Vom Fressen und Gefressenwerden - Nahrungsnetze in Ökosystemen

05.04.2002 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Eine internationale Tagung zum Thema "Multitrophische Interaktionen zwischen Pflanzen, Mikroorganismen und Insekten" veranstaltet die Agrarwissenschaftliche Fakultät der Universität Göttingen am 11. und 12 . April 2002. Die Veranstaltung, zu der rund 80 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden erwartet werden, umfasst 19 Vorträge und sieben Poster-Präsentationen, die sich mit den wechselseitigen Verflechtungen von Pflanzen, Pflanzenfressern und deren Räubern in Land-Ökosystemen befassen.

Pressemitteilung
Göttingen, 5. April 2002 / Nr. 117/2002

Vom Fressen und Gefressenwerden - Nahrungsnetze in Ökosystemen
Internationale agrarökologische Tagung an der Georg-August-Universität Göttingen

(pug) Eine internationale Tagung zum Thema "Multitrophische Interaktionen zwischen Pflanzen, Mikroorganismen und Insekten" veranstaltet die Agrarwissenschaftliche Fakultät der Universität Göttingen am 11. und 12 . April 2002. Die Veranstaltung, zu der rund 80 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden erwartet werden, umfasst 19 Vorträge und sieben Poster-Präsentationen, die sich mit den wechselseitigen Verflechtungen von Pflanzen, Pflanzenfressern und deren Räubern in Land-Ökosystemen befassen. "Die komplexen Beziehungen dieser Nahrungsnetze wurden in den vergangenen Jahren verstärkt erforscht. Die Tagung bietet einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung", so der Göttinger Wissenschaftler Prof. Dr. Teja Tscharntke vom Fachgebiet Agrarökologie, der die Veranstaltung zusammen mit Prof. Dr. Stefan Vidal vom Institut für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz organisiert hat.

Thematisch reichen die Vorträge von der natürlichen Schädlingskontrolle bei Blattläusen über Mechanismen zur Aufrechterhaltung der Artenvielfalt bei Insekten bis zu dem Phänomen, dass sich räuberische Insekten gegenseitig auffressen, anstatt die bereits anvisierte Beute. Auch die in den vergangenen Jahren in der chemischen Ökologie erzielten Fortschritte werden vorgestellt. Wie Prof. Tscharntke erläutert, locken manche Pflanzen die Feinde ihrer Pflanzenfresser mit Duftstoffen an. Nach Angaben des Göttinger Wissenschaftlers kommunizieren einige Pflanzen sogar miteinander und bewirken bei ihren Nachbarn eine Resistenz, damit diese gegen die Attacke von Feinden gewappnet sind. "Wir denken, dass die Ökologie auf einem ausgesprochen aufregenden Weg ist, die Mechanismen dieser Interaktionen aufzuklären und erhoffen uns von der Tagung einen Anstoß, sich diesem Thema weiter zu widmen." In den drei Hauptvorträgen stellt Prof. Dr. Florian Jeltsch von der Universität Potsdam die Vielfalt und Dynamik der Savannenvegetation vor, Prof. Dr. Jörg Ganzhorn (Universität Hamburg) beschäftigt sich mit Primaten-Lebensgemeinschaften, und Dr. Harald Auge (Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle) spricht über die Problematik eingeführter Pflanzenarten, deren natürliche Feinde im Ursprungsland zurückbleiben.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Teja Tscharntke
Georg-August-Universität Göttingen
Fachgebiet Agrarökologie
Waldweg 26, 37073 Göttingen
Tel. (0551) 39-9209, Fax (0551) 39-8806
e-mail: ttschar@gwdg.de