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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 18. Dezember 2014 

Psychopathologie


Psychologie | Psychopathologie | Druckansicht24.07.2012
Art der Hochschule: Universität
Prüfungsort: Mainz
Studienfach: Psychologie
Art der Prüfung: Diplom
Prüfer: Dr. Fehr
Prüfungsfach: Psychopathologie
Dauer der Prüfung: 20-30 Minuten
Note: 1;
Konntest du mit einem selbst gewählten Thema beginnen? keine Angabe
Versucht der Prüfer bei Schwierigkeiten zu helfen? keine Angabe

  • Prüfungsablauf
  • Tipps
Prüfungsfragen
Die Atmosphäre der Prüfung ist sehr angenehm, auch wenn Herr Dr. Fehr sehr viel fragt. Zwischendurch erzählt er auch immer mal etwas aus dem klinischen Alltag, was einen sehr beruhigenden Effekt hat. Er hat eine sehr angenehme Art zu prüfen und zeigt einem auch deutlich, wenn man etwas richtiges sagt:-)Bei Hängern hilft er auch gerne weiter. Keine Angst also, die 30 Minuten (die er auch voll ausnutzt!!) sind sehr gut zu überstehen! Mein Fall war eine Zollbeamtin in den 40ern, die Probleme am Arbeitsplatz bekommen hatte, weil sie ihr Pensum nicht mehr erfüllen konnte und seit 3 Monaten krank geschrieben war wegen Depression und Angststörungen (soviel stand im Bericht des Kollegen, der "mir" die Patientin überwiesen hatte). Die Frage war dann, wie ich weiter vorgehen würde. Habe die ICD-10 Kriterien für Depression abgefragt und sie hatte tatsächlich eine schwere depressive Episode. Was ist weiter abzufragen? Ob es eine solche Episode schon vorher mal gab und ob eine manische Episode vorher mal diagnostiziert wurde. Sie hatte eine rezidivierende depressive Episode. Er wollte dann noch das Stichwort Phasenkalender hören um zu notieren, wie viele Episoden sie schon hatte. Was weiter fragen? Thema Angsstörungen - worauf beziehen sich ihre Ängste. Habe alle wesentlichen Bestandteile der Angststörungen erfragt (z.B. hat sie Angst vor anderen Leute zu sprechen, essen etc.) - sie hatte eine Agoraphobie und konnte nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Was weiter? Wir kamen auch die Kriterien der Panikattacke - da wollte er Symptombeispiele haben. Sie hatte dann also eine Agoraphobie mit Panikstörung. Dann was noch fragen? Ich kam auf somatoforme Störungen. Und tatsächlich hatte sie eine chronische Schmerzstörung. Da dann die Frage, was das ist. Es genügte der Hinweis auf fehlende organische Ursache trotz Schmerzen. Hab dann nach Essstörungen und Drogen/Alkohol gefragt - hatte sie aber beides nicht. Medizinische Ursachen (Schilddrüse etc.) hatte sie auch nicht. Er wollte dann wissen wie ich sie therapieren würde. Ich meinte ich würde zunächst die Depression behandeln, weil andere Beschwerden manchmal automatisch verschwinden - also eine Art Behandlungshierarchie. Fand er in Ordnung, er würde aber auch die Patientin fragen, was sie als erstes in Angriff nehmen wollte, Stichwort Compliance. Dann hab ich die interpersonelle Therapie von Klermann kurz umrissen und bin dann über zu Hautzinger und der KVT. Für Agoraphobie wollte er auch einen Ansatz hören - meine Antwort. massierte Konfrontation. Ist wohl auch das beste Verfahren, allerdings ist das in der Praxis oft nur schwer zu realisieren, weil sehr aufwendig (Therapeut müsste mit und öffentliche Verkehrmittel fahren etc.) daher Patienten gut vorbereiten und alleine machen lassen. Dann noch kurz eine Frage zu Psychopharmaka. Patientin erhielt Venlafaxin und es zeigte keine Wirkung. Was tun? Wusste ich nicht so genau: Spiegel kontrollieren - es gibt Patienten die verwerten zuviel davon (hab ich zumindest so verstanden). Dann wollte er noch kurz wissen was eine Double Depression ist und ob bei einer dysthymen Störung die Kriterien einer depressiven Episode erfüllt sind.

Alles halb so wild. Ich habe die Angststörungen nach der klinischen Prüfung nur einmal ganz kurz im Lieb Buch überflogen und somatoforme hab ich mir gar nicht mehr angesehen - ist wie man sieht alles machbar. Allen noch viel Erfolg!
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