Probleme der Blasenentleerung

19.11.2002 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Wer seine Blase nicht unter Kontrolle halten kann, gerät leicht in die gesellschaftliche Isolation. Störungen der Blasenentleerung, wozu insbesondere die Inkontinenz zählt, können sowohl neurologisch als auch psychisch bedingt sein. Mit den unterschiedlichen Krankheitsbildern und dem heutigen Stand der Behandlungsmöglichkeiten beschäftigt sich die Arbeitgemeinschaft Neuromedizin am Universitätsklinikum Münster (UKM) in einer Vortragsveranstaltung am kommenden Mittwoch, 27. November 2002, im Lehrgebäude des Zentralklinikums.

Zum Auftakt der um 17.30 Uhr im Hörsaal L 20 beginnenden Veranstaltung wird Prof. Dr. Hans-Werner Bothe von der Klinik für Neurochirurgie des UKM neuroanatomische und neurophysiologische Grundlagen darlegen, die zum Verständnis der Krankheitsmechanismen und der Behandlung neurogener Blasenentleerungsstörungen beitragen. Im weiteren Verlauf wird Dr. Karl-Dietrich Sievert von der Klinik für Urologie des UKM unterschiedliche Therapiemöglichkeiten bei neurogenen Blasenentleerungsstörungen vorstellen. Diese reichen von der medikamentösen Behandlung bis zum noch jungen Verfahren der so genannten Neuromodulation. Bei diesem Verfahren wird, ähnlich wie beim Herzschrittmacher, ein knapp zigarettenschachtelgroßes Implantat unter die Haut verpflanzt, von dem hauchdünne Elektroden mit den Nerven im Kreuzbeinbereich verbunden werden, die die Funktion der Blase steuern.

Auf besondere Aspekte im Kindes- und Jugendalter wird anschließend Yvonne Völkening von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters eingehen. Die Ärztin wird dabei insbesondere das Problem des Bettnässens und die funktionelle Harninkontinenz bei Kindern und Jugendlichen beleuchten. Traditionell geht die Sitzung mit der Vorstellung eines "besonderen Falls" zu Ende. Vorgestellt wird er diesmal von Dr. Gudrun Schneider, Oberärztin der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des UKM. Neben Beschäftigten des Universitätsklinikums und Studierenden der Medizin, sind insbesondere auch wieder alle interessierten niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Raum Münster zu dieser Vortragsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Neuromedizin herzlich eingeladen. In der nächsten Sitzung geht es am 29. Januar 2003 um das Thema "Strom für das Gehirn".