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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 11. Februar 2012 

Psychopathologie


Psychologie | Psychopathologie | Druckansicht27.01.2010
Art der Hochschule: Universität
Prüfungsort: Frankfurt am Main
Studienfach: Psychologie
Art der Prüfung: Diplom
Prüfer: Herr Poustka
Prüfungsfach: Psychopathologie
Dauer der Prüfung: 20-30 Minuten
Note: 1;
Konntest du mit einem selbst gewählten Thema beginnen? Ja.
Versucht der Prüfer bei Schwierigkeiten zu helfen? Ja.

  • Prüfungsablauf
  • Tipps
Prüfungsfragen
Sehr angenehme Prüfungsatmosphäre!
Herr Poustka ist eigentlich ein ganz Lieber, er nuschelt nur stark und drückt sich oft sehr undeutlich aus. Darauf muss man sich innerlich am besten vorbereiten, also immer sehr gut zuhören und ggfs. Nachfragen, wenn man seine Fragen nicht versteht.
Tip zum Lernen: seine Literatur-Angaben sind relativ spärlich, deshalb empfehle ich einfach so viel wie möglich zu den Störungen, die bei ihm drankommen, zu lernen (aus verschiedenen Quellen), so dass man ein breites Wissen hat. Er gibt folgende Themen an: aus dem Buch von Gastpar, Kasper... die Kapitel Kinder- und Jugendpsychiatrie, Affektive Störungen (uni- und bipolare Depr.), Schizophrenie und wir haben auch noch das Kapitel Zwangsstörung dazu genommen, weil das im Kinder- und Jugendkapitel nur sehr spärlich beschrieben wird, er darauf aber ganz gerne mal näher eingeht.
Weil es eher wie ein Gespräch abläuft, ist es relativ schwer, chronologisch ein Protokoll zu erstellen. Er fragt sehr anwendungsbezogen und oft kann man mit seinem gelernten Wissen nichts anfangen, sondern muss weiterdenken oder spekulieren. Außerdem ist es auch wichtig, die Medikamente (mit NW!!!) zu kennen (nicht die einzelnen Namen, sondern die Stoffklassen reichen). Er fragt zwar etwas dreist und auch sehr medizinisch, benotet dafür aber sehr milde, auch wenn man vielleicht nicht immer die perfekte Antwort liefern kann ;-)

Einführungsthema: ADHS (Leitsymptome, Klassifikation nach ICD vs. DSM, diagnostische Kriterien nach ICD, Epidemiologie, Diagnostik, Differentialdiagnostik, Komorbidität, Ätiologie, Behandlung).
Hierzu seine Nachfragen: Wie sieht das mit dem „unaufmerksamen Typ“ im DSM mit der Reliabilität und Validität dieser Diagnose aus? ( Reliabilität schlecht, weil diese Kinder ja nicht so auffallen, Validität gut!), beim Geschlechterunterschied in den Prävalenzdaten fand er meinen Hinweis, dass es sich dabei z. T. auch um einen Bias handelt, weil oft Mädchen eher der unaufmerksame Typ sind und daher nicht so oft erkannt werden, glaube ich gut (er nickte bestätigend), bei der Behandlung merkte man, dass er von den VT-Maßnahmen wohl nicht viel hält, er meinte das die Eltern meist selbst total aggressiv seien und deshalb die Empfehlungen zur Erziehung nicht umsetzen würden, zwischendurch hat er immer mal wieder etwas angemerkt oder gefragt, kann mich leider nicht mehr genau erinnern.
Ich bin bei der medikamentösen Behandlung auch gleich auf das Problem eingegangen, dass die Stimulantien ja nur die Unaufmerksamkeit reduzieren und nicht gegen die Hyperaktivität und Impulsivität wirken. Außerdem habe ich Bezüge zur Störung des Sozialverhaltens hergestellt ( hier statt Stimulantien Neuroleptika, damit man die Impulsivität in den Griff bekommt; hier wichtig: hilft nur gegen „heiße Aggressionen“, bei „kalten“ also sehr berechnend und planend ausgeführten Aggressionen kann man nix machen ;-)
Dann kamen wir zwischendurch auch mal auf Tics und das Tourette-Syndrom. Hier ging es auch darum, dass bei denen Stimulantien meist eher kontraproduktiv sind.
Dann: Asperger: was wissen Sie denn dazu?, Was sind die wesentlichen Unterschiede zum frühkindlichen Autismus?, Unterschiede zu Schizophrenie? (hier wollte er v. a. darauf hinaus, das Asperger und hebephrene Schizophrenie sich sehr ähneln; man muss sich v. a. den Verlauf anschauen)
Dann: Schizophrenie, Negativsymptomatik, Medikamente? Nebenwirkungen atypischer Neuroleptika? ( wichtig v. a.: Gewichtszunahme!), was hat das für Folgen? (er wollte auf körperliche Folgen bei Übergewicht hinaus  Herz-/Kreislauf-Probleme, Bluthochdruck, höheres Herzinfarkt-Risiko, Diabetes II). Und was kann man dagegen machen? ( Diät; außerdem sprachen wir dann noch darüber, dass ja vielleicht Simulantien eingesetzt werden könnten, weil die als Nebenwirkung ja praktischerweise Appetitverlust haben ;-)

An mehr kann ich mich leider nicht erinnern, aber das waren so die wichtigsten Sachen, hoffentlich hilft es euch weiter!
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