Kampf um Anerkennung

06.06.2001 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Mit Prof. Dr. Axel Honneth hat das Philosophische Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität einen der bekanntesten und bedeutendsten deutschen Philosophen der Gegenwart zur diesjährigen "Münsteraner Vorlesung zur Philosophie" eingeladen. Am 11. Juni spricht Prof. Honneth, an der Universität Frankfurt/Main seit 1996 Nachfolger seines Lehrers Jürgen Habermas auf einem Lehrstuhl für Sozialphilosophie, ab 20.15 Uhr im Hörsaal Auditorium Maximum an der Johannisstraße 12-20 über das Thema "Unsichtbarkeit. Zur Epistemologie von Anerkennung". An den folgenden beiden Tagen stellt sich der Philosoph im Rahmen eines Forschungskolloquiums am Philosophischen Seminar der Diskussion.

Der Schwerpunkt von Axel Honneth besteht seit seiner Habilitation im Jahr 1990 über das Thema "Kampf um Anerkennung" in der Ausarbeitung einer normativ gehaltvollen Gesellschaftstheorie. In Anknüpfung insbesondere an die Philosophie Hegels, aber auch die Sozialphilosophie des amerikanischen Pragmatismus, versucht Honneth zu zeigen, dass dem Individuum eine ungestörte Selbstbeziehung und -entfaltung in modernen Gesellschaften nur möglich ist, wenn er in den drei grundlegenden Sphären von Liebe, Recht und sozialer Wertschätzung Anerkennung erfährt. Wird ihm diese Anerkennung vorenthalten, entstehen unterschiedliche Formen sozialer Störungen, deren Analyse ebenfalls Gegenstand von Honneths Forschungen ist.

Die Reihe "Münsteraner Vorlesung zur Philosophie", die in diesem Jahr von der Fritz-Thyssen-Stiftung unterstützt wird, wurde 1997 vom Philosophischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität gegründet. Bekannte Philosophinnen und Philosophen aus dem In- und Ausland, darunter Ernst Tugendhat, Nancy Cartwright und Martha C. Nussbaum, haben seitdem jeweils im Sommersemester öffentliche Abendvorträge in Münster gehalten und in einem anschließenden Kolloquium mit Studierenden und Lehrenden des Philosophischen Seminars ihre Arbeiten diskutiert.