Aktivierung von Verantwortung - Vom Sozialstaat zur Wohlfahrtsgesellschaft

07.10.2004 - (idw) Kulturwissenschaftliches Institut

Der öffentliche Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Maaser (Evangelische Fachhochschule Bochum) am 11. Oktober, 18.15 Uhr im Kulturwissenschaftlichen Institut, Essen zeigt die Chancen und Probleme der wohlfahrtsgesellschaftlichen Verantwortungspraxis auf.

Seit geraumer Zeit werden Verantwortungsaufgaben verstärkt vom Staat auf Wohlfahrtsorganisationen übertragen. Die gesellschaftliche Aktivierung von Verantwortung geht mit neuen Ansprüchen an kommunale Verbände und karitative Einrichtungen einher. Vor diesem Hintergrund diskutiert Wolfgang Maaser die Chancen und Probleme der wohlfahrtsgesellschaftlichen Verantwortungspraxis.

Wolfgang Maaser ist Professor für Theologie und Sozialethik am Fachbereich Sozialpädagogik der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Politische Ethik: Gerechtigkeitstheorie, die Frage nach Sozialstaatlichkeit, die Organisationsentwicklung gemeinnütziger Organisationen und Ethik stehen dabei heute im Vordergrund.


Prof. Dr. Wolfgang Maaser ist Gast der neuen Forschungsgruppe "Kulturen der Verantwortung. Zu den kulturellen Prämissen komplexer Verantwortungsgesellschaften" des Kulturwissenschaftlichen Instituts, Essen. Unter der wissenschaftlichen Leitung von PD Dr. Ludger Heidbrink und PD Dr. Alfred Hirsch untersucht diese Forschungsgruppe die Verantwortungskultur in der Zivilgesellschaft, die sich durch Forderungen nach eigenverantwortlicher Lebensführung und gemeinwohlorientiertem Handeln auszeichnet. In diesen Zusammenhang gehört auch die Politik der Verantwortung, die durch veränderte Staatsaufgaben und den Wandel der demokratischen Institutionen gekennzeichnet ist. Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt bildet das Verantwortungshandeln in der Marktwirtschaft. Dabei geht es nicht nur um den verantwortungsbewussten Umgang der Unternehmen mit der Mit-, Um- und Nachwelt, sondern auch um den Verbraucher, dessen Rolle bei der Gestaltung einer nachhaltigen Marktwirtschaft vielfach vernachlässigt wird. Schließlich befasst sich die Forschungsgruppe mit der Globalisierung des Verantwortungsprinzips, die durch die Suche nach transnationalen Formen der Konfliktlösung und die Herausbildung einer menschenrechtlichen Entwicklungs- und Friedenspolitik gekennzeichnet ist.

Die Veranstaltung am 11. Oktober ist öffentlich. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.kwi-nrw.de oder unter der Telefonnummer 0201/7204-160.