Ich kann jedem nur raten sich nicht zu sehr auf die Prüfungsprotokolle zu verlassen... Bei mir lief die Prüfung nämlich etwas anders ab. Entgegen den anderen Protokollen wurde ich zu beiden Spezialthemen sowohl zur Theorie als auch zu den Studien befragt, wobei der Fokus ganz klar auf der Theorie lag. Sie wollte hierbei viele Details wissen, z. B. verschiedene Störungsmodelle. Ganz wichtig ist es, sich eine eigene Meinung zu allem zu bilden und diese auch vehement zu vertreten und sich nicht von der Prüferin durch Fragen oder gegenteilige Argumente verunsichern zu lassen.
Ausserdem unterscheidet sie sehr wohl zwischen Basis- und Schwerpunktfach, in der Notenbesprechung sagte sie mir, dass sie bei einer Schwerpunktfach-Prüfung mehr Detailwissen erwartet.
Meine Spezialthemen waren Hochbegabung und Dyskalkulie. Wie gesagt wurde bei beidem die Theorie abgefragt. Bei Dyskalkulie hatte ich eine Studie zu einem Präventionsprogramm vorbereitet, sie wollte dennoch zusätzlich Details zu anderen Interventionsprogrammen hören, worauf ich mich leider nicht vorbereitet hatte... Ich kann also nur empfehlen zu den Spezialthemen sehr breit gefächert und detailliert zu lernen. Es ist ihr ausserdem wichtig, im Thesenpapier sämtliche Literaturangaben nachlesen zu können, auch zu den Grundlagen. Auch wenn sie die Literatur unmittelbar vorher nicht liest, so hat sie doch eine grosse Detailkenntnis der meisten Theorien und weiss auch, dass sich gewisse Autoren von anderen unterscheiden, z.B. was Werte zur Prävalenz etc. betrifft.
Ausserdem sollte man die Studien und auch die Theorien kritisch hinterfragen und wie gesagt, sich eine eigene Meinung dazu bilden. |
Sie fragt mit welchem Spezialthema man anfangen möchte.
Hochbegabung
Was ist Hochbegabung? Welche verschiedenen Theorien gibt es? - Ich nannte die der allgemeinen Intelligenz und der Spezialbegabungen, sie wollte noch eine dritte hören. Wie diagnostiziert man Hochbegabung? Bei Intelligenztests kommen ja auch Matheaufgaben vor, was macht man damit, bezieht man sie in die Diagnostik mit ein oder nicht?
Was unterscheidet Hochbegabte von "Normal-Begabten"? Warum gibt es überhaupt das Konzept der Hochbegabung, ist es nicht überflüssig? Dann noch einige Fragen und Diskussionspunkte mehr, dann sollte ich kurz die Studie erklären.
Nächstes Thema Dyskalkulie. Auch erst Allgemeines, dann wollte sie wissen welche Unterarten von Dyskalkulie es gibt. Sie wollte wohl auf ein bestimmtes Modell hinaus, ihr ist aber der Name selbst nicht eingefallen. Dann wollte sie viel zu Interventionsprogrammen wissen, ich hatte mich jedoch nur auf eines spezialisiert, welches in meiner Studie vorkam, das wollte sie jedoch gar nicht so genau wissen, sondern etwas zu einem anderen, welches ich jedoch nicht gelernt hatte... Zu der Studie wollte sie eigentlich gar nichts wissen, nur zu dem Training, wie es aufgebaut ist etc.
Dann Hasselhorn und Gold. Ich hatte Kapitel 2 und 8. Zu 2 wollte sie etwas zu Volition wissen. Ich hab dann ein bisschen was erzählt, sie wollte aber auf irgendwas hinaus, was nicht im Buch stand. Sie hat dann das Buch durchgeblättert nur um festzustellen dass es nicht drin steht... Dann wollte sie noch was zum Selbstkonzept wissen, Big Fish little pond Effekt, Basking in reflected glory, was ist besser für das Selbstkonzept?
Dann noch zu Kapitel 8: Koedukation, welche Versuche gab es da? Kieler Modellversuch und Berliner Schulversuch erläutert. Inwiefern war der monoedukative Unterricht für Mädchen besser?
Das wars. |