Das frühe Fortepiano in der Toscana und in Franken

19.10.2004 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden Cembalo und Clavichord zunehmend vom Fortepiano (Hammerklavier) zurückgedrängt. Entstehungs- und Frühgeschichte dieses Instruments bilden nun den Mittelpunkt einer internationalen Tagung an der Uni Würzburg. Bei zwei öffentlichen Konzerten werden außerdem Nachbauten früher Fortepianos zu hören sein.

Erfinder der Klaviermechanik und damit auch des Fortepiano war der Italiener Bartolomeo Cristofori (1655-1731). Neueste Forschungsergebnisse über seine Instrumente setzen einen Themenschwerpunkt bei der Tagung, die vom 28. bis 31. Oktober im Hörsaal III und im Toscanasaal im Südflügel der Residenz stattfindet. Veranstalter ist das Institut für Musikwissenschaft der Uni.

Die Teilnehmer werden auch darüber diskutieren, welchen Beitrag fränkische und mitteldeutsche Instrumentenbauer zur Verbreitung und Fortentwicklung des Fortepiano nördlich der Alpen geleistet haben. Bislang wenig erforscht ist zudem, welche Auswirkungen die dynastischen Verbindungen - zum Beispiel zwischen Florenz und München - oder der Einfluss italienischer Musiker, die an deutschen Höfen angestellt waren, auf die Verbreitung des neuen Instrumententyps hatten.

Da gab es zum Beispiel Giovanni Benedetto Platti (1692-1763), der als Musiker in Würzburg engagiert war. Welche Bedeutung hatten seine Klaviersonaten für die Entwicklung eines Werkrepertoires, das speziell auf das Fortepiano zugeschnitten war? Auch dieser Frage wollen die Musikwissenschaftler bei der Tagung "Bartolomeo Cristofori und Giovanni Benedetto Platti. Das frühe Fortepiano und seine Musik in der Toscana und in Franken" nachgehen.

Bei einem Workshop sowie zwei Konzerten werden ein originales Florentiner Cembalo (um 1665) von Giacomo Ridolfi, zwei Nachbauten von Fortepianos Cristoforis und der Nachbau eines Hammerklaviers nach Gottfried Silbermann erklingen. Der Eintritt zu den Konzerten ist jeweils frei.

Das erste Konzert findet am Samstag, 30. Oktober, um 19.00 Uhr im Toscanasaal der Residenz statt. Ella Sevskaya und Michael Günther spielen "Clavierwerke italienischer und deutscher Komponisten des 18. Jahrhunderts". Das zweite Konzert beginnt am Sonntag, 31. Oktober, um 11.00 Uhr, ebenfalls im Toscanasaal mit denselben Musikern. Gespielt werden unter anderem Werke von Giovanni Platti, Benedetto Marcello, Domenico Scarlatti und Johann Kaspar Ferdinand Fischer.

Weitere Informationen: Institut für Musikwissenschaft, T (0931) 31-2828, Fax (0931) 31-2830, E-Mail:
muwi003@mail.uni-wuerzburg.de