Die Evaluation der außeruniversitären Forschung in Deutschland; Schlussfolgerungen der BLK

18.06.2001 - (idw) Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung

PM 07/2001

Die Evaluation der außeruniversitären Forschung in Deutschland; Schlussfolgerungen der Bund-Länder-Kommission

Die BLK ist heute nach einer ersten eingehenden Diskussion der Evaluationsergebnisse mit den Spitzen der deutschen Wissenschafts- und Forschungsorganisationen zu folgenden vorläufigen Schlussfolgerungen gelangt:

1. Das deutsche Wissenschaftssystem hat sich bewährt. Es hat zu Recht international einen hervorragenden Ruf. Dennoch sind die Qualität der Forschung weiter zu steigern und die Finanzmittel effizienter einzusetzen. Dazu sind Anwendungsorientierung und Praxisbezug in Forschung und Lehre zu stärken und die Internationalisierung unseres Wissenschaftssystems sowie die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zu intensivieren.

2. Die Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen sollen sich auf leistungsstarke Bereiche konzentrieren. Das bedeutet gezielter Ausbau aber auch die Schließung von Ein-richtungen oder Einrichtungsteilen. Eine Effizienzsteigerung versprechen sich Bund und Länder von der Flexibilisierung des Haushalts- und Personalrechtes für die Forschungseinrichtungen.

3. Vernetzung und Internationalisierung des deutschen Wissenschaftssystems müssen vorangetrieben werden. Mit Werbeaktionen für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland im Ausland sowie zur Verstärkung der Betreuung und Verbesserung der Rahmenbedingungen für ausländische Studenten und Nachwuchswissenschaftler wurde bereits begonnen.

4. Wettbewerb und Kooperation innerhalb des deutschen Wissenschaftssystems müssen gestärkt werden. Neue Kooperationsformen, die noch intensiver genutzt werden müssen, sind nötig. Bund und Länder werden - gegebenenfalls auch länderübergreifend - für befristete, thematisch fokussierte "Konsortien" unterschiedlicher Institutionen des Wissenschaftssystems Modellregelungen entwickeln, wie sie schon bei gemeinsamen Berufungen bestehen.

5. Das deutsche Wissenschaftssystem muss flexibler werden. Dazu gehören Erleichterungen zur Förderung der Forschung im Haushaltsvollzug, Änderungen des Tarifrechts - keine Abschottung mehr vom privaten Arbeitsmarkt -, sowie finanzielle Planungssicherheit. Deshalb haben Bund und Länder beschlossen, alle DFG-Programme ab 2002 in einer einheitlichen Zuwendung zu finanzieren.

Mit den Helmholtz-Zentren wird über die Rahmenbedingungen einer programmorientierten Förderung einschließlich der schrittweisen Lockerung der Stellenplanbindung und der Überjährigkeit der Mittelverfügbarkeit verhandelt. Weil Planungssicherheit für die Forschungseinrichtungen eine von der Gewährung überproportionaler Steigerungsraten unabhängige wichtige Bedeutung hat, werden Bund und Länder den gemeinschaftlich finanzierten Einrichtungen diese Sicherheit im Rahmen einer mehrjährigen Finanzplanung gewähren.

Die Ergebnisse dieses BLK-Gesprächs finden sich in dem Gesamtbericht über die Evaluierung der deutschen außeruniversitären Forschung, den die BLK den Regierungschefs des Bundes und der Länder im Herbst dieses Jahres.