Als Vertiefungsthemen hatte ich Koedukation und ADHS, zudem die Buchkapitel 4 und 8. Nach der Frage, mit welchem Thema man beginnen möchte, schaut sie auf das Thesenpapier und greift sich irgendeinen Stichpunkt heraus, zu dem sie etwas fragt. Es ist also nicht nötig, einen Einführungsvortrag vorzubereiten.
Man sollte darauf gefasst sein, dass sie einen auch mal unterbricht und eine neue Frage stellt oder dass sie Fragen und Thesen zur Diskussion stellt, die sie selbst interessieren und auf die sie nicht unbedingt die Antwort kennt. Viel Transferwissen ist da also gefragt. In solchen Fällen ganz ruhig bleiben und ggf. mit ihr zusammen nach einer Antwort suchen. Wenn man sich darauf einlässt, hat man schon viel erreicht. |
Zu Beginn sollte ich die Situation der Koedukation in Deutschlang darstellen. Sie hat mich dann gefragt, ob es denn viel Forschung zu diesem Thema gibt. Ich habe das verneint und auf die methodischen Schwierigkeiten hingewiesen: Dadurch, dass es immer weniger monoedukative Schulen gibt, sind gute Untersuchungen aufwendig. Sie wollte dann noch etwas mehr über die methodischen Mängel wissen, die es bei vielen Untersuchungen gibt und dann sind wir auf die Studie gekommen, die ich vorbereitet hatte. Sie hat dabei durchaus auch nach einzelnen Variablen gefragt, da sollte man also schon gut Bescheid wissen. Es ist auch sehr hilfreich, die ausgewählte Studie sehr kritisch zu hinterfragen. Auf viele Mängel bin ich nämlich erst durch ihre kritischen Nachfragen aufmerksam geworden...
Zu ADHS wollte sie etwas zur Ätiologie hören. Sie hat dann gefragt, ob etwas darüber bekannt ist, ob es bei der Vererbung eher vom Vater oder der Mutter übertragen wird. Ich wusste darauf keine Antwort, sie aber auch nicht... Danach wollte sie wissen, ob die Prävalenzraten wirklich gestiegen sind oder das eher durch die stärkere Aufmerksamkeit bedingt sei.
Für die letzten 10 Minuten hat sie dann das Inhaltsverzeichnis des Lehrbuchs aufgeschlagen und sich etwas ausgesucht. Ich glaube, ihre Fragen können da sehr unterschiedlich sein. Sie wollte wissen, ob sich denn bei Hochbegabten auch monoedukativer Unterricht eignet (in diesem Fall im Sinne einer getrennten Unterrichtung von Hochbegabten). Ich habe gesagt, dass ich es ungünstig fänd, sie aus dem normalen Unterricht herauszunehmen und sie sozial zu isolieren. Besser wäre eine individuelle Förderung im Unterricht. Ich glaube, sie wollte mit der Frage eher darauf hinaus, dass es ja nur 2% gibt und die getrennte Unterrichtung schwierig wäre.
Zum Abschluss ging es noch kurz um Motivation. Wie diese zu steigern ist im Unterricht und wie günstige und ungünstige Attributionsmuster aussehen. |