Technische Bildung für Gebäudeautomation nun auch in China

23.08.2004 - (idw) Universität Rostock

Die Universitäten in Tianjin und Rostock kooperieren im "uni-komnet"-Projekt

Es hat sich herumgesprochen: Gebäude werden immer intelligenter. Neue computergestützte Gebäudetechnik wird eingebaut. Mit der Gebäudeautomation ist ein neuer Markt mit neuen Arbeitsplätzen entstanden. Darauf müssen alle Gebäudefachkräfte vorbereitet werden. Damit die Chancen genutzt werden können, die sich mit der Gebäudeautomation ergeben, müssen neue Bildungskonzepte entwickelt werden. Wie Architekten, Hausmeister, Gesellen, Auszubildende und alle anderen Gebäudehandwerker müssen auch Ingenieure lernen, mit der Gebäudeautomation umzugehen. Dieser Herausforderung haben sich in den vergangenen Jahren die
Rostocker Wissenschaftler um Prof. Friedhelm Eicker gestellt. Nach mehreren Projekten zur Gebäudeautomation in Bremen und in verschiedenen europäischen Ländern beginnt nun das Projekt "uni-komnet" mit der Universität Tianjin in der 10-Millionen-Metropole in Nordost-China. Die Chinesen planen, die Arbeit und Zusammenarbeit der Gebäudefachkräfte in den Unternehmen, Großhandlungen, Handwerksbetrieben, Beruflichen Schulen und nicht zuletzt in der Universität, die in Tianjin und Umgebung mit der Gebäudeautomation befasst sind, zu modernisieren. Die Projektbezeichnung "uni-komnet" steht dafür, dass von der Universität Tianjin ausgehend ein Kompetenznetz gesponnen werden soll, in dem alle örtlichen Gestaltungspotenziale genutzt werden. Dieses muss sich zunächst in der Organisation des Lehr- und Forschungsbetriebes, in den Lehrplänen und in den Verhaltensweisen der Professoren und der Mitarbeiter der Universität Tianjin niederschlagen. Mehr als bisher müssen die Belange der nicht-universitären Partner in den Blick genommen werden. Modisch gesprochen muss sich die Universität Tianjin mehr als bisher kunden- und nachfrageorientiert verhalten. Das "uni-komnet"-Projekt soll eine Antwort auf die Frage geben, wie dieses möglich wird, insbesondere mit der Gestaltung neuer "offener" Lehrpläne und Lehrveranstaltungen für die Gebäudeautomation. Die Erfahrungen in der Technischen Bildung der Universität Rostock sollen dabei genutzt werden.
Der Erfahrungsaustausch von Rostock nach Tianjin wird aber keine Einbahnstraße sein. Die Chinesen haben in den letzten Jahren bereits beachtliche Anstrengungen in der Technischen Bildung zur Gebäudeautomation unternommen und Erfolge erzielt. Beispielsweise wurde in der örtlichen Berufsschule ein Labor für Gebäudeautomation eingerichtet und es werden Lehrveranstaltungen für alle Bauhandwerker angeboten. Eine Partneruniversität hat Lehr- und Lernmittel für die Gebäudeautomation entwickelt. Die Universität Tianjin hat ein Forschungs- und Entwicklungslabor aufgebaut und betrieben, in dem Diplomarbeiten und Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchgeführt werden. Hierzu Prof. Eicker: "Aus Rostocker Sicht kann man beinahe neidisch werden. Die Vernetzung der regionalen Aktivitäten in der Gebäudeautomation ist bereits weit vorangeschritten. Zu hoffen ist, dass die Erfahrungen in Tianjin sich auch in der Ingenieurausbildung der Universität Rostock und bei deren Partnern positiv niederschlagen". Erkannt wurde die Bedeutung des "uni-komnet"-Projektes bereits von der Fontys Universität in Eindhoven, die für die Ausbildung der Berufsschullehrer in den gesamten Niederlanden zuständig ist. Deshalb wird das "uni-komnet"-Projekt, dass in den nächsten drei Jahren mit 300.000 Euro von der Europäischen Union im "Asia-Link-Programm" unterstützt wird, unter der Federführung der Technischen Bildung der Universität Rostock zusammen mit der Universität Tianjin und der Fontys Universität in Eindhoven durchgeführt.


Prof. Dr. Friedhelm Eicker
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