Festsymposium zur Gründung des "Instituts für Geowissenschaften" an der Universität Tübingen

14.10.2002 - (idw) Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Festsymposium zur Gründung des "Instituts für Geowissenschaften" an der Universität Tübingen

Geowissenschaftliche Disziplinen zukünftig im größten Institut Baden-Württembergs vereinigt

Die Geowissenschaftliche Fakultät begeht die Gründung des "Instituts für Geowissenschaften" mit einem Festsymposium, das am Freitag, dem 18. Oktober, ab 14 Uhr im Hörsaal des Lothar-Meyer-Baus, Wilhelmstr. 56 stattfinden wird. Die Fakultät begeht damit zugleich das 100jährige Bestehen des Institutsgebäudes in der Sigwartstraße. Mehrere Vorträge von international renommierten Wissenschaftlern geben einen Querschnitt durch moderne geowissenschaftliche Forschung von der Entstehung der Erde über vulkanische Supereruptionen bis hin zum Einfluss des Klimas auf den Niedergang der Maya-Kultur. Hierzu sind die Vertreter der Medien und die Öffentlichkeit herzlich eingeladen.

Die Tübinger Geowissenschaften können auf eine lange Geschichte mit herausragenden Forscherpersönlichkeiten wie Friedrich August von Quenstedt, Otto Schindewolf, Paul Niggli und Wolf von Engelhardt zurückblicken. Während Quenstedt im Jahre 1837 noch zum Professor für Mineralogie und Geognosie (heute: Geologie) ernannt wurde, machte das Fortschreiten geowissenschaftlicher Forschung bald eine zunehmende Spezialisierung und die Einrichtung von immer mehr einzelnen Professuren notwendig. Diese Entwicklung führte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Aufbau zweier getrennter Institute für Geologie und Paläontologie sowie für Mineralogie, Petrologie und Geochemie.

Die modernen Geowissenschaften erlauben es mittlerweile, weitreichende Zusammenhänge im Gesamtsystem unseres Planeten zu verstehen, wie etwa die Steuerung des Klimas durch Prozesse im Erdinnern, durch kosmische Einflüsse und durch die Biosphäre. Auch Fragen wie die Entstehung des Lebens auf der Erde sind mittlerweile durchaus in die Reichweite moderner Forschung gerückt. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine enge Zusammenarbeit bisher getrennter Teildisziplinen. Die Tübinger Geowissenschaften haben dafür die administrativen Voraussetzungen geschaffen durch die Fusiorung der bisher getrennten Institute für Mineralogie und Geologie/Paläontologie zu einem gemeinsamen "Institut für Geowissenschaften". Das neugegründete Institut ist mit 16 Professuren und über 200 Mitarbeitern das größte geowissenschaftliche Institut an einer Universität in Baden-Württemberg und eines der größten einschlägigen Institute in Mitteleuropa. Eine moderne Verwaltungsstruktur erlaubt eine hohe Flexibilität in Forschung und Lehre, wie sie beispielsweise auch im neueingerichteten Studiengang "Geowissenschaften" zum Ausdruck kommt, welcher die bisher getrennten Studiengänge Geologie und Mineralogie ersetzt.

Das Institut für Geowissenschaften im Internet: http://www.uni-tuebingen.de/geo/ifg/index.html

Nähere Informationen:

Prof. Dr. Hans Keppler
Institut für Geowissenschaften
Wilhelmstr. 56
72074 Tübingen
Tel.: (07071) 29-7 26 48
Fax: (07071) 29-30 60
E-mail: hans.keppler@uni-tuebingen.de

Das Programm des Symposiums:

14.00 Uhr
Prof. Eberhard Schaich, Rektor der Universität
Prof. Muharrem Satir, Dekan der Geowissenschaftlichen Fakultät
Grußworte


14.20 Uhr:
Prof. Hans Keppler, Universität Tübingen
Einführung


14.30 Uhr:
Prof. Helmut Hölder, Stuttgart
Aus der Geschichte des Instituts


14.50 Uhr:
Prof. Peter Grathwohl,
Prof. Georg Teutsch, Universität Tübingen
Entwicklung und Perspektiven der Angewandten Geologie


15.15 Uhr:
Dr. Carsten Muenker, Universität Münster
Die Frühgeschichte der Erde


15.50 Uhr:
Prof. Stephen Self, Open University
Super-eruptions: volcanic acticity with a global impact


16.25 Uhr:
Pause


17.00 Uhr:
Prof. Gerald Haug, ETH Zürich
El Nino: Klima und das Ende des Maya-Reiches


17.30 Uhr:
Prof. Derek E. G. Briggs (University of Bristol)
Taphonomy meets geochemistry - new insights from exceptionally preserved fossils


18.10 Uhr:
Prof. André F. Lotter, Universiteit Utrecht
Late Quaternary climatic change: the potential of multi-proxy studies