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Pädagogische Psychologie - Grundlagenfach


Psychologie | Pädagogische Psychologie - Grundlagenfach | Druckansicht15.06.2012
Art der Hochschule: Universität
Prüfungsort: Frankfurt am Main
Studienfach: Psychologie
Art der Prüfung: Diplom
Prüfer: Prof. Vollmeyer
Prüfungsfach: Pädagogische Psychologie - Grundlagenfach
Dauer der Prüfung: 20-30 Minuten
Note: 1;
Konntest du mit einem selbst gewählten Thema beginnen? Ja.
Versucht der Prüfer bei Schwierigkeiten zu helfen? Ja.

  • Prüfungsablauf
  • Tipps
Prüfungsfragen
Ich kann Frau Vollmeyer vom Umfang des Lernaufwands und von der Prüfung selbst nur empfehlen. Man bereitet 2 Kapitel aus dem Hasselhorn & Gold Buch vor (ich hatte 2 und 8)und noch 2 Spezialthemen. Hier geht es darum, dass es z.B. eine Störung ist oder ein Training etc. Es muss pädagogische Relevanz und Anwendung haben, das ist ihr wichtig. Man sollte zu jedem Spezialthema eine Studie vorbereitet haben, aber auch die Theorie. Sie fragt meistens zu einem der Themen die Studie und zum anderen die Theorie.
In der Prüfung darf man sich selbst das erste Spezialthema aussuchen, was 10 Minuten geprüft wird, dann 10 Minuten das zweite und die letzten 10 Minuten gehen um die beiden Buchkapitel.
Man bereitet kein Einführungsthema in Referatsform vor. Frau Vollmeyer fragt eigentlich gleich los.
Ich hatte bei ihren Fragen ein paar Mal das Gefühl, dass sie tatsächlich versucht, mich zu provozieren, damit ich diskutiere bzw. teilweise vielleicht ein bisschen zu verunsichern. Wenn ich manchmal mitten im Satz war, hat sie unterbrochen und etwas neues gefragt. Auch wenn das erstmal komisch ist, weil man den Gedanken nicht zu Ende ausführen kann, sondern gleich mit etwas neuem konfrontiert wird, merkt man schnell, dass es ist, weil sie merkt, dass man es kann und dann was anderes fragen will. Ich hatte aber die meiste Zeit die Chance, auszureden und viel zu erzählen.

Frau Vollmeyer kann ich nur empfehlen, sie ist wirklich nett gewesen und obwohl ich wohl die zigste war, die an dem Tag ADHS vorbereitet hatte, hat sie es nur kurz angemerkt, aber war nicht zickig oder genervt und hat mich trotzdem ganz normal gefragt. Klar kamen wir schnell auf eine Diskussions-Ebene, aber das war mir auch lieber. Ihr geht es wirklich eher um das Verständnis. Hier und da fragt sie zwar Details wie Autoren oder so, aber ich hatte das Gefühl, dass es nichts macht, wenn man die nicht weiß, solange man mit ihr diskutieren kann und auch die Fragen über das Kapitel oder die Literatur hinaus beantworten kann.

Die beiden Buchkapitel kann ich nur empfehlen. Zu Kapitel 8 wird wohl so gut wie immer Koedukation gefragt (bei mir nicht, weil es mein Spezialthema war, das hat sie sogar gesagt). Bei Kapitel 2 interessiert sie vor allem Motivation und Volition.

Von ADHS hat sie eigentlich genug, ging bei mir aber sehr fair damit um.
Es ist wichtig, die Spezialthemen vorher von ihr abgesegnet zu bekommen (man schickt ihr die Gliederung vorher zu mit Literaturliste) und auch in ausgedruckter Form bei der Prüfung dabei zu haben.
Ich hatte die Spezialthemen ADHS + PEP (Präventionsprogramm) und eine Studie zur Wirksamkeit des PEP sowie das Thema Monoedukation vs. Koedukation und auch hierzu eine Studie vorbereitet.
Man darf aussuchen, womit man beginnt und ich habe ADHS gewählt. Daraufhin die Frage: Was ist das? Ich wurde schnell unterbrochen, kam nicht dazu die Kriterien vom DSM aufzuzählen. Ich hatte angesprochen, dass ADHS auch persistieren kann und sie fragte: Aber das geht dann irgendwann weg, oder? Oder stirbt man mit 90 und hat das immer noch? Dann die Frage, ob man mit ADHS denn normal leben und erfolgreich arbeiten kann? Wir kamen auf den Schweregrad und die Behandlung der Störung zu sprechen. Sie fragte, wie man das denn dann macht als ADHS-Patient, wenn man für das Abitur oder Diplom lernen muss? (Handlungskontrollstrategien nach Kuhl wollte sie wissen) Wir haben eine Weile über Methylphenidat diskutiert. Frau Vollmeyer stellt immer wieder provokante Fragen, weil sie will, dass man weiter denkt und diskutiert. Die sind aber, wenn man sich vorbereitet hat, nicht schwer und das ganze macht eher Spaß, weil man mal zum diskutieren kommt. Man merkt ihr auch an, dass ihr das auch gefällt. Sie hat mich dann noch gefragt, wieso ich ein Präventionsprogramm rausgesucht habe, weil die Störung ja so früh beginnt, was soll man da mit Prävention noch erreichen? Ich hab dann erklärt, wozu das Programm gut ist und dass es mehr um psychosoziale aufrechterhaltende Faktoren geht (es richtet sich auch an die Eltern und soll über ihr Erziehungsverhalten das Problemverhalten der Kinder verbessern). Dann die Frage, ob ich weiß, wie das mit der Versorgung der ADHS-Kinder ist, sicherlich hat ja jeder eine Diagnose und einen Therapieplatz? (Nein, eher unterversorgt) Hier wollte sie wissen, ob ich eine Zahl weiß. Mir sind von der Stangier-Vorlesung irgendwie 5% eingefallen, aber ich hab gesagt, ich weiß nur, dass die Versorgungsrate von Kindern sehr niedrig ist. Es war aber gar nicht schlimm, dass ich keine Zahl wusste.

Dann war die Zeit rum und wir kamen zu meinem zweiten Spezialthema: Monoedukation vs. Koedukation. Hier hat sie mich gefragt, was denn bei der Studie gemacht wurde. Ich habe kurz den theoretischen Hintergrund zu der Fragestellung erzählt und gleich kritisch angemerkt, dass ich die Operationalisierung der AVs hier nicht gut finde und sie hat dann kritische Fragen gestellt und es entwickelte sich wieder eine Diskussion darüber. Ich habe die Studie im Prinzip vorgestellt, aber mit einer kritischen Haltung und wir kamen immer wieder vom Thema ab und haben diskutiert und überlegt, was man besser machen könnte. Sie fragte dann Dinge wie: Wieso hat man hier erst in der 11. Und 12. Klasse Daten erhoben, nicht schon vorher, wenn die Kinder auf die Schule kommen erstmalig bzw. zu mehreren Messzeitpunkten? Sie hat hier viel ihre eigene Meinung gesagt, aber ich habe mich immer wieder eingebracht und so war es mehr ein Gespräch.

Die Beisitzerin hat uns immer wieder an die Zeit erinnert und so kamen wir zu den Kapiteln. Sie hat das Buch auf dem Tisch liegen, fragt dann nach, welche Kapitel man vorbereitet hat, blättert durch und fragt dazu dann was. Bei mir waren es Kapitel 2 und 8.
Sie wollte als erstes, dass ich etwas zu Motivation sage (Lern- und Leistungsmotivation definiert, Leistungsmotiv etwas genauer). Sie hat mich unterbrochen und nach Autoren und ihren Theorien dazu gefragt und ich erwähnte Atkinson, wollte sein Modell vorstellen, da hat sie mich unterbrochen und wollte was zum Selbstkonzept wissen. Das habe ich definiert und beschrieben wie es zusammenhängt mit Atkinson und Weiner (Leistungsmotiv, Anspruchsniveausetzung…). Sie hat mich wieder unterbrochen und wollte den Autor zu der Selbstkonzept-Theorie wissen. Da habe ich ganz offen gesagt, dass mir der Name nicht einfällt (ich hab mir den gar nicht notiert…). Sie hat dann selbst nachgeschaut im Buch und meinte: „Ahja, hier nennen sie Meier. Ein neuerer wäre Marsh.“ Dann wollte sie wissen, was Marsh dazu sagt, modernere Theorie und erwähnte Big-Fish-Little-Pond, was das für ein Effekt sei. Den habe ich dann erklärt und sie war zufrieden.

Dann hat sie Kapitel 8 aufgeschlagen. Da fragt sie normalerweise wohl Koedukation ab (zumindest habe ich das von anderen an dem Prüfungstag gehört) und sie meinte auch gleich: „Tja, zur Koedukation kann ich sie ja jetzt nicht mehr fragen“ und lachte. Dann wollte sie, dass ich das Training von Klauer vorstelle. Dazu konnte ich grob etwas sagen und sie fragte (weil ich es erwähnt hatte), ob hier auch die allgemeine Intelligenz verbessert wird und wie das denn geht, wenn es hier doch um sehr spezifische Denkkomponenten geht. Meine Antwort war etwas schwammig, ich hab dann von der Wirksamkeit, die sehr gut ist in mehreren Bereichen, erzählt. Sie war aber scheinbar zufrieden.

Und das war’s dann auch schon. Die Prüfung ging total schnell rum.
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