Universität Bielefeld profitiert von den Gebühren der Langzeitstudierenden

08.04.2005 - (idw) Universität Bielefeld

Landesregierung stellt 2,17 Millionen Euro für die Verbesserung von Studium und Lehre zur Verfügung

Seit Sommersemester 2004 gibt es in Nordrhein-Westfalen Studienkonten. Das Erststudium ist hier gebührenfrei. Wer aber die Regelstudienzeit deutlich überschreitet und damit sein Konto überzieht oder ein Zweitstudium aufnehmen möchte, muss pro Semester 650 Euro an Gebühren entrichten. Ein Teil der Einnahmen aus den Studienkonten fließt jetzt vom Land für Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre in die Hochschulen zurück. Insgesamt sind dies in diesem Jahr zunächst 33,1 Millionen Euro, von denen 2,17 Millionen Euro an die Universität Bielefeld gehen, die damit im Vergleich mit den anderen nordrhein-westfälischen Hochschulen sehr gut abschneidet. Weitere 12 Millionen Euro sollen in einer späteren Runde an die Hochschulen gehen. Bei der Verteilung spielte der Anteil von Studierenden in den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen eine wichtige Rolle. Die Universität Bielefeld nimmt bei der Umstellung auf diese internationalen Abschlüsse im Rahmen des so genannten Bologna-Prozesses bundesweit eine Spitzenstellung ein und profitiert jetzt dementsprechend davon. Ein weiteres wichtiges Kriterium war das Qualitätsmanagement der Hochschule, zu dem das Gütersloher Centrum für Hochschulentwicklung eine Studie erstellt hatte. Dieses Qualitätsmanagement bezieht sich neben Studienreform und Studienorganisation u.a. auf die Evaluation von Forschung und Lehre, auch dies Bereiche, denen die Universität Bielefeld einen hohen Stellenwert einräumt.

Die zusätzlichen Mittel werden von der Universität für Verbesserungen im Zuge der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen dringend benötigt. Mit der Ablösung der alten Diplom-, Magister- und (im Lehramt) Staatsexamensstudiengänge geht es vor Ort nicht um das Prinzip "alter Wein in neue Schläuche", sondern um eine grundlegend neue Form des Studiums, bei der nicht zuletzt eine stärkere Berufs- und Praxisorientierung angestrebt wird. Es ist denkbar, die zusätzlichen Mittel für Maßnahmen wie Tutorien, die Einführung eines studienbegleitenden Prüfungssystems, die Studienorganisation, zusätzliche Lehraufträge und die Verbesserung der studienbezogenen Infrastruktur einzusetzen. "Die Universität empfindet den Erfolg bei der Mittelzuteilung aus den Studienkonteneinnahmen als eine Bestätigung ihrer erheblichen Anstrengungen bei der Umstellung auf die konsekutive Studienstruktur und wird den dabei eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen", sagte Universitätskanzler Hans-Jürgen Simm dazu in einer ersten Stellungnahme.

Pressemitteilung Nr. 60/2005
Universität Bielefeld
Informations- und Pressestelle
Dr. Hans-Martin Kruckis
Telefon: 0521/106-4074 (Sekretariat: 4146)
Fax: 0521/106-2964
E-Mail: hans-martin.kruckis@uni-bielefeld.de
Internet: www.uni-bielefeld.de