Internationaler Aktionstag "Gegen Gewalt gegen Frauen"

24.11.2004 - (idw) Fachhochschule Bielefeld

Anlässlich des internationalen Tages "Gegen Gewalt gegen Frauen" am 25. November 2004, der seit fast zwei Jahrzehnten weltweit begangen wird, veranstaltet der Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule (FH) Bielefeld unter der Leitung der Professorinnen Dr. Regina-Maria Dackweiler und Dr. Brigitte Hansen einen "öffentlichen Lehrtag". Der Aktionstag dient dazu, das Zusammenspiel der verschiedenen disziplinären Perspektiven, Fragestellungen, Wissensinhalte und Handlungsstrategien in Foren und einer Podiumsdiskussion mit Expertinnen vor- und zur Diskussion zu stellen und dass Thema der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ebenfalls vertreten sind Einrichtungen und Institutionen Sozialer Arbeit/Sozialpädagogik aus der Region, deren Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter mit der Gewaltproblematik im Geschlechterverhältnis befasst bzw. deren Adressaten von dieser Gewalt betroffen sind.

"Der öffentliche Lehrtag verfolgt gleichzeitig ein politisches Interesse: So soll dieser internationale Aktionstag zum Anlass genommen werden, mit Studierenden, Kolleginnen/Kollegen und beruflichen Expertinnen/Experten der Region die Diskussion darüber zu führen", so die Organisatorinnen, "warum sozialpolitische und rechtliche Maßnahmen gegen Gewalt im Geschlechterverhältnis mittlerweile zwar einerseits (noch) zum wohlfahrts- und rechtsstaatlichen Standard der Bundesrepublik Deutschland gehören. Andererseits scheint die hierüber entstandene "Normalität" von Zufluchtsstätten, Notrufen und "Wegweiserecht" die Beunruhigung über diese Gewalt, die Täter und die Folgen für die Opfer - so sie denn bestand - auch zu verringern und die Auseinandersetzung mit den gesellschaft-lichen Ursachen dieser Gewalt zu verdrängen."

Die Existenz dieser rechtlichen und sozialpolitischen Maßnahmen angesichts geschlechtsbezogener Gewalt spiegelt sich in der Lehre am Fachbereich Sozialwesen der FH Bielefeld wieder. So finden u.a. regelmäßig Seminarveranstaltungen und Projekte aus sozialarbeits-, rechts-, politik- und erziehungswissenschaftlicher Perspektive zur Sozialen Arbeit etwa in Frauenhäusern, in Hilfeangeboten für Opfer sexuellen Missbrauchs oder über die rechtliche Ausgestaltung und Folgen des Gewaltschutzgesetzes statt. Mit Hilfe der solchermaßen geschaffenen produktiven Interdisziplinarität vermag es der Fachbereich Sozialwesen den Studierenden für ihre zukünftigen Berufsfelder theoretisches und handlungsorientiertes Wissen in Bezug auf die Ursachen und Folgen der Gewalt im Geschlechterverhältnis zu vermitteln.

Begleitend zum "öffentlichen Lehrtag" findet eine Ausstellung im Fachbereich Sozialwesen, 1. Stock (Foyer), statt. Mit freundlicher Genehmigung der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GZT), die diese Ausstellung für ihre internationale Konferenz "Gewalt gegen Frauen und Mädchen beenden - Menschenrechte stärken" im Dezember 2002 konzipierte, steht die Ausstellung mit 19 Exponaten unter dem Titel "Die Dinge beim Namen nennen. Gewalt gegen Frauen im Alltag".

Seit fast zwei Jahrzehnten wird weltweit der Aktionstag "Gegen Gewalt gegen Frauen" begangen. Dieser Aktionstag geht auf das Engagement der internationalen Frauenbewegung im Kampf gegen sexualisierte Gewalt und Misshandlung an Frauen zurück. Auch in Deutschland vermochte es die Frauenbewegung seit den späten 1970er Jahren Gewalt im Geschlechterverhältnis auf die (sozial)politische Agenda zu bringen. Es wurde ein weit gefächertes Hilfeangebot für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen entwickelt und in jüngster Zeit im Rekurs auf völkerrechtliche Konventionen das "Gewaltschutzgesetz" implementiert.

Kontakt und weitere Informationen:
Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen
Professorin Dr. Regina-Maria Dackweiler
fon 0521.106-7843, e-mail regina-maria.dackweiler@fh-bielefeld.de
Professorin Dr. Brigitte Hansen
fon 0521.106-7842, e-mail brigitte.hansen@fh-bielefeld.de