"Ein lebendiges Netzwerk"- LMU eröffnet neues Biozentrum auf dem HighTechCampus

29.10.2004 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

Der HighTechCampus der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist um einen wichtigen Baustein reicher: Der erste Bauabschnitt des neuen Zentrums für die Biologie wurde heute in Anwesenheit von Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel feierlich eröffnet. Die Fakultät für Biologie der LMU bietet ihren Wissenschaftlern und Studierenden nun moderne Arbeitsbedingungen in einem idealen Umfeld: Durch die räumliche Nähe etwa zum Genzentrum, zum Klinikum und zur Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU sowie zu den Max-Planck-Instituten für Biochemie und Neurobiologie ergeben sich neue Perspektiven für die interdisziplinäre Forschung. LMU-Rektor Professor Bernd Huber hob in seiner Begrüßungsrede hervor: "Der HighTechCampus der LMU gehört schon jetzt zu den weltweit ersten Adressen in der Spitzenforschung. Mit dem neuen Biozentrum können wir uns international noch besser positionieren."

56 Millionen Euro betrugen die Baukosten für den ersten Bauabschnitt. Auf den 10.000 Quadratmetern Nutzfläche bieten Labors mit modernster Technik, Praktikums- und Seminarräume sowie drei Hörsäle mit insgesamt 500 Plätzen exzellente Bedingungen für die biologische Forschung und Lehre. Mitte September ist bereits das gesamte Department Biologie II von mehreren Standorten in der Innenstadt in den neuen Gebäudekomplex nach Planegg-Martinsried umgezogen: Die Lehrstühle für Neuro-, Evolutions- und Zellbiologie, Ökologie, sowie Anthropologie und Humangenetik haben dort eine optimale Arbeitsumgebung gefunden. Der neue Standort sorgt für eine ganz neue Qualität in der interdisziplinären Forschung und eröffnet die Perspektive für ganz neue Forschungsfelder und -projekte. Die Bauarbeiten für den zweiten Bauabschnitt sollen im Frühjahr 2005 beginnen. Etwa 2007 soll die gesamte Fakultät für Biologie nach Martinsried in den dann komplett fertigen Baukomplex ziehen.

Rund 300 geladene Gäste nahmen an der Eröffnung teil. Bei Führungen durch das Gebäude konnten sie die neuen Räumlichkeiten in Augenschein nehmen, die Architektur und die Kunst am Bau bewundern. Nicht nur die Helligkeit, auch die Holzverkleidung der Außenfassade sowie das entstehende Biotop vor dem Eingangsbereich verleihen dem Gebäude etwas Organisches. Diese Anmutung wird zusätzlich durch die Gestaltung des Hörsaalgebäudes unterstützt, das sich mit seinen runden Formen an den Bürotrakt und die beiden Laborflügel anschließt. Lebendigkeit klingt an und lässt ahnen, was die 19.000 Quadratmeter Nutzfläche des Biozentrums in der endgültigen Ausbaustufe einmal sein werden: eine Heimat für die Biowissenschaften und ein weiterer Baustein für den HighTechCampusLMU.

Unter dem Motto "Ein lebendiges Netzwerk" werden nicht nur die einzelnen biologischen Disziplinen, sondern alle naturwissenschaftlichen Fakultäten auf dem HighTechCampus verstärkt kooperieren. "Durch die Konzentration der Biologie in Martinsried ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit", erklärt Professor Ute Harms, Dekanin der Fakultät Biologie. "Mit dem neuen Biozentrum und seiner Lage auf dem HighTechCampusLMU wird der Tendenz Rechnung getragen, dass die Biologie als Leitwissenschaft in den Naturwissenschaften eine immer größere Rolle spielt", betont Professor Heubl, stellvertretender Dekan der Fakultät für Biologie. Der Bogen zur wirtschaftlichen Nutzung der Forschungsergebnisse wird durch das ebenfalls vor Ort etablierte Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) geschlagen. Einen großen Vorteil sieht Professor Heubl vor allem für die Studierenden, die spätestens mit Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts Ende 2007 alle Fachbereiche der Biologie in räumlicher Nähe auf dem HighTechCampusLMU finden werden.

Die Fakultät für Biologie an der LMU gehört zu den größten und renommiertesten in Deutschland. Mit 34 Professorinnen und Professoren bietet sie vielfältige Forschungsmöglichkeiten und Lehrangebote. Derzeit sind rund 1.000 Studierende im Diplom- und Lehramtsstudiengang Biologie eingeschrieben. Auch die Nachwuchsförderung wird großgeschrieben: Derzeit promovieren und habilitieren rund 150 Nachwuchswissenschaftler. In diesem Wintersemester haben rund 220 Erstsemester im neuen Biozentrum ihr Studium aufgenommen.