Fachsymposium "100 Jahre Werner Heisenberg"

12.09.2001 - (idw) Alexander von Humboldt-Stiftung

Hochkarätige Physiker (darunter 3 Nobelpreisträger), Wissenschaftshistoriker und renommierte Künstler aus 27 Ländern kommen zusammen auf dem internationalen Fachsymposium der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Tagung findet vom 26. bis 30. September in der Universitätsstadt Bamberg statt.

Neueste Forschungsergebnisse und kritischer Blick zurück

Auch 25 Jahre nach seinem Tod zählt der theoretische Physiker Heisenberg zu den herausragenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. 1933 erhielt Heisenberg den Nobelpreis für die Weiterentwicklung der Quantenmechanik. Sieben Jahre später fungierte er als ein wissenschaftlicher Leiter in der Atomforschung des "Dritten Reiches". Nach dem Krieg trug der Quantenphysiker maßgeblich zum Wiederaufbau und zur Internationalisierung der deutschen Wissenschaft bei. 1957 protestierte er gemeinsam mit 17 Physikern mit dem "Göttinger Manifest" gegen die Pläne zu einer atomaren Bewaffnung der Bundeswehr. Nicht zuletzt prägte er von 1953 bis 1975 die wieder errichtete Humboldt-Stiftung als deren erster Präsident.

Das 18. Symposium der Alexander von Humboldt-Stiftung vereint Vorträge über die neuesten Erkenntnisse der Quantenphysik mit einem kritischen Blick auf die historische Person Werner Heisenberg. Unter anderem dabei sind die Humboldtianer und Physik-Nobelpreisträger Martinus Veltman (1999) und Willis Lamb (1955), außerdem der Heisenberg-Biograph David Cassidy sowie der Wissenschaftshistoriker und NS-Experte Mark Walker.

Kultureller Höhepunkt ist die szenische Lesung des Theaterstückes "Copenhagen", das in Anwesenheit des Autors Michael Frayn exklusiv aufgeführt wird. Sein mehrfach prämiertes Werk beschreibt den versuchten wissenschaftsethischen Dialog zwischen Heisenberg und seinem ehemaligen Mentor Nils Bohr im besetzten Dänemark von 1941. Im vergangenen Frühjahr hatte "Copenhagen" in Berlin Premiere, zu Heisenbergs 100. Geburtstag am 5. Dezember wird es im Deutschen Museum in München gezeigt werden. In den USA war die Broadway-Inszenierung Anlass für ein Symposium der New York City University. In London gehörte "Copenhagen" zu den erfolgreichsten Aufführungen der vergangenen zehn Jahre.

Exklusiv ermöglicht das Fachsymposium auch die Vorab-Besichtigung der Wanderausstellung "Werner Heisenberg: Forscher, Lehrer und Organisator der Wissenschaft", die ab dem 5. Dezember öffentlich zugänglich sein wird. Eröffnet wird die Ausstellung von dem Heisenberg-Schüler Helmut Rechenberg, der auch das Werner-Heisenberg-Archiv des Münchener Max-Planck-Institutes für Physik betreut. Rechenberg ist auch bekannt als Mit-Herausgeber der gesammelten Werke: "The Historical Development of Quantum Theory". Der Abschlussband dieser großangelegten Dokumentation ist in diesem Frühjahr im Springer Verlag erschienen.

Auftakt für das Fachsymposium ist der öffentliche Vortrag "Heisenbergs Unbestimmtheit, Schrödingers Verschränkung und anderes aus der Quantenwelt" von Anton Zeilinger, Professor für Experimentelle Physik, Wien und Träger des "Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste".

Der Einladung der Humboldt-Stiftung werden über 100 führende ausländische und deutsche Wissenschaftler folgen. Die Veranstaltung ist Teil des langfristigen Nachkontaktprogrammes der Stiftung für ihre bisher geförderten Forschungspreisträger und Forschungsstipendiaten. Die Konferenzsprache ist englisch.

Anmeldung zum Symposium und der Pressekonferenz am 26. September, 16:00 bei:
Florian Klebs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Alexander von Humboldt-Stiftung
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