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Psychopathologie


Psychologie | Psychopathologie | Druckansicht04.07.2012
Art der Hochschule: Universität
Prüfungsort: Frankfurt am Main
Studienfach: Psychologie
Art der Prüfung: Diplom
Prüfer: Prof. Freitag
Prüfungsfach: Psychopathologie
Dauer der Prüfung: 20-30 Minuten
Note: 1;
Konntest du mit einem selbst gewählten Thema beginnen? Nein.
Versucht der Prüfer bei Schwierigkeiten zu helfen? keine Angabe

  • Prüfungsablauf
  • Tipps
Prüfungsfragen
Die Prüfung fängt meist mit einem Fallbeispiel an. Dabei wird nur ganz wenig Info gegeben über eine Verhaltensauffälligkeit bei einem Kind/Jugendlichem. Daraufhin sollte man wissen, was man in dem Fall als Therapeut fragen würde, untersuchen würde, was die Arbeitshypothese ist (welche Störungen kommen in Frage) und wie man genau nachfragt oder untersucht, um diese Störungen abzugrenzen. Wenn die Diagnose steht (Frau Freitag sagt dann irgendwann: ja, in diesem Fall ist es die und die Störung), wird meist zu Ätiologie was gefragt oder Therapie und Komorbiditäten... Dann folgen weitere 1-2 Störungsbilder.
Zur Prüfungsvorbereitung: Frau Freitag prüft nur die ca. 7 Störungsbilder, die sie angegeben hat. Man sollte sich bewusst sein, dass man natürlich auch mehr gefragt werden kann, vor allem, wenn man selbst andere Störungen (z.B. Teilleistungsstörungen) erwähnt. Sie erwartet einen Überblick über die Störungsbilder, keine genauen Kriterien. Ich hatte das Gefühl, sie prüft eher auf Verständnis und ein Gefühl für die Störungen, nicht auf auswendig gelerntes.
Ein Tip: Wenn man vorher Klinische gelernt hat, ist es enorm wenig Aufwand!
Generell ist Frau Freitag sehr nett. Sie spricht sehr schnell und teilweise etwas undeutig. Aber die Prüfung verlief wirklich eher wie ein Plausch als alles andere und sie ist begeistert, wenn man sich interessiert zeigt und ihre Fragen beantworten kann.
Wichtig finde ich zu wissen, dass sie viel von medikamentöser Therapie hält, also aufpassen, was man sagt :-)
Und man denkt immer wegen den Prüfungsprotokollen, dass sie Autismus nicht fragt. Aber gestern wurde jemand dazu gefragt, also auch vorbereiten ;-)
Bei mir begann sie mit einem Fallbeispiel: Ein Grundschulkind zeigt schlechtere Leistungen in der Schule. Was nun?
Ich meinte dann, ich würde wissen wollen, wie alt genau, wie lange die Symptomatik anhält, wie genau sich das äußert (ist es in bestimmten Fächern schlechter oder insgesamt, war es vorher besser...). Hab dann gesagt es könnte Teilleistungsstörungen sein, müsste man mit IQ-Test abklären, oder Angst vor der Schule (hier die verschiedenen Arten: soziale Ängstlichkeit, phobische Angst, Trennungsangst, generalisierte Angst), gibt es nur in der Schule Veränderungen oder auch in anderen Bereichen? Dann könnte es noch ADHS sein oder SSV. Oder eine Depression. Ich meinte noch man könnte sich eine Prodromalphase der Schizo vielleicht vorstellen, aber da meinte sie ganz schnell, dass sie noch nie ein Kind mit Schizophrenie im Grundschulalter hatte. Also Tip für die, die noch Prüfung haben :-) Aber es war nicht schlimm, dass ich dafür nicht so ein Gefühl hatte, man kennt ja nur die Prävalenzrate und selten ist ja nicht gleich nie. Sie war sogar sehr bescheiden und sagte: "Also ich arbeite zwar erst 10 Jahre hier, aber es ist mir nicht untergekommen, ich glaube da handelt es sich meist um Fehldiagnosen."
Es kam dann raus, dass es eine ADS (ohne Hyperaktivität) war. Der IQ war normal, also konnte man Teilleistungsstörungen auch ausschließen.
Dann wollte sie was zu Risikofaktoren wissen (genetisch, biologisch, psychosozial) und zur Behandlung (Medikamente eher bei Hyperaktivität wichtig, hier vor allem KVT, Kontingenzmanagement, Selbstinstruktionstraining schwierig bei jungen Kindern, Elterntraining, Lehrer, Tokenism etc etc). Dann hat sie noch gefragt, was sich unterscheidet bei der Behandlung , wenn man ADHS hat. Da wollte sie dann Medikamente hören. Und hier sollte man aufpassen, sie reagiert ziemlich allergisch auf Kritik an Medikamenten, sie meinte selbst, dass es sie nervt, dass die Medien so tun als würde man ADHS-Kinder ruhig stellen.
Dann kamen wir zu Jugendlichen: Anorexie. Was da so die Symptome sind. Habe die Kriterien grob aufgezählt. Dann die Frage, was hier Risikofaktoren sind. Ihr hat es super gefallen, dass ich auch die Theorie aus der Psychoanalyse aufgegriffen habe (nach Bruch), weil ich das mit dem Perfektionismus und den Eltern als potentiellem Konflikt verbunden habe, weil die Eltern ja auch Teil der Therapie sind. Therapie natürlich dann auch noch. Dabei war ihr wichtig, wann man stationär behandelt (sehr geringer BMI, aber auch sehr starke Abnahme in geringer Zeit, Probleme zuhause, komorbide Störungen etc.) und sie hat gefragt, was für körperliche Probleme es gibt bei der Anorexie (sie hat die Frage etwas anders gestellt und ich dachte sie will auf was ganz abgefahrenes hinaus, aber als ich dann sagte: Elektrolytungleichgewicht und Herz-Kreislauf-Versagen... war es das schon.) Sie hat noch erzählt, dass Familientherapie untersucht wird bei Anorexie, aber man noch nicht so viel darüber weiß.
Sie hat dann gedacht wir wären durch, aber es waren noch 5 Minuten. Sie kam dann irgendwie auf keine neue Störung mehr und meinte ich soll mal Anorexie und Bulimie vergleichen.
Ich glaub das war so ungefähr alles!
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