17. Internationaler Sommerkurs

06.08.2001 - (idw) Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Internationale Sommerakademie an der Universität Tübingen

200 junge Akademiker/innen aus 40 Ländern im August zu Gast in Tübingen

Vom 6. August bis 1. September 2001 veranstaltet die Universität Tübingen zum 17. Mal und unter der Schirmherrschaft des Rektors Prof. Dr. Eberhard Schaich ihr internationales Sommerprogramm. Im "Internationalen Sommerkurs" und in der "Internationalen Sommerakademie" werden ca. 200 Studierende, Graduierte und junge Akademiker/innen aus 40 Ländern erwartet. Wie in den vergangenen Jahren wird der Tübinger Sommermonat den Gästen vieles bieten: Intensive Spracharbeit, Themen-Seminare und Vorträge, Literatur und aktuelle Landeskunde, Ausflüge und Exkursionen, -lebendige Gespräche auf Deutsch und im internationalen Rahmen.

Die größte Gruppe mit 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmern kommt aus Japan; dann folgen die USA, Italien, Spanien, Frankreich, Ungarn, Großbritannien, Russland und Polen, aber es sind auch Gäste aus Israel, Tadschikistan, Libyen und der Elfenbeinküste dabei.

Knapp die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird ein Stipendium oder Teilstipendium erhalten: Die Universität selbst gewährt einigen Gästen aus ihren ost- und mittel-osteuropäischen Partnerhochschulen eine finanzielle Unterstützung (Staatl. Lomonosow- Universität Moskau, Warschau, Cluj, Ljubljana); 22 Stipendien hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) für die Tübinger Sommerkurse gewährt, deutlich weniger als bisher, was auf die gewachsene Konkurrenz der deutschsprachigen Universitäten als Anbieter von internationalen Sprachprogrammen hinweist. Die Stadt Tübingen hat auch in diesem Jahr wieder zwei Gäste aus der karelischen Partnerstadt Petrosawodsk eingeladen. Auch andere Städte in der Region haben das Angebot der Universität angenommen, an ihre internationalen Partnerstädte Stipendien für die Sommerkurse in Tübingen vergeben zu können, nämlich Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, Metzingen, Reutlingen, Sindelfingen und Bad Urach. Die Sommerkurse sind also auch regional mehr als nur eine Tübinger Universitätsveranstaltung.

Einzelne ausländische Hochschulen haben mit der Universität die Teilnahme ganzer Gruppen oder Grüppchen vereinbart, so die Tokyoter Hochschulen Chuo und Rikkyo, die Doshisha Universität in Kyoto, die Kansai Gaidai Universität in Osaka und die Mahidol Universität in Bangkok.

-Die knappe Mehrzahl der Teilnehmer/innen jedoch finanziert die Aufwendungen für Kurs und Aufenthalt in Tübingen aus eigener Tasche. Nach vier Jahren mit konstantem Preis mussten diesmal die Kursgebühren auf DM 1.085.- für das akademische und kulturelle Programm leicht angehoben werden. Untergebracht werden die ausländischen Gäste in den im Sommer freien Einzelzimmern in Tübinger Studentenwohnheimen. Mit den Teil-nehmerbeiträgen allein können allerdings die hohen Programmkosten auch dieses Jahr nicht völlig ausgeglichen werden. Der Internationale Sommerkurs und die Internationale Sommerakademie sind deshalb auf Förderungen und Vergünstigungen angewiesen: bei Öffentlichen Stellen, bei den im Programm einbezogenen Städten, bei einigen Banken, Firmen und Geschäften sowie bei privaten Freunden und Förderern wurde deshalb um materielles und persönliches Engagement geworben. So hat beispielsweise die Kreissparkasse Tübingen das diesjährige Programm mit einer namhaften Spende unterstützt.

Die acht Klassen im Internationalen Sommerkurs sind nach dem Sprachniveau gestuft, es gibt also Klassen für Anfänger mit Grundkenntnissen bis zu Klassen der oberen Mittelstufe. Die vier Oberstufenklassen der Internationalen Sommerakademie (statt sechs im Vorjahr) für Teilnehmer/innen mit guten bis sehr guten Deutschkenntnissen sind zusätzlich nach thematischen Schwerpunkten ausgerichtet: Begegnung mit der Alltagssprache und dem aktuellen Sprachwandel, interkulturelle und aktuelle deutsche Landeskunde, Wirtschaftspolitik und Wirtschaftskommunikation. Zusätzlich finden viele Nachmittagsseminare statt zu sprachlichen, literarischen, kulturellen, philosophischen und politischen Themen.

Es ist ja jedes Jahr das gleiche Dilemma: Internationale Sommerkurse finden genau zu dem Zeitpunkt statt, wo sich hier im Inland das tiefste "Sommerloch" breit macht. Diese Lücke aktiv und attraktiv auszufüllen ist die besondere Herausforderung für die Kursplaner und das über 30köpfige Team aus Lehrer/innen, Tutoren/innen, vier Praktikantinnen und zwei Organisationsmitarbeitern. So fahren die einen zum Heimspiel des VfB Stuttgart gegen Werder Bremen (netterweise auf Einladung des VfB), die anderen sehen sich Peer Gynt auf der Neckarinsel an oder fahren zu Paul Klee nach Balingen. -Begegnungen mit der größeren Baden-Württembergischen Region schaffen eine Reihe kleinerer Exkursionen, gleich neun an einem Tag, nach Herrenberg, Böblingen und Sindelfingen, nach Ulm und Urach, nach Ludwigsburg und Marbach, nach Reutlingen, Esslingen und Göppingen/ Hohenstaufen.

Das besondere Erlebnis sind wie immer die großen zweitägigen Studienreisen: der "Sommerkurs" fährt in die Region Südschwarzwald, Freiburg, Kaiserstuhl, die "Sommerakademie" und eine sprachlich fortgeschrittene Sommerkursklasse reisen, nach einem gemeinsamen Frühstück in einer der Metzinger Keltern, nach Ulm bzw. Augsburg, durch das barocke bayerische Schwaben (Ottobeuren bzw. Wieskirche) nach Füssen. Schloß Neuschwanstein ist dabei der landschaftliche und emotionale, der Iseler bei Oberjoch der topographische Höhepunkt. Der Bodensee in Lindau und eine Schiffspassage mit Abendessen nach Friedrichshafen bilden den Abschluss, wobei zu hoffen ist, dass das Wetter alle Erlebnisse sommerlich unterstützen wird.

Das ruhige Tübingen wird im August durch die internationalen Gäste eine spürbare Belebung erfahren: Man wird allenthalben internationale Gruppen und Grüppchen bei historischen und literarischen Stadtrundgängen unterwegs sehen; es gibt Filmabende, gemeinsames Chorsingen (deutsch-europäisch-international), Stocherkahnfahrten, ein Sportprogramm, eine schwäbisch-internationale Küchen-Kooperation ... und als Höhepunkt ein großes Sommerfest beim Tübinger Schloß. Dabei werden auch viele Texte aus einem gemeinsamen "Schreibprojekt" entstehen, die von einem lebendigen akademischen Sommer in Tübingen aus sehr verschiedenen internationalen Blickwinkeln berichten; wenn's gelingt, wird am Kursende im Schwäbischen Tagblatt und möglicherweise in einer Internet-Zeitung davon zu lesen sein, Andenken-Geschichten an den Tübinger Sommer 2001 und Werbung für das kommende Jahr.

Nicht nur besser Deutsch verstehen, sprechen und schreiben zu können, auch das gegenwärtige Deutschland differenzierter zu sehen und Kontakte zwischen den Menschen zu schaffen sind leitende Anliegen der Tübinger Kurse. Über den Anspruch einer akademischen Sommer-Sprachschule hinaus sind die Tübinger Kurse ein Ort, wo sich junge und junggebliebene Menschen aus vielen Ländern untereinander und mit Deutschen treffen und auch die gegenwärtigen Krisen und Perspektiven in Europa und der Welt offen miteinander diskutieren können.

Kursleitung: Thomas Neumann, Dr. Wolfgang Rug, Donato Tangredi
-UNIVERSITÄT TÜBINGEN - Abteilung Internationale Sprachprogramme - Wilhelmstraße 9, D-72074 Tübingen
Tel.: (0)7071-2975408, 2974392 oder 2974401- Fax.: (0)7071-23251