schmid, der seit 1. März die Abteilung VIII der Zentralverwaltung (Forschungsförderung, Technologie- und Wissenstransfer) leitet. Im Interview stellt sich Dr. Schmid vor.


Thomas Schmid Warum soll gerade die Forschungsförderung noch stärker betreut werden?

Schmid: "Damit wird insbesondere auch die Einwerbung von Drittmitteln gefördert, und die sind für die Forschung heute ja wichtiger denn je. Ich möchte hierfür unsere Wissenschaftler explizit auf ihre Interessen und Fachgebiete ausgerichtet über Forschungsförderangebote informieren. Ich denke, dass es an der Uni Würzburg vor allem im Bereich der EU-Programme noch mehr Beteiligungsmöglichkeiten gibt."

Sie wollen also den Bereich der Forschungsprogramme der Europäischen Union verstärkt beackern ...

Schmid: "Stimmt. Insbesondere bei den EU-Programmen ist eine verstärkte Information und Beratung der Antragsteller nötig. Hier muss man noch unerfahrene Wissenschaftler unterstützen, damit sie überhaupt einen Antrag stellen. Die Anforderungen sind recht komplex, und die Antragsteller müssen sich durch etliche Papiere durchbeißen: Arbeitsprogramme, Leitfäden, Antragsformulare und so weiter. Da ist es sehr hilfreich, dass ich im Vorfeld über die wichtigsten Dinge informieren und auf die spezifischen Möglichkeiten zur eigenen Weiterinformationen hinweisen kann. Gerade wegen der Komplexität und den sich immer wieder ändernden EU-Programmen müssen aber auch die in diesem Bereich erfahrenen Wissenschaftler auf dem Laufenden gehalten werden."

Wollen Sie sich auch noch auf anderen Gebieten um die unerfahrenen Forscher, also um den Nachwuchs, kümmern?

Schmid: "Zur Forschungsförderung gehört auch die Nachwuchsförderung. Hier will ich die Information und Beratung über Doktoranden- und Postdoc-Förderpro-gramme, über Stipendien oder Preise auf keinen Fall vernachlässigen."

Kanzler Bruno Forster hat Ihnen auch die Aufgaben des Beauftragten für den Wissens- und Technologietransfer der Universität Würzburg übertragen.

Schmid: "Im Bereich des Technologietransfers werde ich soweit wie möglich den bisherigen Weg weitergehen. Ich werde also nach Kooperationsmöglichkeiten insbesondere mit der regionalen Wirtschaft und der Industrie suchen und zu diesem Zweck das Leistungsspektrum der Universität in den Betrieben bekannt machen."

Wie sieht es aus, wenn Universitätsangehörige selbst eine Firma gründen wollen?

Schmid: "Es gehört auch zu meinen Aufgaben, Unternehmensgründungen aus der Universität heraus zu unterstützen. Damit wird Hochschulwissen in die Anwendung überführt und, wenn die Firma in der Nähe von Würzburg gegründet wird, wird dadurch auch die Region technologisch und wirtschaftlich gestärkt. Für die Information und Beratung bei beziehungsweise vor Ausgründungen ist speziell die Gründerberaterin der Abteilung VIII, Frau Falkenberg, seit April zusätzlich tätig. Darüber hinaus wirke ich auch in den einschlägigen regionalen Organisationen zur Wirtschafts- und Technologieförderung mit, wie zum Beispiel in der Chancen-Region Mainfranken, der auch die Universität angehört."

Was sind Ihre wichtigsten Ziele, die Sie an der Uni Würzburg realisieren möchten?

Schmid: "Forschungsförderung und Technologietransfer sind ja eigentlich zwei verschiedene Aufgabenbereiche. Gemeinsam ist ihnen aber aus meiner Sicht vor allem, dass es Bereiche sind, die durch Beratung, Information und - soweit möglich - auch Betreuung gefördert werden sollen. Meine Vorstellung ist, dass unsere Abteilung an der Universität als Service-Einrichtung wohlbekannt ist, deren Unterstützungsangebote gerne genutzt werden. Derzeit arbeite ich an einer kleinen Broschüre über die Leistungen unserer Abteilung, die an alle Lehrstühle geschickt werden soll, damit man sich auch dort immer wieder über unsere Aufgaben informieren kann."

Schildern Sie zum Schluss doch bitte noch kurz Ihren Werdegang!

Schmid: "Ich komme ursprünglich aus Stuttgart und habe 1992 in Heidelberg in Kunstgeschichte mit einer architekturhistorischen Untersuchung über das Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim promoviert. Von 1993 an war ich sechs Jahre lang Persönlicher Referent des Präsidenten der Universität Bayreuth und seit 1998 dann Referent für die Forschungsförderung und das universitäre Marketing."

Kontakt: Dr. Thomas Schmid, Ottostraße 16, 97070 Würzburg, T (0931) 31-2529, Fax (0931) 31-2605, E-Mail:
forschung@zv.uni-wuerzburg.de