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med. Mikrobiologie


Biologie | med. Mikrobiologie | Druckansicht19.05.2005
Art der Hochschule: Universität
Prüfungsort: Bochum
Studienfach: Biologie
Art der Prüfung: Diplom
Prüfer: Prof. Dr. Gatermann
Prüfungsfach: med. Mikrobiologie
Dauer der Prüfung: 30-40 Minuten
Note: 1;
Konntest du mit einem selbst gewählten Thema beginnen? Nein.
Versucht der Prüfer bei Schwierigkeiten zu helfen? Ja.

  • Prüfungsablauf
  • Tipps
Prüfungsfragen
Der Prüfung ist ein 6 Wochen Praktikum voerausgegangen. Darüber musste ein Protokoll geschrieben werden & ein Vortrag gehalten werden. Die Forschungsarbeit im Lehrstuhl bezieht sich fast ausschließlich auf Staphylokokken, weshalb ich andere Bakterien gar nicht eingehend studiert habe. Wichtig ist vor allem für jeden Mechanismus ein Bakterienbeispiel zu kennen. Das reicht dann meist aus. Gelernt habe ich mit dem Buch "bacterial pathogenesis" von Abigail Salyers & Dixie Whitt (leider nur auf Englisch bei amazon erhältlich)und mit dem Brock als Nachschlagewerk.
Lernaufwand: 8 Wochen (lockeres Lernen, auch mal mehrere Tage nix gemacht) viel Lesen ist am Anfang besonders wichtig & bei mir hilft, wenn ich alles wichtige aufschreibe (auch doppelt & dreifach).
1. Was haben Sie denn bei uns im Labor gemacht?
Ich habe eine agr-knockout Mutante von S. saprophyticus hergestellt. Dabei habe ich die Arbeit von Simone Ludwig weitergeführt & Frau Sakinc hat am Ende die Protoplasten-Transformation in S.sa durchgeführt. Dazu hat Simone das Insert aus agr-Enden & einer Erythromycinresistenzkassette hergestellt. Ich habe das Insert mit dem Vektor pBT2 ligiert (dabei entstand pMB1303, ach nein 1304 – war überhaupt nicht schlimm dieser Fehler). Mit diesem Plasmid wurde dann die Protoplasten-Trafo durchgeführt.

2. davon allein entsteht aber noch keine Mutante. Welcher Mechanismus steckt dahinter?
Das Ziel war es durch die agr-Enden im Insert eine homologe Rekombination zu begünstigen, zwischen dem Insert auf dem Plasmid & der agr-Sequenz auf dem Bakterien-Genom.

3. Was gibt es außer homologer Rekombination?
Transposons. Das sind z.B. Resistenzgene, die von Insertionssequenzen flankiert werden, die für eine Transposase kodieren. Dadurch können sie quasi von einem Ort im Genom zum anderen springen. Es gibt auch konjugative Transposons, die zwischen Bakterien springen können.

4. Welche Antibiotikatypen gibt es?
Zellwand-, Protein- & DNA-Synthese hemmende.

5. Welche Resistenzmechanismen gibt es bei Bakterien?
ß-Lactamasen
Modifikation der Zielstrukturen
Begrenzte Inkubation durch Porine
Effluxpumpen
(habe alles noch etwas ausführlicher erklärt)

6. Was ist agr?
Ein zwei Komponenten System. Besteht aus zwei divergenten Operons P2 & P3. P2 kodiert für Komponenten des Systems & P3 für delta-Hämolysin (nur bei aureus & epidermidis). Dann hab ich erklärt, wie das System funktioniert & was ese reguliert (Adhäsine runter, Exotoxine hoch).

7. Warum sollte ein Bakterium Adhäsine runterregulieren? Welchen Sinn hat das?
In früher exp. Phase macht es Sinn viele Adhäsine zu produzieren, damit Bakterien nicht weggeschwemmt werden und sich gut vermehren. In der späten exp. Phase (Anfang stationäre P.) gibt es Nahrungs- & Lebensraumkonkurrenz unter den Bakterien. Daher ist weniger Adhäsion förderlich für die Verbreitung im Wirt (Lebensraum & Nahrungserschließung) & mehr Toxine sind förderlich, weil sie durch Töten der Wirtszellen Lebensraum & Nahrung beschaffen.

8. Was gibt es für Adhäsionsstrukturen?
Pili, MSCRAMMs, LTA, LPS

9. Welche Unterschiede gibt es denn zwischen den Adhäsinen der gram-pos. & denen der gram-neg. Bakterien?
Positiv: aus einem Protein aufgebaut, kovalent mit Peptidoglykanschicht verknüpft.
Negativ: aus mehreren Protein-UE aufgebaut, nicht kovalente Bindung

10. An welche Strukturen binden diese Adhäsine?
Positiv: binden an Fibronektin, kollagen, von Willebrandtfaktor
Negativ: binden an Glykoproteine oder –lipide auf Wirtszellen, die normalerweise für Zellinteraktion & Signaltransduktion gebraucht werden

11. Wie sind Pili aufgebaut?
Aus Pilin-UE. Nicht kovalente Zusammenlagerung. Binden spezifisch an Wirtsrezeptoren.

12. Welche Arten der Pilizusammenlagerung kennen Sie? (Ich weiß nicht mehr an welcher Stelle diese Frage kam, aber er hat sie irgendwann gestellt)
z.B. Chaperon/Usher pathway (hab ich erklärt, kurze Atempause gemacht & wollte gerade mit den anderen Wegen anfangen, aber die wollte er dann gar nicht mehr hören).

13. Was sind das für Rezeptoren? Man kennt die schon genauer.
???

14. An welche Struktur der Rezeptoren binden denn wohl die Pili?
An die Zucker.

15. genau. Z.B. an Globobiose (oder so ähnlich) oder an das P-Antigen auf den roten Blutkörperchen.
Ahja.

16. Wie kriegt man denn raus, woran Adhäsine binden (ob es z.B. Zucker sind)? Wie würden Sie das im Labor experimentell herausfinden?
Ähm…vielleicht die Zucker auf den Wirtszellen entfernen? (Das war zum glück richtig, puuh.)

17. womit kann man denn Zucker entfernen/abschneiden?
Ups. Erwischt.
Vielleicht mit Enzymen (nein, das war ihm zu spezifisch). Dann mit Ethanol? (gefiel ihm auch nicht. Ich solle viel einfacher denken. Na der hat gut reden)

18. (nennt irgendeinen Stoffnamen, den ich noch nie gehört habe, was mit Iodid am Ende, glaube ich. Achso! Immer so tun als wüsste man wovon er spricht. Oder zumindest souverän wirken, vielleicht fällt es ja nicht auf.) Und wie kann man jetzt feststellen, um welchen Zucker es sich handelt?
Oh shit. Ähm…vielleicht verschiedene Zucker auf die Bakterien geben & sehen, ob die Bindung mit den Wirtszellen noch stattfindet. (juchu, das war genau richtig. Und dann war die Prüfung auch schon vorbei. Kam mir gar nicht so lang vor. Am Ende hat man eh immer das Gefühl man saß nur 5 Minuten da. Also, wer vernünftig lernt & selbstbewusst auftritt, hat beim Gatermann auf jeden Fall nen Stein im Brett.
Seltsam war nur, dass er die Fragen gestellt hat, er hat das Protokoll geschrieben & er hat die Note festgelegt. Ich musste nicht mal rausgehen. Die Sakinc saß die ganze Zeit nur da und hat zugehört. Naja, ich wird mich nicht beschweren. Also viel Spaß beim Lernen.)
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