Studienmodule für USA-Austausch erfolgreich vermarktet

28.09.2004 - (idw) Fachhochschule Ulm

Seit 1994 fördert die Fachhochschule Ulm (FHU) im Rahmen eines landesweiten Programmes den Austausch von Studierenden und Professoren mit der US-amerikanischen Kettering University in Flint (Michigan). In diesen zehn Jahren ist das Kettering Austausch Programm zu einem festen Bestandteil der Auslandsbeziehungen der FHU geworden. Dank einer besonderen Kooperationsstrategie kommen die Studierenden der FHU in den Genuss, ohne Studiengebühren an einer amerikanischen Hochschule ein Auslandssemester verbringen zu können.

Fast hundert Studierende sind mittlerweile von Ulm an die technische Hochschule im mittleren Norden der USA gegangen, um Auslandserfahrung zu sammeln. Die Kettering University ist in den 90er Jahren aus dem General Motors Institute Engineering & Manufacturing hervorgegangen. Sie gilt in den USA als die Ingenieur-Schmiede für den Maschinen- und Automobilbau und besitzt ein Lehrangebot, das weitgehend mit dem der FHU deckungsgleich ist.

Damit ein kostenneutraler Austausch auf Dauer sichergestellt werden konnte, hat man sich an der FHU etwas Besonderes einfallen lassen. Vor fünf Jahren startete die Hochschule das sogenannte International Engineering Program (IEP), das den US-Studierenden termgerechte Studienmodule in Maschinenbau, Informatik und Elektrotechnik in englischer Sprache anbietet. Diese Module sind in Absprache mit der Mutterhochschule inhaltlich so strukturiert, dass sie problemlos als Studienleistung durch die Kettering University anerkannt werden. Für den mit der Lehre verbundenen Aufwand erhält die FHU keine finanzielle Entschädigung, sondern hat im Gegenzug vereinbart, dass FHU-Studierende kostenlos an der Kettering University studieren können. Heute bietet jede der beiden Partnerhochschulen im Rahmen des International Engineering Programms pro Jahr 45 Plätze an. Aus Flint haben auf diese Weise bisher 120 US-Studenten den Weg nach Ulm gefunden, wobei das IEP Maschinenbau besonders begehrt ist. Wie Professor Dr. James E.A. John, Präsident der Kettering University, vor der Presse erklärte, ist es vor allem die qualitativ hochwertige Ausstattung der technischen Labore, welche die US-Studenten begeistert.

FHU-Rektor Professor Dr. Achim Bubenzer, der zum 10-jährigen Jubiläum des Austauschprogramms der baden-württembergischen Fachhochschulen mit der Kettering University seinen amerikanischen Kollegen Professor Dr. James E.A. John in Begleitung einer Hochschuldelegation empfing, hob in seiner Begrüßung den besonderen Mehrwert dieser Beziehung hervor. Mit dem IEP habe man erfolgreich Barrieren auf beiden Seiten überwunden: Für die amerikanischen Studierenden, die in ihrer Muttersprache unterrichtet werden, gäbe es keine Sprachbarriere mehr, während die deutschen Studierenden sich einen normalerweise teuren amerikanischen Campus leisten könnten. Das IEP ist für die FHU inzwischen so erfolgreich, dass es auch mit anderen Partnern in Übersee praktiziert wird.

Wie Professor Gerhard Walliser in seiner Funktion als Programmkoordinator der Landesregierung betonte, ist das Kettering Austausch-Programm dasjenige, mit dem landesweit die meisten Studierenden aus den USA nach Baden-Württemberg geholt werden. Mehr als 1000 Studierende konnten die beteiligten Hochschulen - neben der FHU auch die FH Esslingen, Reutlingen und Konstanz - bisher mit der deutschen Hochschul- und Landeskultur vertraut machen.