DAAD-Preis 2004 geht an Zita Pandi aus Serbien und Montenegro

13.01.2005 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Einladung an die Medien zur Verleihung des DAAD-Preises 2004 durch Prorektor Prof. Dr. Angelos Chaniotis - Dienstag, 18. Januar 2005, 16.00 Uhr, Alte Universität, Rektorat (Bel Etage), Grabengasse 1 Der DAAD-Preis 2004 der Universität Heidelberg wird an Frau Zita Pandi aus Serbien und Montenegro verliehen. Ruprecht-Karls-Universität und Deutscher Akademischer Austauschdienst würdigen mit dem Preis nicht nur die besonderen akademischen Leistungen, sondern auch das hochschulinterne sowie gesellschaftliche und interkulturelle Engagement der Geehrten. Zu der Preisverleihung laden wir die Medien herzlich ein.

Frau Pandi, geboren am 9. Juli 1975 in Novi Sad im damaligen Jugoslawien, hatte zunächst Musikwissenschaft an der Akademie der Künste der Universität Novi Sad studiert, bevor sie im Frühjahr 1998 an die Universität Heidelberg wechselte. In Heidelberg entschied sie sich für ein Studium der Fächer Musikwissenschaft, Slawistik und Kunstgeschichte. Im Jahr 2004 schloss sie ihr Studium in Heidelberg mit der Magisterprüfung und der hervorragenden Gesamtnote von 1,3 ab.

Von Anfang ihres Studiums an erwies sich Frau Pandi als außergewöhnlich lernfähige und kreativ denkende Studentin, die durch ihr freundliches Auftreten und ihre Offenheit auffiel. Auffallend war auch ihre einzigartige Sprachbegabung, die es ihr ermöglichte, Deutsch in Sprache und Schrift nicht nur wie eine Muttersprachlerin zu beherrschen, sondern auch Sinn für Stilfeinheiten zu entfalten.

Ihr Studium schloss Frau Pandi mit einer Magisterarbeit zum Thema: "Nymphen der Seine am florentinischen Hof. Lorenzo Allegris Il primo libro delle musiche (1618)" ab. Die Magisterarbeit ist aus Frau Pandis langjähriger Begeisterung für Tanz und ihrer Tanzpraxis hervorgegangen. Ihre vielfältige Beschäftigung mit Tanz zeigt, dass sie es versteht, Wissenschaft und Praxis sinnvoll miteinander zu verbinden.

Eine Gutachterin zählt Frau Pandi "zu den interessantesten und engagiertesten Studierenden, die in den letzten Jahren am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg das Studium abgeschlossen haben." Auch im Fach Kunstgeschichte konnte sie ihre bemerkenswerten fachlichen Qualitäten und ihren weitgesteckten Bildungshorizont erfolgreich einbringen.

Das Interesse für Tanz und ihre überdurchschnittliche tänzerische Begabung hat sie während ihrer Studienzeit auf Renaissance- und Barocktänze fokussiert, indem sie sich unter anderem der Heidelberger Tanzgruppe für historische Tänze "SALTARELLO" anschloss, zu deren Ausstrahlung sie selbst durch Einsatz und Teamfähigkeit wesentlich beitrug. Ein großes Bühnenprojekt der Tanzgruppe war beispielsweise "Die Hochzeit zwischen Rhein und Themse", präsentiert als Eröffnungsveranstaltung der Großen Bayerischen Landesausstellung "Der Winterkönig" in Amberg im Jahr 2003. Es handelte sich dabei um eine kulturhistorische Aufarbeitung der Heidelberger Geschichte - unter musikalisch-tänzerisch-literarischen Aspekten - von der Vermählung des Kurfürsten Friedrich V. mit der englischen Königstochter Elizabeth Stuart bis zum Ausbruch des 30jährigen Krieges. Frau Pandi erfreute darin das Publikum in den vielfältigsten Rollen, als Hofdame, Wassernymphe, Lady Masquer und Bauernmädchen.

Unter dem Titel "Der Winterkönig" läuft derzeit auch eine Sonderausstellung im Kurpfälzischen Museum Heidelberg. In diesem Museum wirkte Frau Pandi in den Jahren 2002 und 2003 als ehrenamtliche Mitarbeiterin mit. Zunächst hatte sie sich als Übersetzerin für Ungarisch dort engagiert. Sie betreute danach im Rahmen des Ferienprogramms des Museums zusammen mit einem Museumspädagogen mehrere Gruppen von Kindern in Veranstaltungen, die die Arbeit von Archäologen anschaulich machten. Bald konnten Frau Pandi auch eigenverantwortlich Führungen, vor allem von Schulklassen, überantwortet werden. Aber auch darüber hinaus half Frau Pandi überall dort aus, wo es im täglichen Museumsbetrieb notwendig war, beispielsweise führte sie auch Arbeiten durch im Rahmen des Antrages der Stadt Heidelberg auf Eintragung in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

Als Bewohnerin des Ökumenischen Studentenwohnheimes war Frau Pandi von Anfang an in der Hausgemeinschaft engagiert. Mehrmals hat sie wissenschaftliche Hausabende vorbereitet, sich an den Andachten rege beteiligt, Veranstaltungen organisiert und mit der Initiative einer Tanz-AG eine hervorragende Möglichkeit der Integration von deutschen und ausländischen Studierenden geschaffen.

Nur beispielhaft erwähnt seien hier noch Frau Pandis Mitarbeit im SOS-Kinderdorf Kamenica, wo sie seit 1993 Übersetzungen ins Englische anfertigt oder Kindern Englisch-Nachhilfeunterricht gibt, ihre Mitwirkung im Großen Chor der Universität Heidelberg und die Mitgliedschaft in "Aktion 2000 e.V." für sexuell missbrauchte Kinder, Heidelberg.

Der DAAD-Preis wird an den Hochschulen in Deutschland an ausländische Studierende vergeben, die sich sowohl durch hervorragende akademische Leistungen als auch durch bemerkenswertes soziales, gesellschaftliches oder hochschulinternes Engagement ausgezeichnet haben. Der DAAD-Preis 2004 ist mit 800 Euro dotiert.

Mit der Verleihung des DAAD-Preises 2004 an Frau Pandi wird dieser Preis an der Universität Heidelberg nunmehr zum zehnten Mal vergeben. In den vergangenen Jahren wurden, Carl Blesius/USA (2003), D. Kampanaros/Griechenland (2002), J. Khatib/Finnland (2001), C. Royg Arriola/Paraguay (2000), Ö. Ergen/Türkei (1999), S. Monsalve Suarez/Kolumbien (1998), P.Purohit/Indien (1997), W. Eppich/USA (1996) und A. Nkwenkam/Kamerun (1995) mit diesem Preis ausgezeichnet.

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