INP-Wissenschaftler in Japan ausgezeichnet

06.08.2001 - (idw) Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V.

Nagoya/Greifswald. Dr. Florian Sigeneger vom Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik (INP) wurde auf der "25th International Conferenz on Phenomena in Ionized Gases" in Nagoya/Japan für den besten Posterbeitrag auf dem Gebiet "Theoretische Plasmaphysik" ausgezeichnet.

Auf der Konferenz, die Ende Juli stattfand und von etwa 700 Wissenschaftlern besucht wurde, stellte Dr. Sigeneger (38) ein Lösungsverfahren zur Berechnung der nichtlokalen kinetischen Eigenschaften des Elektronengases im Niedertemperaturplasma von zylindrischen Hohlkathoden vor.
Erstmals konnte für zylindrische Entladungsgeometrien mittels eines Multi-Termverfahrens in krummlinigen Koordinaten eine hinreichend präzise kinetische Analyse der aktiven Einflussnahme der Elektronenkomponente auf das Hohlkathodenplasma erreicht werden. Ferner ermöglichten die theoretisch gewonnenen Ergebnisse eine weitgehende Bestätigung von experimentell an diesem Entladungsplasma ermittelten Kenngrößen. Durch diese theoretischen Arbeiten wurde der Weg zu einer umfassenden, mikrophysikalisch fundierten Behandlung von Hohlkathodenplasmen eröffnet; einem Niedertemperaturplasma, welches auf Grund seiner besonderen energetischen Effizienz breiten plasmatechnologischen Einsatz findet.

Das INP ist in Deutschland das einzige Forschungsinstitut, das sich ausschließlich mit Niedertemperatur-Plasmen beschäftigt. Die enge Verknüpfung von Grundlagen- und Anwendungsforschung im INP fördert Synergieeffekte. Die Kompetenz des INP ist insbesondere gefragt, wenn es um die Entwicklung zukunftsfähiger und umweltverträglicher Technologien geht, denn Niedertemperatur-Plasmen spielen in diesem Bereich eine Schlüsselrolle.
Das INP ist eine von 78 außeruniversitären Forschungseinrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz. Die Institute arbeiten nachfrageorientiert und interdisziplinär. Sie sind von überregionaler Bedeutung, betreiben Vorhaben im gesamtstaatlichen Interesse und werden deshalb von Bund und Ländern gemeinsam gefördert.