Neue Herausforderungen - Informationen zum Welt-AIDS-Tag 2004

23.11.2004 - (idw) Robert Koch-Institut

"Der Nationale AIDS-Beirat fordert die Verantwortlichen auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene auf, durch Bereitstellung entsprechender Mittel die Grundlage für die Fortsetzung der bisher erfolgreichen Präventionsarbeit zu sichern". Das vollständige Votum des Beirats, einem unabhängigen Beratergremium des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung, ist im Epidemiologischen Bulletin 47/2004 veröffentlicht, das anlässlich des Welt-AIDS-Tages außerdem aktuelle Daten und Informationen zu HIV/AIDS enthält. "Das mancherorts gefährdete Angebot für einen kostenlosen, anonymen und freiwilligen HIV-Test als bewährtes und grundlegendes Präventivangebot sollte unbedingt beibehalten werden", unterstreicht Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Der Welt-AIDS-Tag steht dieses Jahr unter dem Motto "Frauen, Mädchen, HIV und AIDS". Das Epidemiologische Bulletin enthält Beiträge zur Zahl HIV-infizierter Frauen und der unakzeptablen Situation bei der Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr Kind, aktualisierte Eckdaten zur Verbreitung von HIV/AIDS in Deutschland, neue Daten zur Übertragungshäufigkeit resistenter Viren bei frisch infizierten HIV-Patienten, eine Übersicht zur Veränderung von Todesursachen und Erkrankungsdiagnosen bei HIV-Infizierten sowie eine Einschätzung der globalen Situation.

Weltweit sind etwa 50 % der HIV-Infizierten Frauen. In Deutschland ist der Anteil der Frauen an den HIV-Infektionen mit rund 20 % deutlich niedriger. Dennoch dürfen sie in der Wahrnehmung nicht vernachlässigt werden. So wird offenbar in der Schwangerschaftsvorsorge immer noch nicht allen Frauen ein HIV-Test angeboten. Die medizinischen Möglichkeiten der Prophylaxe sind inzwischen so gut, dass eine Übertragung des Virus auf das Kind fast immer verhindert werden könnte. Trotzdem wurden im laufenden Jahr bislang schon 19 HIV-Infektionen bei Neugeborenen und Kindern diagnostiziert. Bei acht Fällen wurde die Infektion der Mutter in der Schwangerschaft nicht erkannt, in drei Fällen war die Betreuung der Schwangeren lückenhaft (die anderen Kinder wurden im Ausland geboren).

Eine Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts (HIV-1-Serokonverterstudie), die gesicherte Neuinfektionen untersucht, gibt wichtige Daten zum Verlauf von HIV-Infektionen und zur Resistenz der Erreger. Seit einigen Jahren werden bei 16 bis 18 Prozent der frisch Infizierten resistente Viren gefunden, die auf mindestens eines der gängigen Medikamente nicht mehr ansprechen. "Daher sollte vor Beginn einer antiretroviralen Therapie eine Resistenztestung durchgeführt werden, um eine resistenzgerechte Medikamentenkombination auszuwählen und die Therapieaussichten zu verbessern", betont Reinhard Kurth.

Unter dem Titel "positive kunst" zeigen wie im vergangenen Jahr zum Welt-AIDS-Tag fünf Künstler ihre Exponate im RKI. Die Ausstellung wird am 30.11.2004 um 14 Uhr eröffnet (Seestraße 10, montags bis freitags, 9 bis 17 Uhr, bis 31.01.2005).

Weitere Informationen:

Epidemiologisches Bulletin 47/2004 - http://www.rki.de/INFEKT/EPIBULL/EPI.HTM
Informationen zu HIV/AIDS - http://www.rki.de/INFEKT/AIDS_STD/AZ.HTM

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