| Die Prüfung läuft beim Herrn Fellgiebel so ab, dass man mit einem selbst gewählten Thema einsteigt und sich anschließend an den Themen einer Störung entlanghangelt. Zwischendurch erzählt Herr Fellgiebel etwas aus dem Klinikalltag bzw. man kann auch ein bisschen über dies und jenes diskutieren und fachsimpeln, ganz angenehm. Die Prüfungsatmosphäre ist angenehm und wohlwollend. |
Einstiegsthema war bei mir Schizophrenie.
Zuerst habe ich ICD-10 Kriterien runtergerattert und alle Unterpunkte näher erläutert bzw. Symptomdropping betrieben (z.B. bei formale Denkstörungen inkohärentes Denken: Begriffszerfall, Kontamination etc.). Dann wollte er von mir wissen, ob ich was zu Kurt Schneider, Bleuler und Kraeplins Konzeption der Schizophrenie sagen könne. Ich habe ihm diese ganzen Standard Sachen seviert (Schneider: Symptome 1.und 2.Ranges alle aufgezählt und erläutert Beispiel, Bleuer 4 As, Kraepelins Vorstellung von Dementia Praecox). Bei Kraepelin wollte er noch genauer wissen, welche Konzeption er von einer psychischen Erkrankung hatte, hab ich nicht gewusst, er wollte hören dass Kraepelin psychische Erkrankungen im Längsschnittverlauf konzeptierte und die heutige moderne Psychiatrie die psychische Störung querschnittlich diagnostiziert und behandelt. Es ging weiter mit der Frage nach prognostischen Faktoren der Schizophrenie, da hab ich ihm die typischen schönen gelben Lieb-Tabellen runtergeleiert (gute Prognose: weiblich, verheiratet etc.). Verlaufsmerkmale? Huber-Studie mit grober Einteilung und Drittregel genannt. Welche Symptome sind prognostisch günstig? Negativsymptome eher ungünstig, Positivsymptome gut zu therapieren. Welche Unterformen prognostisch günstig? paranoid und kataton. Dann kam noch die Frage "Wie therapiert man Schizophrenien?", woraufhin ich ihm ein paar Neuroleptika genannt habe, die Unterscheidung klassisch/atypisch, hoch- niederpotent traf und speziell am Beispiel von Olanzapin Vor- und Nachteile der atypischen Neuroleptika vorstellte (keine extrapyramidalmotorischen Störungen, vor allem Spätdyskinesien). Anschließend wollte er von mir die Nebenwirkungen von Olanzapin wissen, worauf ich "Prolaktinerhöhung" und "QT-Zeit-Verlängerung" antwortete, er wollte letztlich auf Gewichtszunahme hinaus, das war wichtig. |