Communicator-Preis 2005 an Harald Lesch

14.03.2005 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Astrophysiker erhält 50.000 Euro für die beste Vermittlung von Wissenschaft in die Öffentlichkeit Gemeinsame Pressemitteilung von Deutscher Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Communicator-Preis 2005 an Harald Lesch
Astrophysiker erhält 50.000 Euro für die beste Vermittlung von Wissenschaft in die Öffentlichkeit

Nr. 7
14. März 2005

Der "Communicator-Preis - Wissenschaftspreis des Stifterverbandes" geht in diesem Jahr an Harald Lesch. Der Münchner Professor für Astronomie und Astrophysik wird mit 50.000 Euro für herausragende Leistungen in der Vermittlung seiner wissenschaftlichen Arbeit in die Öffentlichkeit ausgezeichnet. Der Preis wird gemeinsam von den Präsidenten des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am 17. Juni 2005 in einer Festveranstaltung mit einem Vortrag des Preisträgers im Rahmen des Wissenschaftssommers in Berlin verliehen.

Der Communicator-Preis ist in enger Zusammenarbeit zwischen DFG und Stifterverband entstanden und wird in diesem Jahr zum sechsten Mal verliehen. Mit diesem Preis werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, die sich nachhaltig und in herausragender Weise um die Vermittlung ihrer Arbeit in eine breite Öffentlichkeit bemühen. Eine Jury aus Wissenschaftsjournalisten, Kommunikations- und PR-Fachleuten beurteilt die Bewerbungen nach den Kriterien Relevanz, Zielgruppe, Originalität und Nachhaltigkeit. In diesem Jahr gingen 44 Bewerbungen aus verschiedenen Fachgebieten ein, von denen zehn in die engste Wahl kamen. Unter ihnen wählte die Jury Harald Lesch als Träger des Communicator-Preises 2005 aus.

Harald Lesch wurde 1960 in Gießen geboren und studierte nach dem Abitur Physik in Gießen und Bonn. Nach seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn im Jahr 1987 war Lesch Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Landessternwarte Königstuhl in Heidelberg. Von 1991 bis 1995 arbeitete der Astrophysiker als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut in Bonn und habilitierte sich 1994 im Fach Astrophysik/Astronomie. 1992 war Lesch als Gastprofessor an der Universität von Toronto in Kanada. Seit August 1995 hat er eine Professur für Theoretische Astrophysik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München inne und ist Leiter der Universitäts-Sternwarte. Zudem ist er seit 2002 Professor für Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie in München. Lesch, der 1988 für seine Dissertation die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft erhalten hat, beschäftigt sich mit Relativistischer Plasmaphysik, Bio-Astronomie und "Schwarzen Löchern".

Lesch ist bereits seit vielen Jahren ein aktiver Kommunikator der Naturwissenschaften. Hervorzuheben ist insbesondere das Fernsehengagement des Preisträgers. Lesch gelingt es in seiner Sendung a-Centauri beim Bayerischen Rundfunk, den Zuschauer durch sein erzählerisches Können für seine Wissenschaft zu begeistern. Ohne aufwendige Computersimulationen und Grafiken erklärt er dem interessierten Laien die Welt der Schwarzen Löcher und beantwortet so komplexe Fragen wie "Was ist Zeit?", "Wie alt ist die Erde?" oder "Wie sieht die Zukunft des Universums aus?". Dabei gelinge es ihm, in einem ungewohnt schlichten Fernsehformat allein durch seine Sprachgewandtheit, wissenschaftliche Themen und komplexe Zusammenhänge dem Zuschauer verständlich zu machen.

Neben a-Centauri hat Lesch auch in zahlreichen anderen Radio- und Fernsehsendungen sein Kommunikationstalent unter Beweis gestellt. Doch nicht nur durch das Medium Fernsehen, auch in zahlreichen Vorträgen zu astrophysikalischen Themen begeistert Lesch vor allem das jüngere Publikum durch seine lockere Art und seine gleichzeitig fesselnde Erzählweise. Mit seinen populärwissenschaftlichen Publikationen "Kosmologie für Fußgänger", "BigBang Zweiter Akt" und "Physik für die Westentasche" erklärt Lesch dem Leser das Sonnensystem und die Welt der Sterne auf anschauliche Art und Weise. Es gelingt ihm, die elementaren Erscheinungen im Universum auf das Wesentliche zu reduzieren und dem Leser die komplexen astrophysikalischen Zusammenhänge zu erklären.

Mit der seit 2001 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlten Sendung "Lesch & Co" spannt er einen Bogen von der Naturwissenschaft zur Philosophie und Theologie. Der Astrophysiker führt gemeinsam mit dem Philosophen Wilhelm Vossenkuhl in einem Münchner Restaurant bei einem Glas Wein naturphilosophische Zwiegespräche. So werden Themen wie Geist und Materie oder "Sind Naturgesetze zwangsläufig überall in gleicher Weise gültig?" in ungezwungener Atmosphäre diskutiert.

Die Jury würdigte die kontinuierliche und zahlreiche Medien umfassende Kommunikationsleistung von Harald Lesch. Er sei der Inbegriff einer neuen Generation von Wissenschaftskommunikatoren, der es gelingt, ihrem Publikum komplexe Themen auf Augenhöhe zu vermitteln.

Der Communicator-Preis wird symbolisiert durch ein vom Kölner Künstler Michael Bleyenberg gestaltetes Hologramm. Es soll die Bedeutung der Transparenz in der Wissenschaft unterstreichen und sichtbar machen, dass es sich lohnt, die Dinge ins "rechte Licht" zu setzen. Wie das Hologramm entfaltet auch die Wissenschaft nur dann ihre ganze Leuchtkraft.

Weitere Informationen zum Preisträger können unter www.dfg.de abgerufen werden, ein ausführliches Porträt des Preisträgers und ein Interview mit ihm stehen ab Anfang April für Journalisten im Netz zur freien Verfügung.

Informationen zum Communicator-Preis erteilt ebenfalls der Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Stifterverbandes (Tel.: 0201/8401-158).

Der Preisträger selbst ist unter folgender Adresse erreichbar:

Prof. Dr. Harald Lesch
Universitäts-Sternwarte München
Scheinerstr. 1
81679 München

Tel.: 089 / 2180-6007
Fax: 089 / 2180-6003
lesch@usm.uni-muenchen.de