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Forschungsmethoden und Evaluation


Psychologie | Forschungsmethoden und Evaluation | Druckansicht29.06.2012
Art der Hochschule: Universität
Prüfungsort: Frankfurt am Main
Studienfach: Psychologie
Art der Prüfung: Diplom
Prüfer: Schweizer
Prüfungsfach: Forschungsmethoden und Evaluation
Dauer der Prüfung: 20-30 Minuten
Note: 1;
Konntest du mit einem selbst gewählten Thema beginnen? Ja.
Versucht der Prüfer bei Schwierigkeiten zu helfen? Ja.

  • Prüfungsablauf
  • Tipps
Prüfungsfragen
Herr Schweizer ist ein sehr angenehmer Prüfer. Er hört einem geduldig zu und lässt einen ausreden. Also wenn ihr bei einem Thema seid, in dem ihr euch gut auskennt, haut einfach alles raus, was euch einfällt. Er unterbricht so gut wie nie. Wenn ihr euch nicht sicher seid, worauf er hinaus will oder auf dem Schlauch steht, fragt einfach nach: dann liefert er Stichpunkte oder erklärt die Frage genauer.

Vorbereitet habe ich mich anhand der Literauturliste, also mit Backhaus, Bortz, fast dem kompletten Testtheoriebuch, ein paar Einzeltexten und jeder Menge googeln.

Natürlich muss man beim Lernen Schwerpunkte setzen und ich denke, die Prüfungsprotokolle zeigen, welche Themen er bevorzugt abfragt, aber ich würde dennoch raten so zu lernen, dass man zu allem irgendetwas sagen kann - wenn auch nur stichpunktartig. Bei mir kamen einige Fragen dran, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte: habe immer versucht irgendwas dazu zu sagen und meist gab er sich mit meinen kurzen, improvisierten Antworten zufrieden. Lasst euch also nicht anmerken, wenn er eine Lücke erwischt, sagt einfach irgendwas. Meist hakt er nicht nach.
Einführungsthema: Clusteranalyse
1. Was sind die Ziele?
>> homogene Cluster, Datenreduktion, Informationskonzentration, zugrundeliegende Struktur der Daten aufdecken
2. Was brauche ich, um eine Clusteranalyse zu rechnen? (Aufzählung hätte ihm gereicht, habe aber ausgeholt, wer weiß, was sonst für Fragen kommen =))
>> Ziele (welche Objekte will ich klassifizieren und anhand welcher Merkmale sind sie beschreibbar), Proximitätsmaße, Fusionierungsalgorithmen (da habe ich kurz was zu partitionierenden gesagt und gegen hierarchische verglichen), Clusteranzahl bestimmen, Gütemaße
3. Sagen Sie mal was zum Tanimoto-Koeffizienten.
>> da habe ich weit ausgeholt, erklärt, dass er besonders bei mehrdimensionalen Merkmalen geeignet ist wegen des Falls d (sonst überschätzt man die Ähnlichkeit wegen der vielen Doppelnullen, ein Bsp. anhand des Berufs gebracht) und gleich auch noch den Russel-Rao und SMC erklärt. Außerdem hab ich noch ein paar Worte zur Ähnlichkeitsmatrix gesagt und die drei Koeffizienten gegeneinander verglichen. Er hat mich geduldig reden lassen.
4. Erklären sie bitte die Minkowski-Metriken
>> sind Grundlage zur Berechnung verschiedener Distanzmaße: entscheidend = Minkowskikonstante im Exponenten (an der Stelle gabs ein Häckchen auf seiner Liste), City-Block, Euklidische Distanz und Supremumsmetrik bzw. Dominanzmetrik erklärt.
5. Was ist ein Dendrogramm
>> baumartiges Diagramm, in dem Heterogenitätsentwicklung gegen Fusionsstufen abgetragen wird, sodass man sehen kann, mit welchem Variabilitätszuwachs eine weitere Clusterbildung erkauft wird.
6. Wie bestimme ich die Clusteranzahl?
>> Elbow-Kriterium und CH-Wert erklärt, reichte ihm schon.

Thema: Testtheorie allgemein
1. Was gibt es denn da für Gütekriterien.
>> Reliabilität, Validität (da hab ich alle möglichen erklärt, um Zeit zu schinden), Objektivität, Ökonomie, Fairness, Normierung
2. Sagen Sie mal was zu Normierung.
>> PR und Standardnormen erwähnt (nicht erklärt) und dass man ein Bezugssstem braucht, anhand von dem man den Testwert eine Person danach einordnen kann, ob er üd, d oder ud ist. Sonst nur eine Zahl ohne Inhalt.
3. Was für Reliabilitäten gibt es?
>> Restest, Paralleltest, Testhalbierung, interne Konsistenz
4. Wie ist das denn bei der Testhalbierung. Habe dann ja nur einen halben Test. Was mache ich denn für den gesamten?
>> Spearman-Brown-Formel

Thema: Testheorie IRT
1. Was ist das oder wozu?
>> ganz grob: probabilistische Theorie, die versucht Annahmen zu Zusammenhängen zwischen der W, dass ein Item gelöst/im Sinne einer hohen Merkmalsausprägung beantwortet wird, und der individuellen Merkmalsausprägung zu formulieren.
2. Welche Modelle gibt es da?
>> Raschmodell erklärt, konstante Steigung darin kritisiert und so zu Birnbaum übergeleitet. Dabei noch kurz was zur Testinformationsfunktion eingestreut und zuletzt noch kurz was zum 3PL-Modell. Außerdem das Partial-Credit-Modell: v.a. den Name wollte er hören.
3. Was ist denn die Testinformation? (die Frage irritierte mich etwas, hatte ja schon was dazu erklärt und wollte mich nicht wiederholen: erzählte daher was vom Standardfehler, der eine Inverse davon ist, d.h. im Nenner steht, und dass sie deshalb geeignet ist Aussagen zur Genauigkeit, mit der die individuelle Fähigkeit bzw. Merkmalsausprägung einer Person geschätzt wird, zu treffen. Das bestätigte er).
4.Was ist eine Lickertskala (da hat er mich eiskalt erwischt: versuchte mich über meine Diplomarbeit an irgendwas zu erinnern und redete was von intervallskalierten Daten, keine Ahnung, was er da hören wollte, er bohrte dann aber auch nicht weiter)

Thema: SGM
1. Woraus besteht es?
>> 1 Struktur- und zwei Messmodelle und erklärt (musste aber nix zeichnen).
2. Welche Parameter gibt es in einem SGM?
>> feste, restringierte und freie. Kurz erklärt.
3. Wie kann ich schätzen?
>> Allgemein das Ziel der Diskrepanzfunktionen erklärt (= den Fitting of the funktion Wert (F) so bestimmen, dass Diskrepanz zwischen empirischer und modelltheoroetischer Varianz-Kovarianzmatrix minimiert wird), ML und gegen mehrere Least-Square-Schätzer (WLS, ULS, ADF) verglichen bzw. wann ich welchen verwenden würde.
4. Was muss man zum Chi-Quadrat-Wert wissen?
>> stichprobenabhängig (empirischer Wert errechnet sich ja durch Multiplikation des F-Wertes der Diskrepanzfunktion und n-1), nicht zu bestimmende Beta-Fehler-W, obwohl es auf gerade die ankommt: kann sie nur indirekt minimieren, indem ich alpha-Fehler raufstufe.
5. Wie kann ich Effektgrößen bestimmen oder so ähnlich? (da stand ich auf dem Schlauch, er lieferte dann den Stichpunkt: indirekter Effekt.. Ach soooo.. kurz erklärt)

Thema: MTMM
1. Was ist das und wozu? (er wollte da direkt die konfirmatorische)
>> hab eine kurze Definition gegeben, Vorteile erklärt und Aufbau eines solchen Modells. Dass man je nach Annahme zu unterschiedliche Modellen kommt, worin sich traitspezifische, Methoden- und Fehlereinflüsse niederschlagen. Da musste er dann unterbrechen, weil die Zeit um war.

Wünsche euch viel Glück und die richtigen Fragen. Lasst euch nicht verrückt machen: er ist sehr nett, verhaspelt sich auch selbst mal, lächelt: man muss vor ihm wirklich keine Angst haben.
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