"Europäisierung des Umweltstrafrechts"
28.01.2005 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen
Umweltrechtliches Praktikerseminar am Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Gießen am 3. Februar 2005
Mit dem Einfluss, den das europäische Gemeinschaftsrecht auf die Inhalte des nationalen Strafrechts gewonnen hat und in Zukunft voraussichtlich noch gewinnen wird, befasst sich im nächsten Umweltrechtlichen Praktikerseminar der Justus-Liebig-Universität der Gießener Strafrechtsprofessor Bernd Hecker. Die "Europäisierung des Umweltstrafrechts", so der Titel seines Vortrags, belegt einmal mehr die Rolle des Umweltrechts als eines Referenzgebiets, in dem aktuelle rechtspolitische und rechtsdogmatische Entwicklungen früher sichtbar werden als in anderen Zweigen des Rechts. Der öffentliche Vortrag, dem eine Diskussion unter der Leitung von Prof. Klaus Lange folgt, beginnt um 18.15 Uhr in Hörsaal 021 des Vorlesungs- und Seminargebäudes der Rechtswissenschaft und der Wirtschaftswissenschaften (Licher Straße 68). Aktuelle Informationen zur Veranstaltungsreihe und zum Gießener Forschungsschwerpunkt Umweltrecht finden sich im Internet unter http://www.uni-giessen.de/gifu.
Während das materielle Strafrecht lange Zeit als Bastion des nationalen Gesetzgebers galt, hat das Gemeinschaftsrecht inzwischen trotz fehlender direkter Kompetenz der Europäischen Gemeinschaft für das Strafrecht auf unterschiedlichen Wegen den Inhalt der Normen und der Rechtsprechung verändert. Nicht zuletzt die Anknüpfung des Umweltstrafrechts an das Umweltverwaltungsrecht, das seinerseits stark vom Gemeinschaftsrecht geprägt ist, hat diese Entwicklung begünstigt. Hecker wird nicht nur die bisherige Entwicklung nachzeichnen, sondern vor allem auch Perspektiven für ein harmonisiertes oder sogar supranationales Umweltstrafrecht in Europa aufzeigen. Er wird dazu auf aktuelle Gesetzesinitiativen eingehen und neben dem Gemeinschaftsrecht auch das europäische Völkerrecht berücksichtigen.
Prof. Bernd Hecker ist seit zwei Jahren Inhaber der Professur für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Justus-Liebig-Universität. Zuvor war er mehrere Jahre als Strafrichter sowie als Leiter des Strafrechtsreferats im Justizministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern tätig. Im Frühjahr dieses Jahres wird er das erste deutschsprachige Lehrbuch zum Europäischen Strafrecht herausbringen.
Das Umweltrechtliche Praktikerseminar wird am 21. April mit der 105. Veranstaltung fortge-setzt. Dann referiert Prof. Martin Führ aus Darmstadt über "Verantwortlichkeit für Umwelt-schäden - Umsetzung der EG-Umwelthaftungsrichtlinie in deutsches Recht".
Kontakt:
Prof. Dr. Klaus Lange
Fachbereich Rechtswissenschaft
Hein-Heckroth-Straße 5
35390 Gießen
Tel.: 0641/99-21181
Fax: 0641/99-21189
E-Mail: Klaus.Lange@recht.uni-giessen.de
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/gifu