Harald Preusker wird Ehrendoktor der TU Dresden; Juristische Fakultät würdigt humanes und wissenschaftliches Engagement

08.04.2005 - (idw) Technische Universität Dresden

Herr Ministerialdirigent Harald Preusker erhält am 20. April 2005 die Ehrendoktorwürde der Juristischen Fakultät der TU Dresden. Die TU Dresden und die Juristische Fakultät ehren einen der profiliertesten Vollzugspraktiker der letzten 25 Jahre, dessen Verdienste sich auf die humane Gestaltung des Strafvollzugs und vor allem die wissenschaftliche Erschließung und Vertiefung dieses interdisziplinären Faches erstrecken. Zudem hat er sich langjährig mit großem Erfolg um die Lehre dieses Faches an der Juristischen Fakultät in Dresden verdient gemacht. Der Rektor Prof. Hermann Kokenge wird die Festveranstaltung eröffnen, der Dekan der Juristischen Fakultät Prof. Dr. Martin Schulte die Laudatio halten. Herr MD Preusker wird zum Thema "Das Bundesverfassungsgericht als Motor der Strafvollzugsreform" vortragen.
Herr MD Preusker, geb. in Medingen bei Dresden, absolvierte seine juristische Ausbildung in Baden-Württemberg. Von 1973 bis 1976 war er als stellvertretender Anstaltsleiter der Justizvollzugsanstalten Ludwigsburg und Ulm tätig. Zeitweise wurde er zum Justizministerium in Baden-Württemberg abgeordnet. Von 1976-1978 war er Leiter der Justizvollzugsanstalt Konstanz, um dann seine Kenntnisse im Justizvollzug um diejenigen als Richter am Landgericht Konstanz einer Großen Straf- und Jugendkammer zu ergänzen. Von 1981-1994 leitete er mit der Justizvollzugsanstalt Bruchsal eine - mit überdurchschnittlich vielen Straftätern mit lebenslanger Freiheitsstrafe - der bedeutendsten Justizvollzugsanstalten Deutschlands, bis er schließlich 1994 als Leiter der Abteilung Justizvollzug im Sächsischen Staatsministerium der Justiz nach Sachsen zurückkehrte.
Herr MD Preusker hat sich in der Praxis wie in der Theorie für einen humanen Strafvollzug eingesetzt. Dabei nahm er oft eine Vorreiterrolle ein. Exemplarisch können von ihm vollzogene Neuerungen in der Justizvollzugsanstalt Bruchsal genannt werden, die es den Gefangenen ermöglichen und erleichtern, familiäre Beziehungen auch während der Strafverbüßung zu pflegen. Als Vorsitzender der Bundesvereinigung der Anstaltsleiter im Strafvollzug hat Herr MD Preusker sich zudem maßgeblich mit den rechtsstaatlichen Defiziten des Untersuchungshaftvollzugs befasst und die politisch Verantwortlichen immer wieder darauf aufmerksam gemacht. Es bleibt festzuhalten, dass bereits das bisherige Lebenswerk von Herrn MD Preusker ganz erheblichen Einfluss auf die moderne Strafvollzugswissenschaft besitzt.

Die Ehrenpromotion findet am 20. April 2005, 16:00 Uhr im Festsaal des Rektorates, Mommsenstr. 11 statt. Vertreter der Medien sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen.
Informationen für Journalisten:
Prof. Dr. Martin Schulte, Tel.: 0351 463-37306